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Fachtagung Kulturlandschaftsmanagement

Kulturlandschaften sind vielfältig und vielgestaltig. Ihre jeweiligen Charakterzüge und Alleinstellungsmerkmale werden in Fachkreisen als Eigenart bezeichnet. Im Dresdner Elbtal sind dies z.B. die steilen Weinhanglagen und im Spreewald mitunter die vielen Fließe (Kanäle), aber auch die typische Architektur in Holzblockbauweise. Trotz der Verschiedenheit von Kulturlandschaften sind wir von stadt PARTHE land der Meinung, dass im Hinblick auf das Kulturlandschaftsmanagement, also Aktivitäten zum Schutz, zur Pflege, zur Entwicklung und Inwertsetzung von Kulturlandschaft, durchaus eine Übertragbarkeit gegeben ist. Im Rahmen unseres Forschungsvorhabens haben wir für das Kulturlandschaftsmanagement einen Ordnungsvorschlag entwickelt, den wir mit den drei Begriffen Makeln, Bewirtschaften und Zeigen umschreiben.

Um die Übertragbarkeit dieses Ansatzes zu prüfen, lud unser Forschungsverbund am 05. April zur Fachtagung Kulturlandschaftsmanagement nach Leipzig ein. Unterstützt wurden wir dabei vom Arbeitskreis Landschaftskultur der DGGL. Begrüßt wurden die rund 70 Teilnehmer durch Rüdiger Dittmar, Amtsleiter des Amts für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig. Durch die Tagung leiteten Prof. Adrian Hoppenstedt und Udo Woltering (Sprecher DGGL-Arbeitskreis Landschaftskultur). Die Illustratorin Johanna Benz dokumentierte die Vorträge und Diskussionen mit einem Graphic Recording.

Johanna Benz bei der Arbeit

Sechs Vorträge eröffneten Einblicke in die Aktivitäten und Erfahrungen mit Kulturlandschaftsmanagement in verschiedenen Regionen Deutschlands.

Florian Etterer:
Stadt und Land – Kulturlandschaftsmanagement im Partheland bei Leipzig

(c) Johanna Benz (http://graphicrecording.cool/)

Die Erfahrungen aus stadt PARTHE land bildeten den thematischen Einstieg in die Tagung. Florian Etterer verdeutlichte zunächst am Beispiel des Parthelandes warum gerade in Stadt-Umland-Räumen ein Kulturlandschaftsmanagement wichtig ist. Anhand von Beispielen aus dem Forschungsvorhaben erklärte er die Inhalte eines Kulturlandschaftsmanagements und ordnete sie dem Makeln, Bewirtschaften und Zeigen zu. Abschließend folgte eine Zusammenfassung der wichtigsten Voraussetzungen für ein gelingendes Kulturlandschaftsmanagement.

Kulturlandschaftsmanagement erläutert von Florian Etterer

Prof. Gerd Aufmkolk:
Der Regionalpark als Instrument der Kulturlandschaftsentwicklung

Prof. Gerd Aufmkolk begann seinen Vortrag mit der Beschreibung der Entstehung von Kulturlandschaften durch das gestaltende Wirken des Menschen. Dies begann im Grunde mit der Sesshaftwerdung der Menschen durch den Ackerbau. Erste planende und ordnende Ansätze der nach Eigentumsverhältnissen aufgeteilten Landschaft erfolgten bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts (Josef von Hazzi (1818): Arrondierungsplan für das Dorf Freimann). Seit der Industrialisierung wurden dann zunehmend auch technische Bauwerke zum Teil von Kulturlandschaft und in den letzten Jahren entstehen insbesondere durch die Energiewende landschaftliche Veränderungen. In Zukunft werden weitere Veränderungen z. B. durch veränderte Nahrungsmittelproduktion (Schweine in Hochhäusern, künstliches Fleisch) und unsere Essgewohnheiten zu Landschaftswandel führen.

(c) Johanna Benz (http://graphicrecording.cool/)

 

In verschiedenen europäischen Stadtregionen entstanden Landschaftsparks, die versuchen die Freiraumentwicklung entsprechend der Belange der Naherholung, der Raumgestaltung oder dem Erhalt des Kulturerbes zu organisieren. Sie entwickeln eine urbane Landschaft für die regionale Bevölkerung, bilden Identität und einen positiven Standortfaktor. Prominente Beispiele sind der Emscher Landschaftspark im nördlichen Ruhrgebiet oder der Regionalpark Rhein-Main.

In seiner langjährigen Tätigkeit erarbeitete Prof. Aufmkolk Pläne und Konzepte für verschiedene Regionen (z. B. Kölner Grüngürtel) und konnte beobachten wie im Laufe der Zeit daraus verschiedene Maßnahmen realisiert wurden.

In den letzten Jahren setzt er sich für die Gründung des Regionalparks Pegnitz Rednitz Regnitz im Nürnberger Raum ein. Dies wäre der erste bayerische Regionalpark.

 

Nicolas Liebig:
Wald – Wasser – Weide. Augsburger Kulturlandschaftsgeschichten

Nicolas Liebig verdeutlichte als Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Augsburg zunächst die Grundsätze, Aufgaben und Arbeitsweise des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (= Dachverband der deutschen Landschaftspflegeverbände).

Kulturlandschaften sind nach seiner Definition Räume, die durch eine vor- und frühmoderne bäuerliche Nutzung geprägt wurden und noch heute artenreiche Pflanzenformationen und Strukturen aufweisen (Qualitativer Ansatz; siehe Wikipedia).

Die Kulturlandschaft(en) um Augsburg sind geprägt von der Wechselwirkung zwischen der Stadt und dem Umland. Dies schildert Nicolas Liebig an drei Beispielen (Wald – Wasser – Weide):

1) Die südlich der Stadt gelegene Lechheide war bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Sommerweide für Wanderschäfer aus ganz Süddeutschland.

2) Augsburg ist heute der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in Deutschland. Aus Quellen im Augsburger Stadtwald (= Umland) wurde über ein System von künstlichen Fließgewässern Wasser in die Stadt geleitet, das auch heute noch einen wichtigen Beitrag zur Wasserversorgung der Stadt leistet. Ein Schmuckbrunnen, verziert mit vier Flussgöttern verdeutlicht die Bedeutung dieser Stadtwaldbäche. Denn neben den drei natürlichen Gewässern Lech, Wertach und Singold werden auch die Brunnenbäche als Flussgottheit abgebildet.

3) Die Meringer Au vor den Toren Augsburgs war die bekannteste Mastzone für ungarische Ochsen, die in großen Herden entlang der Donau bis nach Süddeutschland getrieben wurden.

(c) Johanna Benz (http://graphicrecording.cool/)

Durch diese Nutzungen gestaltete der Mensch artenreiche Lebensräume. Der LPV Augsburg bemüht sich um den Erhalt dieses Artenreichtums durch verschiedenste Projekte und Maßnahmen. Als Makler unterstützt er Wanderschäfer bei der Kulturlandschaftspflege und Fleischvermarktung, eine eigenständige Webseite verknüpft mit QR-Codes an den Gewässern zeigt deren kulturlandschaftliche Bedeutung und seit 2007 bewirtschaftet der LPV die Umweltstation Augsburg, welche bald ein neues Umweltbildungszentrum erhalten wird.

 

Mike Jessat:
Es muss nicht immer Afrika sein.
Kulturlandwildnis – BIG FIVE in der Bergbaufolgelandschaft

„Am Anfang stand die Unzufriedenheit… Naturkundemuseen sind Sterbebegleiter“.

Dies waren die einleitenden Worte von Mike Jessat, Direktor des naturkundlichen Museums Mauritianum in Altenburg. Die Sammlungen des Museums nahmen bereits 1817 ihren Ursprung und seit 2007 ist das Museum (wieder) in Trägerschaft der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg e.V. (NfGA). Zu diesem Zeitpunkt wurden die musealen Aufgaben Sammeln/Forschen/Bilden um Gestalten erweitert. Mehrere Projekte zur Entwicklung von Natur und Landschaft wurden daraufhin durch das Museum umgesetzt und hierfür ein Netzwerk verschiedener Einrichtungen aufgebaut. Das Zeigen im Museum wird heute durch Aktivitäten des Makelns (Betrieb von drei Natura2000-Stationen) und des Bewirtschaftens (eigener Landwirtschaftsbetrieb mit Projektflächen bei Altenburg, Rudolstadt, Greiz und Zeitz) ergänzt.

(c) Johanna Benz (http://graphicrecording.cool/)

Ziel der meisten Naturschutzprojekte der NfGA ist durch den Einsatz von großen Weidetieren (Big Five: Heckrinder, Wildpferde, Esel, Wisent und Wasserbüffel) die Landschaft wieder in Bewegung zu bringen. Dadurch werden offene Bodenflächen und frühe Sukzessionsstadien immer wieder neu geschaffen, wovon eine Vielzahl stark gefährdeter Arten profitieren.

Aktuell engagiert sich das Museum an der Schaffung eines Biotopverbundsystems durch und für Großweidetiere zwischen den ehemaligen und aktiven Abbauflächen in der Bergbaufolgelandschaft im Süden von Leipzig. Dies erfordert bislang umfangreiche Abstimmungen mit Vertretern von 3 Bundesländern, 3 Landkreisen, 3 Bergämtern, Betreibern, usw. (Makeln). Die Umsetzung muss in kleinen Schritten erfolgen, da viele Flächen noch nicht zur Verfügung stehen. Ein erster Schritt konnte im Thüringer Teil bereits in die Tat umgesetzt werden: Seit 2017 wird eine 170 ha große Weidelandschaft entwickelt. 2019 soll nun die Beweidung mit Taurus-Rindern, Exmoor-Ponys und Wasserbüffeln beginnen.

 

Maria Busse & Nico Heitepriem:
Integratives Kulturlandschaftsmanagement am Beispiel Spreewald

Maria Busse (ZALF Müncheberg) und Nico Heitepriem (Biosphärenreservat Spreewald & Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald) arbeiten gemeinsam in der vom BMBF geförderten Innovationsgruppe ginkoo.

Anders als es der Name vermuten lässt, ist die Kulturlandschaft des Spreewalds vor allem von einer kleinteiligen landwirtschaftlichen Nutzung geprägt. Jedoch fallen gerade die für Naturschutz und Landschaftserleben besonders wertvollen aber schwer bewirtschaftbaren Wiesenstandorte aus der Nutzung. Sukzessions- und Waldflächen haben daher stark zugenommen.

(c) Johanna Benz (http://graphicrecording.cool/)

Das Verbundvorhaben ginkoo sucht daher nach Lösungen wie die Bewirtschaftung dieser Flächen durch neue Strategien der Finanzierung und Verwertung erhalten werden können. Eine Lösungsoption ist die thermische Verwertung des Wiesenheus. Eine andere Lösungsoption ist die verbesserte Finanzierung von Landschaftspflegemaßnahmen durch freiwillige Spenden aus der Bürgerschaft und der Tourismusbranche (Spendenschober/ Wiesenaktie). Für die Realisierung dieser Lösungen waren im Sinne des Makelns Aushandlungsprozesse, Beratungsangebote für Landnutzer sowie vernetzende Aktivitäten erforderlich. Zur Sensibilisierung für die thermische Heunutzung als neue Verwertungsoption, aber auch zur Verdeutlichung der besonderen Bedeutung der Wasserschlagwiesen wurden verschiedene Formate des Zeigens, wie z. B. Naturführungen, Seminare und Ausstellungen realisiert.

Besonderer Gegenstand des Forschungsvorhabens waren Untersuchungen zur Akzeptanz bei Innovationen. Denn ohne Akzeptanz können innovative Ideen nicht umgesetzt werden. Wissen über Akzeptanz ist daher notwendig für die Steuerung von Innovationsprozessen. Wichtige Faktoren und Hintergründe zur Akzeptanz wurden von Maria Busse durch die Auswertung von Interviews zu Pflegeentwicklungspools und zur thermischen Verwertung von Wiesenheu erarbeitet. So lehnte beispielsweise eine kleinere Gruppe der Befragten die thermische Verwertung aus ethischen Gründen ab. Bei der Landschaftspflege spielen hingegen Prozessgerechtigkeit, Vertrauen und Erfahrungen eine maßgebliche Rolle.

Dr. Kenneth Anders: Kulturlandschaft geltend machen –
Zehn Thesen zur Landschaftskommunikation

Als Publizist und Verleger, Leiter des Eberswalder Filmfestes „Provinziale“ und in verschiedenen Forschungsprojekten engagiert sich Dr. Kenneth Anders für vielfältige Formen und Arbeitsweisen zur Beschreibung und Qualifizierung kulturlandschaftlicher Diskurse.

Gemeinsam mit Lars Fischer war er als Büro für Landschaftskommunikation an mehreren FONA-Projekten des BMBF beteiligt und ist Teil der Innovationsgruppe stadt PARTHE land. Neben der Mitwirkung in landschaftsbezogenen Forschungsvorhaben sind Kenneth Anders und Lars Fischer seit vielen Jahren im Oderbruch aktiv. Dort gründeten sie die Akademie für Landschaftskommunikation e.V., die den Oderbuchpavillon als eine Landschaftswerkstatt für eine weitgehend selbstorganisierte Regionalentwicklung betreibt. Seit 2016 leiten sie das Oderbruch Museum Altranft – Werkstatt für ländliche Kultur.

Auf Grundlage ihrer Erfahrungen erarbeitete das Büro zum Kontext der Landschaftskommunikation zehn Thesen, die von Kenneth Anders vorgestellt und erläutert wurden.

Drei Thesen folgen hier als Beispiel:

These 4:
Trotz der ständig nachlassenden Beschäftigung in der primären Landnutzung haben viele Menschen durch ihre persönlichen Aneignungsbeziehungen qualifizierte Sichtweisen auf ihre Landschaft. Diese werden aber durch das Fehlen geeigneter diskursiver Rahmungen nicht als Beiträge für deren Gestaltung aufeinander bezogen. Somit bleiben sie für die Gesellschaft ohne Folgen.

(c) Johanna Benz (http://graphicrecording.cool/)

 

These 6:
Um einen kulturlandschaftlichen Diskurs zu stiften, müssen kontinuierlich Beiträge produziert, gesammelt und im Sinne einer regionalen Selbstbeschreibung aufeinander bezogen werden. Dadurch leistet die Landschaftskommunikation einen Beitrag zur Stärkung der Systemqualität von Kulturlandschaften und fördert die handlungsräumliche Orientierung der Menschen.

These 10:
Über die Landschaft ist unser Verhältnis zur Natur sowie unser soziales Verhältnis zueinander strukturiert. Soll beides gestaltet werden und soll diese Gestaltung als gelingender Prozess erfahrbar werden, sprechen wir von Kulturlandschaft. Kulturlandschaften sind die primäre Gestaltungsaufgabe des Menschen.

 

Podiumsdiskussion

Den Vorträgen folgte eine Podiumsdiskussion, die gleichzeitig den Abschluss der Tagungsveranstaltung am Freitag bildete. Moderiert von Lars Fischer (Büro für Landschaftskommunikation) diskutierten Christina Kretzschmar (Deutscher Verband für Landschaftspflege – Landesverband Sachsen), Rüdiger Dittmar (Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig), Prof. Gerd Aufmkolk (WGF – Beraten, Nürnberg) und Florian Etterer (stadt PARTHE land, TU Dresden) über Kulturlandschaftsmanagement. Mitunter wurde die identifikatorische Kraft von Landschaften diskutiert. Diese Wirkung geht aber auch von Städten aus und kann die landschaftliche räumliche Differenzierung überlagern. Das identifikatorische Potential einer Kulturlandschaft kann auf jeden Fall nicht vorherbestimmt werden, sondern muss bei der praktischen Tätigkeit festgestellt werden.

In jedem Falle gilt es zunächst in der Bevölkerung und bei Entscheidern die Lust zu fördern um die Potentiale von Kulturlandschaften zu nutzen. Hierfür bedarf es allgemein verständlicher Materialien und einladender Formate.

Podiumsdiskussion mit Christina Kretzschmar, Florian Etterer, Lars Fischer (Moderation), Rüdiger Dittmar und Gerd Aufmkolk (v. l. n. r.)

 

Resümee und Ausblick zur Tagung

Kulturlandschaften sind vielfältig. Wie vielfältig bereits das Begriffsverständnis von Kulturlandschaft ist, wurde während der Vorträg und Diskussionen augenscheinlich. Die Definitionen reichten von allgemeinen und wertneutralen bis hin zu selektiven und normativen Perspektiven auf Kulturlandschaft.

Unser Begriffsverständnis von stadt PARTHE land bildet hier eine gute Klammer:
Landschaft ist gegeben. Kulturlandschaft ist gewollt. Kulturlandschaft ist absichtsvoll gestaltete Landschaft und daher mit Werten (Schönheit, Vielfalt, Nachhaltigkeit) aufgeladen. Dazu gehören sowohl historisch geprägte Landschaften, deren Eigenart erhalten bleiben soll, wie auch die absichtsvolle Neugestaltung von Landschaften. Selbst wenn es widersprüchlich erscheint: Wildnisgebiete sind ebenfalls Kulturlandschaft. Denn in unseren intensiv genutzten Regionen, können diese nur entstehen, wenn man sie gezielt zulässt und in diese Entscheidung zahlreiche Akteure einbezieht.

Unser Ordnungsvorschlag zum Kulturlandschaftsmanagement (Makeln – Bewirtschaften – Zeigen) erfuhr aus unserer Sicht allgemeine Zustimmung. Der Begriff des „Makelns“ erzeugt zwar zunächst regelmäßig Irritationen, er erzeugt aber gleichzeitig auch Aufmerksamkeit und findet nach kurzer Erläuterung schnell Zustimmung. Die einfache Gliederung in drei Hauptfelder scheint ebenso eine vollständige Auflistung sämtlicher Aktivitäten eines Kulturlandschaftsmanagements zu ermöglichen.

Ergebnisse und Inhalte der Tagung, werden in einer Publikation zusammengefasst, die voraussichtlich im Herbst 2019 im oekom Verlag erscheinen wird.

(c) Johanna Benz (http://graphicrecording.cool/)

 

Kulturlandschaft ist vielfältig (Johanna Benz, 2019)

 




Brückentag Borsdorf

Infos zum Brückentag am 18. Mai 2019 in Borsdorf




Fachtagung Produktionsintegrierte Kompensation

 

Die Hochschule Anhalt und das Professor Hellriegel Institut e.V. organisierten in Kooperation mit der TU Dresden am 28. März eine Fachtagung zu Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen in Bernburg. Gemeinsam mit ca. 140 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung wurden rechtliche Rahmenbedingungen sowie erfolgreiche Anwendungs- und Umsetzungsbeispiele vorgestellt und diskutiert. Neben den Erfahrugen aus den Erprobungsmaßnahmen im Rahmen von stadt PARTHE land, berichteten Vertreter von Stiftungen, Planungsbüros und Verwaltungen von ihren Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung von PIK.

Das Programm der Tagung gibt es hier als PDF-Download.

Die Erfahrungsberichte aus verschiedenen Bundesländern und Projekten verdeutlichten, dass eine rechtssichere und naturschutzfachlich sinnvolle Realisierung von PIK möglich ist und auch schon praktiziert wird. Es wurde aber auch deutlich, dass es beim Realisierungsumfang im bundesweiten Vergleich erhebliche Unterschiede gibt. Der Erfolg in der Praxis scheint dabei einerseits von den rechtlichen und verfahrenstechnischen Rahmenbedingungen in den verschiedenen Bundesländern, andererseits aber auch von Institutionen abhängig zu sein, die sich in ihren Regionen im besonderen Maße für die Umsetzung von PIK engagieren. Beispielsweise fungiert die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in Teilen Nordrhein-Westfalens als Maßnahmenträger und garantiert in diesem Zusammenhang einerseits die Umsetzung der PIK-Maßnahmen über den geforderten Zeitraum (Stichwort dauerhafte Sicherung) und besitzt andererseits auch eine vermittelnde Rolle zwischen dem Eingriffsverursacher und dem landwirtschaftlichen Unternehmen als Dienstleister. Demgegenüber gibt es beispielsweise in Sachsen und Thüringen bislang nur sehr wenige Umsetzungsbeispiele. So berichtete Catharina Druckenbrod von der Thüringer Landgesellschaft, dass es trotz konkreter Bereitschaft zahlreicher Agrarbetriebe bislang nur in Ausnahmefällen gelang PIK-Maßnahmen umzusetzen.

Die naturschutzfachliche Wirksamkeit verschiedener produktionintegrierter Maßnahmen wurden durch die Ergebnisse von stadt PARTHE land sowie von Annika Schmidt (Hochschule Anhalt) auf Grundlage des Monitorings von mehrjährigen Blühstreifen in Sachsen-Anhalt, eindrucksvoll dargestellt.
Vortrag (Präsentationsfolien) von Sascha Fritzsch und Florian Etterer zum Download (ca. 9 Mb)

Eine für Natur und Landschaft erfolgreiche Umsetzung von PIK erfordert jedoch hinsichtlich der Maßnahmen klar definierte Mindestanforderungen und eine fachliche Begleitung der Landwirte bei der Maßnahmenumsetzung. Diese Aspekte wurden bereits im Eingangsvortrag von Matthias Herbert, Leiter der Außenstelle Leipzig des Bundesamts für Naturschutz (BfN), angesprochen.

Der mitunter erforderliche planerische Aufwand für eine sinnvolle Kombination und Bewertung verschiedener Kompensationsmaßnahmen wurde von Hauke Schrader (WGF Landschaft, Nürnberg) am Beispiel eines Bebauungsplanes in Niederbayern dargestellt.

 

Die Tagung endete mit zwei Diskussionsforen, in deren Rahmen je drei Kurzvorträge erfolgten:
1) Möglichkeiten und Grenzen der praktischen Handhabbarkeit von produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen
2) Smart Farming für die Biodiversität – Möglichkeiten und Grenzen digitaler Technologien im naturschutzfachlichen Monitoring und Management

 

In den kommenden Wochen wird von der Hochschule Anhalt eine umfangreichere Dokumentation zur Tagung veröffentlicht. Wir werden Sie an dieser Stelle darüber informieren.
Darüber hinaus wird im Herbst von stadt PARTHE land eine Arbeitshilfe zu PIK veröffentlicht (kostenlose Onlinepublikation).

Weitergehende Informationen:

Das Tagungspublikum (S. Fritzsch, 2019)




Besichtigung der Biomeiler-Versuchsanlagen in der Annalinde Gärtnerei am 19.03.2019

Besichtigung der Biomeiler-Versuchsanlagen in der Annalinde Gärtnerei am 19.03.2019

am Dienstag, 19. März 2019,
13:00- 15:00 Uhr

Treffpunkt: Annalinde Gärtnerei, Am Güterring 4 in 04318 Leipzig
(Hinweis: Der S-Bahnhof Anger-Crottendorf befindet sich in unmittelbarer Nähe)

Anmeldung bis zum 12.03.2019 bei Sylvia Raubold: sylvia.raubold[at]leipzig.de


 

Der in der Landschafts- und Grünflächenpflege anfallende Grünschnitt ist aufgrund seiner schlechten Vergärbarkeit in Biogasanlagen und seinen ungünstigen Verbrennungseigenschaften bislang überwiegend kompostiert worden. Biomeiler bieten die Möglichkeit, die während des Kompostierprozesses freiwerdende „flammenlose“ Wärme zur Versorgung von Betriebsgebäuden oder Privathäusern zu nutzen. Zugleich kann ein hygienisierter Kompost produziert werden.

Die konzeptionelle Idee zur Einbindung von Biomeilern in regionale Stoff- und Energiekreisläufe sowie zur Nutzung von Reststoffen im Leipziger Raum entstand durch stadt PARTHE land. Im Rahmen des Förderwettbewerbes „Neue Produkte für die Bioökonomie“ fördert ebenfalls das BMBF die Weiterentwicklung des Anlagenkonzeptes. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum arbeitet gemeinsam mit dem Amt für Stadtgrün und Gewässer, der Annalinde gGmbH, dem Erdenwerk LAV Markranstädt und dem Verein Native Power an der weiteren Verbesserung dieses Anlagenkonzeptes. Ziel ist die Entwicklung eines sogenannten Mehrkammerbiomeilers, der sich durch eine einfache Handhabung auszeichnet und durch seine modulare Bauweise eine Anpassung an die kundenspezifischen Wärmebedarfe ermöglicht.
Im September 2018 wurde mit dem Bau mehrerer Versuchsanlagen bei der Annalinde Gärtnerei, Standort Ost, begonnen. Der Betrieb wird durch ein umfangreiches Messprogramm begleitet.

Im Rahmen einer Besichtigung der Versuchsanlagen, werden wir Ihnen die bereits in Praxistests erzielten Ergebnisse vorstellen und einen Ausblick auf die weiteren Planungen und Entwicklungen geben.

Mehr Infos zum Biomeiler finden Sie auf der Webseite der Annalinde gGmbH

Aufbau der Biomeiler im September 2018 (c) Tosten Schmidt-Baum

Fertige Biomeiler auf dem Gärtnereigelände der Annalinde gGmbH (November 2018/ (c) Tosten Schmidt-Baum)




27. Treffen der Innovationsgruppe

27. Treffen der Innovationsgruppe

am 29.11.2018 im Technischen Rathaus Leipzig

Das letzte IG-Treffen des Jahres 2018 fand wie gewohnt im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig statt.

Schwerpunkte des Treffens war das 3. Coaching durch inter3 sowie der Austausch über aktuelle Aktivitäten im Rahmen des Forschungsvorhabens.

Den vollständigen Tagebucheintrag finden Sie hier als PDF-Download.




Fachtagung Produktionsintegrierte Kompensation

Fachtagung Produktionsintegrierte Kompensation

am 28.03.2019
Hochschule Anhalt (Bernburg/Saale)

Unsere Kollegen vom Professor Hellriegel Institut e.V./ Hochschule Anhalt laden am 28. März zu einer Fachtagung zur Produktionsintegrierten Kompensation ein. Neben den Ergebnissen von stadt PARTHE land werden auch die Erfahrungen von verschiedenen Experten aus ganz Deutschland vorgetragen.

Hier gelangen Sie zur Tagungsseite.




Parthelandküche „Werkschau Partheland“ am 16. November 2018

Collage mit Eindrücken der Ergebnisse von stadt PARTHE land

Collage mit Eindrücken der Ergebnisse von stadt PARTHE land

 

Am 16. November fand unsere letzte Parthelandküche in der Naturschutzstation Plaußig statt. Unter dem Titel „Werkschau Partheland“ ließen wir mit ungefähr 30 Gästen und Projektpartnern die vergangenen Jahre Revue passieren und ordneten unsere im Projektverlauf erstellten Produkte den drei Aufgabenbereichen des Kulturlandschaftsmanagements, also dem Makeln, Bewirtschaften und Zeigen zu. An dieser Ergebnisvorstellung beteiligten sich alle Partner von stadt PARTHE land.

Innerhalb von ungefähr 2 Stunden erstellten wir eine Ausstellung mit drei gut gefüllten Tischen, die anschließend noch zwei Wochen in der Naturschutzstation des Zweckverbandes Parthenaue zu besichtigen war.

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Präsentation der Projektergebnisse in der Naturschutzstation Plaussig im Rahmen einer Parthelandküche

 

Die eindeutige Zuordung unserer Produkte war aber nicht immer einfach. Denn selten ist ein Produkt nur einem Aufgabenbereich des Kulturlandschaftsmanagements eindeutig zuzuordnen. Aber letztlich geht es für ein funktionierendes Kulturlandschaftsmanagement auch genau darum: Makeln, Bewirtschaften und Zeigen stehen nicht für sich alleine, sondern müssen miteinander in Beziehung stehen.

Ein gutes Beispiel hierfür stellt das im Rahmen der diesjährigen Sommerschule erstellte Leporello dar: einzelne Seiten sind jeweils unterschiedlichen kulturlandschaftlichen Handlungsfeldern zuzuordnen.

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Das Leporello vor der Parthelandküche der Sommerschule 2018

 

Auf dem Tisch des Bewirtschaftens landeten beispielsweise ein Schaukasten mit Wildbienen aus dem naturschutzfachlichen Artenmonitoring, der symbolisch für den Mehrwert, also die Ernte, von PIK-Maßnahmen stand. Ebenso fand sich dort Saatgut aus der Biotopflächenpflege des Zweckverbands Parthenaue wie auch Schurwolle von Andre Wolfs Schafen ein.

 

Reichhaltig bestückt mit Exponaten war auch der Tisch zum Zeigen. Dazu gehörten zum Beispiel die Produkte aus den Sommerschulen (Exkursionsführer, Broschüre Landschaftskunst fürs Partheland und Brücken über die Parthe, Leporello), wie auch Luftbildaufnahmen zu unseren Erprobungsmaßnahmen, das Material eines Biomeilers, ein Messestand und unsere kulturlandschaftliche Bilanz – ein kritischer Artikel zu den Veränderungen im Partheland.

 

Letztlich gelang es uns auch das Makeln mithilfe verschiedener Produkte zu beschreiben. Zentrales Moment waren für uns in dieser Beziehung die Parthelandküchen im Rahmen von stadt PARTHE land (z.B. Essay zur Bedeutung des Stadtparks, Graphic Recording). Ein erfolgreiches Makeln gelang uns bei der Etablierung extensiver Schafbeweidung auf dem Krumrichsberg. Bewirtschafter versuchen wir außerdem durch die Vermittlung von Tierpatenschaften zu unterstützen. Dass das Makeln, aber auch nicht immer gleich gelingt, verdeutlichten wir durch einen Pappelzweig, der auf die erforderliche aber häufig ausbleibende Pflege von Flurgehölzen hinweist. Im Innovationskonzept stellen wir unsere Empfehlungen für ein Kulturlandschaftsmanagement im Partheland dar. Damit es zu einem nützlichen Dokument für die Praxis wird, befindet sich der Entwurf gerade in der Abstimmung mit den Gremien unserer Praxispartner. Denn gute Pläne und Konzepte gibt es nicht ohne Makeln.

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Die drei entstandenen Tische mit Exponaten: Makeln – Bewirtschaften – Zeigen

 

Besonders erfreulich empfanden wir die Wortmeldungen von Akteuren aus dem Partheland, die weitere wichtige Inhalte anmerkten, Neuigkeiten verbreiteten oder spontan von ihrem Engagement berichteten.

Ein regionales Buffet rundete in schöner Parthelandküchen-Tradition das Programm ab und eröffnete den Rest des Abends für den individuellen Austausch, Fachsimpelei und gemütliches Beisammensein.

Besonders danken möchten wir an dieser Stelle André Wolf, der das Bufett mit Lammfleisch aus seiner Parthelandherde ergänzt hat. Sie können übrigens André Wolf im Rahmen einer Patenschaft unterstützen und so auch Ihren heimischen Tisch bereichern – weitere Infos finden Sie hier.

 

Unsere letzte Parthelandküche war aus unserer Perspektive eine gelungene Zusammenfassung unserer Aktivitäten im Rahmen von stadt PARTHE land. Das Forschungsvorhaben hat aber noch nicht sein Ende erreicht, sondern läuft noch bis Ende August 2019. Bis dahin werden wir uns noch weiter für konkrete Umsetzungsprojekte engagieren, wie z. B. die Umsetzung einer ersten PIK-Maßnahme als Pilotprojekt mit der Stadt Leipzig und am 18. Mai wird mit der Gemeinde Borsdorf noch ein Brückentag organisiert. Einen besonderen Schwerpunkt wird die weitere Bearbeitung des Innovationskonzeptes darstellen. Dessen Endfassung werden wir am 05. April der Vollversammlung vorstellen. Gleich im Anschluss an die Vollversammlung laden wir auch noch zu einer Fachtagung ein. Wir haben also noch viel vor in 2019 und wollen mit unserer Arbeit einen guten Wegstein für die Fortsetzung des Kulturlandschaftsmanagements im Partheland legen.

 

 




Weidepatenschaften

Tierpatenschaften im Partheland

Die Wiesen und Weiden im Partheland sind etwas ganz Besonderes. Sie bilden ein immergrünes Band entlang des Flüsschens und sind Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das Grünland ist auch ein wesentlicher Grund, warum die Parthenaue als FFH-Gebiet geschützt ist. Aber die Artenvielfalt ist bedroht: Denn eine extensive, naturschutzorientierte Bewirtschaftung ist heute wegen der zu geringen Marktpreise für Fleisch, Milch oder Wolle einfach nicht mehr rentabel.

Die Folge: Entweder werden die Flächen deutlich intensiver bewirtschaftet, oder sie werden gar nicht mehr bewirtschaftet und verwildern. Beides führt zu einem Verlust der Artenvielfalt.

 

Aber es gibt dennoch Menschen, die trotz der widrigen Rahmenbedingungen eine naturschonende und tierwohlorientierte Bewirtschaftung betreiben. Einer von ihnen ist André Wolf. Mit seiner kleinen Schafherde beweidet er überwiegend kleine Flächen und setzt sich für den Erhalt bedrohter Nutztierrassen ein. Durch den schonenden Verbiss, geringe Trittschäden sowie den Transport von Samen in Fell und Kot, sind Schafe ideale Biotop- und Landschaftspfleger. Darüber hinaus bereichert ihr Anblick die Kulturlandschaft und so eine Herde zu beobachten ist nicht nur für Kinder ein besonderes Erlebnis.

 

Dieser Mehrwert für die Kulturlandschaft muss sich lohnen und daher wollen wir diese Nutzungsweisen durch Patenschaften für Weidetiere fördern. Momentan können wir nur Patenschaften für Schafe von André Wolf anbieten. Geplant sind aber auch Patenschaften bei weiteren Tierhaltern für Rinder, Schafe und Gänse, wobei je nach Tierart auch eine anteilige Patenschaft (z.B. ein 1/8 Rind) möglich ist.

 

Von einer solchen Patenschaft profitieren gleich vier Parteien:

  1. Zum einen die Kulturlandschaft, deren Artenreichtum und Erlebbarkeit gefördert wird.
  2. Zum anderen aber auch die Weidetiere selbst, da diese in artgerechter Art und Weise ein friedliches Leben auf der Weide bestreiten dürfen.
  3. Natürlich profitieren auch die Tierhalter durch Finanzierung und Planungssicherheit.
  4. Letztlich profitiert auch der Pate selbst: Denn nach einer angemessenen Zeit, in welcher man das Tier beim Aufwachsen innerhalb seiner Herde beobachten kann, werden die Tiere möglichst stressfrei ohne große Transportwege geschlachtet und je nach Größe auf eine bestimmte Zahl von Paten aufgeteilt. So erhält man sein eigenes Fleisch von einem Tier, dessen Herkunft man kennt und sich sicher sein kann, dass dieses unter den bestmöglichen Umständen gehalten worden ist. Natürlich ist es aber auch möglich, die Patenschaft für ein Tier zu übernehmen, das nicht für die Fleischproduktion geschlachtet wird.

 

Interessenten an einer Weidepatenschaft für Schafe im Partheland melden sich bitte direkt bei André Wolf:

parthelamm[at]posteo.de
0157 73227535

 

 

 

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André Wolf mit Nachwuchs

Patenschaft für ein Partheschaf:
Weitere Infos zur Patenschaft für Partheschafe von André Wolf

Gemeinsam mit André Wolf haben wir Fragen und Antworten zusammengestellt um näher zu beschreiben wie denn so eine Patenschaft funktioniert.

 

Was ist das Besondere an Andrés Schafen?

Andrés Herde ist ziemlich klein. Aktuell gehören zu ihr 21 Leineschafe und 38 Skudden. Dazu kommen dann pro Jahr noch 50 Lämmer. Es handelt sichum sehr robuste Rassen, die das ganze Jahr im Freien verbringen. Beide Rassen sind mittlerweile selten geworden und insbesondere die Leineschafe sind akut vom Aussterben bedroht. Die Herde weidet auf verschiedenen Flächen entlang der Parthe. Momentan beweiden sie 6 Flächen an der Parthe zwischen Schönefeld und Plaußig, also insgesamt 10-12 Hektar. Der regelmäßige Wechsel der Flächen schont die Vegetation und durch die sogenannte Trift, also den Wechsel auf eine andere Fläche, werden mit den Schafen auch Samen und Insekten zwischen den Flächen ausgetauscht.

Weitere Infos:

Gibt es Patenschaften für Schafe, die nicht geschlachtet werden?

Ja, auch das ist möglich.
Zum Beispiel kann man auch für Mutterschafe eine Patenschaft übernehmen.

Diese Tiere bleiben so lange am Leben, wie es ihr Gesundheitszustand erlaubt. Ihre Patenschaft ist also eine Form von Altersrente. Wenn die Tiere aber aufgrund von Krankheit oder schwerer Verletzung nur noch leiden, dann entscheidet der Schäfer, ob eine Tötung des Tieres erforderlich ist. Für diesen Fall wird mit den Paten einvernehmlich geklärt, ob das Tier der Tiermittelbeseitigung zugeführt oder begraben wird. In vielen Kulturen ist es beispielsweise Tradition auf dem Grab eines verstorbenen Haustieres einen Baum zu pflanzen.

Was kostet die Patenschaft?

Mit Fleischanteil:

  • 120 € für ein halbe Skudde
  • 140 € für ein halbes Leineschaf

„Altersrente“ (keine Schlachtung)

  • 60€/ Jahr

Bin ich alleiniger Pate?

Die Patenschaften mit Fleischanteil sind für ein halbes Schaf kalkuliert. Für den doppelten Preis können Sie aber auch die Patenschaft für ein ganzes Schaf übernehmen. Im Moment wissen wir noch nicht wie viele Tierpaten sich finden werden. Zunächst wird jedes Tier nur mit einem Paten belegt. Erst wenn die Zahl der Paten die Zahl der Tiere übersteigt, werden für ein Tier auch zwei Patenschaften übernommen.

Wie lange dauert eine Patenschaft?

Für Lämmer, die geschlachtet werden, dauert die Patenschaft 9 bis 12 Monate. Die Lämmer kommen im Frühjahr zur Welt und werden ab Herbst geschlachtet.

Wenn sie nicht geschlachtet werden, leben Schafe mehrere Jahre. Bei einer Patenschaft ohne Schlachtung wird die Patenschaft für mindestens ein Jahr vereinbart und kann bis zum Ableben des Tieres verlängert werden.

Wo und wie kann ich eine Patenschaft abschließen? An wen geht das Geld? Wann muss ich bezahlen?

Die Patenschaften werden direkt mit dem Tierhalter, also André Wolf, vereinbart und auch bei ihm bezahlt. Mit der Patenschaft sichern Sie den Fortbestand der extensiven Schafbeweidung und tragen beim Leineschaf auch zum Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Nutztierrasse bei. Die Patenschaften geben André Wolf zudem den finanziellen Spielraum, um seine Schafe resistenter gegen Wurmparasiten zu machen. Dadurch wird der Einsatz von Anthelmintika in der Tierhaltung reduziert. Dabei handelt es sich um ein sehr starkes Medikament, das bei Überdosis für ein Schaf neurotoxisch wirken kann.

Der Patenschaftsanteil ist zu Beginn der Patenschaft zu zahlen.

Schafe auf dem Krumrichsberg

Skudden auf dem Krumrichsberg

Darf ich mein Schaf selber aussuchen? Hat es einen Namen bzw. darf ich ihm einen Namen geben?

Ja, das sollte gehen. Auch über die Namensgebung kann man sich gemeinsam mit dem Schäfer einigen.

Bei Schafen ist es im Übrigen gängig, dass sie ihren Namen aufgrund besonderer Eigenschaften erhalten. Ein Schaf hat André zum Beispiel „Gartenfee“ genannt, weil es sich im Schönefelder Kirchgarten am Liebsten an einer besonders schönen Stelle aufhielt.

Was passiert, wenn mein Patenschaf frühzeitig verstirbt?

Leider sind Krankheiten und Unfälle nie ausgeschlossen. Es kommt immer wieder vor, dass ein Tier durch unvorhersehbare Umstände stirbt. Dies kann auch bei einen Patentier geschehen.

In diesem Fall wird der Pate unverzüglich über den Tod des Tieres informiert. Er kann dann entscheiden, ob er die Patenschaft für ein anderes Tier übernimmt. Für diesen Fall werden einige Lämmer zurückgehalten und nicht mit einer Patenschaft belegt. Dadurch kann dann auch der zugesicherte Fleischanteil garantiert werden. Sofern man auf die Übernahme eines neuen ersatzweisen Patentieres und damit auch auf einen Fleischanteil verzichtet, beläuft sich die Patenschaft auf 30 €. Auf dringlichen Wunsch kann auch eine Rückerstattung stattfinden.

Werde ich regelmäßig über die Herde und mein Patenschaf informiert?

Ja. Pro Saison werden 3-4 Newsletter versandt. Die Versendung erfolgt unregelmäßig und orientiert sich an besonderen Ereignissen wie zum Beispiel der Geburt der Lämmer oder den Wechsel auf eine andere Weidefläche.

Gibt es einen Patentag?

Ja. Mindestens einmal pro Jahr wird es einen Tag speziell für alle Paten geben. Dieses Treffen wird in gemütlicher Atmosphäre mit Lagerfeuer stattfinden und dient dem gegenseitigen Kennenlernen und natürlich dem Austausch über die Schäferei.

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Leineschafe im Pfarrgarten Schönefeld

Wann darf ich mein Schaf besuchen?

Die Schafherde darf jederzeit besucht werden. Hierfür werden die Paten regelmäßig über den Aufenthaltsort der Schafe informiert.

Darf ich meinem Schaf etwas zu Fressen mitbringen?

Ja. Schafe essen z.B. gerne Möhren. Aber was bekommen dann die anderen?

Ein Schaf einzeln zu füttern ist außerdem schwer.

Bitte bringen Sie aber nur kleine Portionen zum Fressen mit. Die Tiere weiden teilweise auf Flächen, die aus Naturschutzgründen möglichst mager bleiben sollen.

Wann bekomme ich das Fleisch? Wieviel bekomme ich und wie ist es verpackt?

Die Schlachtung der Tiere erfolgt in der Herbst-/ und Winterzeit. Die Tiere werden zerlegt und das Fleisch vakuumiert.

Bei einer halben Skudde kann man von einem Paket von 4-6kg incl. Knochen ausgehen.

Bei einem halben Leineschaf sind es 8-10kg.

Bekomme ich auch die Wolle?

Die Wolle gewinnt man von Mutterschafen. Lämmer werden noch nicht geschoren.

Wer aber Interesse hat, kann von André gerne auch Wolle erhalten.

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Agroforst traditionell: Streuobst und Schafbeweidung

Darf man bei wichtigen Ereignissen wie dem Scheren dabei sein?

Ja natürlich. Transparenz ist André sehr wichtig und er will die Paten an möglichst vielen Aktivitäten rund um die Schafhaltung teilhaben lassen.

Kann/ muss ich mithelfen?

Die tatkräftige Unterstützung des Schäfers ist nicht erforderlich. Jedoch ist André über helfende Hände dankbar und kann bei verschiedenen Tätigkeiten unterstützt werden.

Menschen, die noch keine Erfahrung mit Schafen haben, können André bei folgenden Tätigkeiten unterstützen:

  • Weidepflege am Krumrichsberg: Hier muss die Verbuschung durch Brombeeren und anderes Gestrüpp immer wieder zurückgerdrängt werden.
  • Alltägliche Kontrolle von Schafen und Koppelzaun
  • Das Tränken der Tiere (Versorgung mit Wasser)
  • Schafe zuführen beim Klauen schneiden und bei der Schafschur
  • Herde von einer Fläche zur anderen triften (Viehtrieb)

Sofern die Schafherde noch vergrößert werden kann, wäre auch eine gemeinsame Heuwerbung möglich. Bei allen Tätigkeiten erfolgt zunächst eine Einweisung durch André. Wer regelmäßig mithilft, kann sich dann auch noch bei anderen Aktivitäten einbringen.

Werde ich als Pate öffentlich genannt?

Nur wenn Sie das auch wollen. Möglich ist beispielsweise ihre Nennung im Internet. Dies erfolgt jedoch nur mit Ihrem Einverständnis.

Kann ich für die Patenschaft eine Spendenquittung erhalten?

Aktuell ist das noch nicht möglich. Bei ausreichendem Interesse und Unterstützung würde André Wolf gerne einen Verein zur Förderung der Resistenzzucht gründen. Darüber wären dann auch Spendenquittungen ausstellbar.

Bekomme ich eine Patenurkunde?

Ja. Gerade arbeiten wir hierfür noch an einem Entwurf.

 

 

Noch Fragen? Dann melden Sie sich bitte bei uns. Denn diesen Fragenkatalog werden wir gerne noch komplettieren.

Mail to: florian.etterer[at]tu-dresden.de

 

 




Abschlusstagung Kulturlandschaftsmanagement

Abschlusstagung Kulturlandschaftsmanagement: Makeln, Bewirtschaften, Zeigen

Seit nunmehr 4 Jahren widmet sich „stadt PARTHE land“ am Beispiel des Parthelandes den besonderen Herausforderungen von Stadt-Umland-Räumen. Die Zeit verging wie im Flug und das Projekt wird 2019 die Ziellinie überqueren.

© Johanna Benz www.graphicrecording.cool

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Aus diesem Grund soll am 05. April unser Entwurf des Kulturlandschaftsmanagements – konkretisiert durch die bekannten Themenfelder „MAKELN“, „BEWIRTSCHAFTEN“ und „ZEIGEN“ – im Rahmen einer Abschlusstagung noch einmal zusammenfassend Thema sein.

MAKELN umfasst sämtliche Aktivitäten des Aushandelns kulturlandschaftlicher Zusammenarbeit. Als Makler agiert das Kulturlandschaftsmanagement zwischen den Einzelinteressen von Eigentümern, Bewirtschaftern, Fachbehörden und engagierter Bürgerschaft. Zu seinen Aufgaben gehört es, sowohl als Vermittler aufzutreten um Kompromisse zu erwirken, wie auch beratend und unterstützend tätig zu sein.

Ein erfolgreiches Kulturlandschaftsmanagement sollte außerdem selbst Ressourcen in der Landschaft BEWIRTSCHAFTEN. Diese Ressourcen können sehr unterschiedlich sein: Es kann sich bei ihnen um eigene Flächen, um Biomasse aus der Region oder um bestimmte Landschaftselemente handeln. Selbst eine Investition in die Kommunikation mit interessierten Bewohnern, ist aus unserer Sicht eine wirtschaftende Tätigkeit. Denn die Öffentlichkeit ist eine Ressource, die immer wieder neu hergestellt und aktiviert werden muss.

Letztlich muss ein Kulturlandschaftsmanagement auch ZEIGEN, was die Landschaft auszeichnet und was mit ihr geschieht. Welche Prozesse prägen die Landschaft? Welche positiven und negativen Entwicklungen resultieren daraus? Das Kulturlandschafts­management muss daran arbeiten, dass sich möglichst viele Menschen für ihre Landschaft interessieren, ihre Schönheit bewerten, ihr Arteninventar kennen, Veränderungen wahrnehmen und ihre zweckmäßige Nutzung befördern. Zeigen umfasst daher viel mehr als einfache PR-Arbeit oder Werbung.

Dabei wollen wir jedoch nicht nur die Ergebnisse des Forschungsvorhabens vorstellen und diskutieren, sondern auch einen Blick über den Tellerrand hinauswerfen und deutschlandweiten Erfahrungen aus verwandten Projekten und Regionen eine Stimme geben. Dazu werden Vertreter und Experten aus dem Bundesgebiet über ihre Perspektiven auf Kulturlandschaftsmanagent referieren. Die Übertragbarkeit des Innovationskonzeptes wird damit in den Fokus gerückt. Zum Ende der Veranstaltung sind Sie zur Diskussion eingeladen.

Ergänzt wird das Programm durch zwei am 06. April und 07. April stattfindende Vor-Ort-Termine – einer Exkursion und einem Spaziergang in Leipzig. Die praktisch umgetzten Maßnahmen im Partheland werden dabei durch die Projektpartner anschaulich gezeigt und erklärt.

Unterstützt werden wir bei der Organisation der Tagung durch den Arbeitskreis Landschaftskultur der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL).

Veranstaltungsort: Mediencampus Villa Ida
Poetenweg 28
04155 Leipzig

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26. Treffen der Innovationsgruppe vom 23.10.2018

26. Innovationsgruppentreffen: Parthelandküche Werkschau Partheland: Zeigen-Makeln-Bewirtschaften, Innovationskonzept und Abschlusstagung 2019

Am 23.10. versammelte sich die Innovationsgruppe zur Abstimmung: im Fokus stand die abschließende Parthelandküche Werkschau Partheland „Zeigen-Makeln-Bewirtschaften“ am 16. November, sowie die Weiterbearbeitung des Innnovationskonzeptes und die wissenschaftliche Abschlusstagung am 05. April 2019, die um 2 Exkursionen und Ausflüge am 06. und 07. April ergänzt werden wird.

Einen umfangreicheren Tagebucheintrag zur Besprechung finden Sie hier.




Monitoringbericht Produktionsintegrierter Maßnahmen (PIK) 2015 – 2017

Monitoringbericht Produktionsintegrierter Maßnahmen (PIK) 2015 – 2017

Ein Schwerpunkt von stadt PARTHE land ist die Erprobung und Einführung neuer Ansätze zur Kompensation von Eingriffen in Natur & Landschaft –  sogenannten Produktionsintegrierten Maßnahmen (PIK).

Auf Flächen zweier konventioneller Landwirtschaftsbetriebe und einem Biolandbaubetrieb wurden zwischen Ende 2014 und Anfang 2016 Erprobungsflächen mit unterschiedlichen Maßnahmetypen angelegt und naturschutzfachliche Ziele definiert. Zur Prüfung der Wirksamkeit und der ggf. notwendigen Anpassung der Maßnahmen bzw. Realisierung notwendiger Pflegemaßnahmen wurde eine begleitende Erfolgskontrolle durchgeführt.

Die Ergebnisse der Erfolgskontrolle – bestehend aus Durchführungs- und Entwicklungskontrolle – aus den Jahren 2015, 2016 und 2017 sind nunmehr übersichtlich in einem Monitoringbericht zusammengefasst verfügbar.

Diesen können Sie hier downloaden.




Entwurf Innovationskonzept (27.06.2018)

Entwurf Innovationskonzept (27.06.2018)

Bereits zur Parthelandküche am 12.04.2018 war unser Innovationskonzept Diskussionsgegenstand und auch die diesjährige stadt PARTHE land – Vollversammlung setzte sich intensiv damit auseinander.

Hier stellen wir der Öffentlichkeit nun eine leicht aktualisierte Zusammenfassung als PDF-Download zur Verfügung.
Für den kurzen Überblick: Kurze Erläuterung der drei Begriffe MAKELN – BEWIRTSCHAFTEN – ZEIGEN

Hinweise und Anregungen zum Innovationskonzept nimmt die TU Dresden (florian.etterer[at]tu-dresden.de) entgegen.

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stadt PARTHE land – Vollversammlung 2018

stadt PARTHE land – Vollversammlung 2018

Am 04. Mai 2018 fand im Rittergutsschloss Taucha die 3. stadt PARTHE land – Vollversammlung statt.

Zentraler Teil der Veranstaltung war die Vorstellung und Diskussion des aktuellen Entwurfs zum Innovationskonzept.
Dieses ist eine Handlungsempfehlung für die längerfristige Umsetzung des Kulturlandschaftsmanagements im Partheland, also weit über das Laufzeitende von stadt PARTHE land hinaus.

Zusammenfassung des Innovationskonzeptentwurfs vom 27.06.2018 als Download (PDF)

Für den schnellen Überblick: Kurze Erläuterung der drei Begriffe MAKELN – BEWIRTSCHAFTEN – ZEIGEN

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Darüber hinaus wurde der aktuelle Arbeitsstand des Forschungsvorhabens vorgestellt und Marco Stegemann, Regionalkoordinator des DVL-Landesverbands Sachsen für den Landkreis Leipziger Land referierte über die Möglichkeiten der Neugründung eines Landschaftspflegeverbands im Leipziger Umland.

Die Vorträge zur Vollversammlung stehen hier zum Download:

1) Eingangsvortrag: Kulturlandschaftsmanagement im Partheland (Florian Etterer)

2) Makeln – Bewirtschaften – Zeigen am Beispiel der Landschaftspflegeverbände (Marco Stegemann)

3) Ausblick (Torsten Wilke)

 

Hier finden Sie den vollständigen
Tagebucheintrag zur Vollversammlung 2018

 

Diskussionsrunde zum Arbeitsfeld ZEIGEN

Diskussionsrunde zum Arbeitsfeld ZEIGEN




Feldtag Produktionsintegrierte Kompensation 2018

Feldtag Produktionsintegrierte Kompensation am 12. Juni 2018

Ein Schwerpunkt von stadt PARTHE land ist die Erprobung und Einführung neuer Ansätze zur Kompensation von Eingriffen in Natur & Landschaft –  sogenannten Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen (PIK).

Dieser Ansatz bietet aus unserer Sicht neue Kooperations­möglichkeiten zwischen Naturschutz und Landwirtschaft, in dem naturschutzfachlich wertvolle Flächen inmitten der laufenden landwirtschaftlichen Produktion entstehen können.

Gemeinsam mit Agrarbetrieben wurden seit 2015 verschiedene Maßnahmen an unterschiedlichen Standorten angelegt und gepflegt. Am 12. Juni 2018 luden wir nach 2017 zum zweiten Mal zu einem Feldtag ein, um an verschiedenen Praxisbeispielen die Potentiale und Herausforderungen von PIK mit Vetretern der Landwirtschaft, Behörden und Interessierten zu diskutieren.

Dieses Jahr fand der Feldtag auf den Flächen des Bio-Landwirtschaftsbetriebes Wassergut Canitz GmbH statt. Seit 2017 steht der Betrieb stadt PARTHE land als wertvoller Kooperationspartner zur Seite.

Nach einer kurzen Einführung erfolgte für die 25 Teilnehmer*innen eine Vorstellung von mehreren, unterschiedlichen Blühstreifen, die sich sowohl hinsichtlich ihrer Saatgutmischungen, als auch in angepassten Pflegerhythmen und dem Erreichen ihres Endzustandes unterschieden. Dabei wurde nicht nur auf die glänzenden Beispiele eingegangen, sondern bewusst auch Solche in Augenschein genommen, deren Anlage aufgrund der diesjährigen Frühjahrstrockenheit nicht vollständig gelingen konnte.

Impressionen von den Erprobungsflächen:

Schlagteilender Blühstreifen: beide Abschnitte wurden mit der rebhuhnfreundlichen Göttinger Mischung eingesät. Der rechts zu sehende Teilbereich stammt aus dem vorherigen Jahr ((c) stadt PARTHE land 2018).

Blühstreifen auf der Sonnenseite einer Baumhecke: deutlich sichtbar unterscheiden sich die Ausprägungen der gleichen Saatgutmischung ((c) stadt PARTHE land 2018).

Blühstreifen auf der Sonnenseite einer Baumhecke: deutlich sichtbar unterscheiden sich die Ausprägungen der gleichen Saatgutmischung ((c) stadt PARTHE land 2018).

Blühstreifen auf der Schattenseite einer Baumhecke: deutlich sichtbar unterscheiden sich die Ausprägungen der gleichen Saatgutmischung ((c) stadt PARTHE land 2018).

Blühstreifen auf der Schattenseite einer Baumhecke: deutlich sichtbar unterscheiden sich die Ausprägungen der gleichen Saatgutmischung ((c) stadt PARTHE land 2018).




Landschaftsbildung fürs Partheland? – Das Partheland im Leporello (Sommerschule & Parthelandküche)

Landschaftsbildung fürs Partheland?                                                          Das Partheland im Leporello.

Eine Sommerschule zur Parthenaue
und die neunte Parthelandküche.

Im Rahmen einer Sommerschule vom 13. bis 18. Mai 2018 erarbeiteten Studierende der TU Dresden (Bachelor- und Masterstudiengang Landschaftsarchitektur) gemeinsam mit der Klasse 12a der Freien Waldorfschule Leipzig eine Ausstellung zu ihrer Kulturlandschaft in Form eines großen Leporellos. Dabei folgten sie dem jungen Konzept der Landschaftlichen Bildung, welches dazu beitragen soll, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Raum bei Kindern und Erwachsenen zu vertiefen.

Nach einer thematischen Einführung am Sonntagabend und Montagmorgen wurde das Partheland erkundet und verschiedene Interviews geführt – vielen Dank an dieser Stelle an all unsere Gesprächspartner*innen! Anschließend wurden die gewonnenen Eindrücke systematisiert, strukturiert und zusammengefasst, damit am Mittwoch gemeinsam an der Gestaltung der Leporello-Seiten gearbeitet werden konnte.

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Am Donnerstag war es dann soweit: im Rahmen der 9. Parthelandküche wurde in der Aula der Freien Waldorfschule Leipzig das Leporello präsentiert. Wie immer bei unseren Parthelandküchen kam auch die kulinarische Komponente nicht zu kurz: dieses Mal erfreuten Köstlichkeiten der Küche der Waldorfschule den Gaumen.

Eine umfangreiche Dokumentation der Parthelandküche finden Sie hier.

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Nachlese:

Im Nachgang wird das entstandene Leporello von den Studierenden endgültig fertiggestellt und dem Zweckverband Parthenaue übergeben.

Unterdessen wurde eine Broschüre zusammengestellt, die neben dem Erarbeitungsprozess des Leporellos auch sämtliche geführten Interviews in Transkription, sowie Interpretationen jeder Leporello-Seite der jeweilig Gestaltenden beinhaltet. Nicht zu kurz kommen auch die lyrischen Resonanzen, die zur Präsentation zu hören waren…

Die Broschüre ist hier online verfügbar. (Dateigröße ca. 9MB)




24. Treffen der Innovationsgruppe vom 27.03.2018

24. Innovationsgruppentreffen: Parthelandküchen 2018, Innovationskonzept und Vollversammlung

Am 27.03. tagte die Innovationsgruppe im Technischen Rathaus Leipzig. Vordergründige Themen dabei waren die anstehende Parthelandküche „Aktiv für’s Partheland“, der Arbeitsstand des Innovationskonzeptes und die Vorbereitung der Vollversammlung am 04. Mai.

Einen umfangreicheren Tagebucheintrag zur Besprechung finden Sie hier.




25. Treffen der Innovationsgruppe vom 24.05.2018

25. Innovationsgruppentreffen: bisherige Parthelandküchen 2018, Innovationskonzept und Abschlusstagung 2019

Am 24.05. tagte die Innovationsgruppe in kleinerer Runde. Besonders im Fokus standen die vergangenen Parthelandküchen „Aktiv fürs Partheland“ und „Landschaftliche Bildung“, sowie die Weiterbearbeitung des Innnovationskonzeptes. Last but not least wurden erste Schritte hinsichtlich der Abschlusstagung von stadt PARTHE land im Frühjahr 2019 getan.

Einen umfangreicheren Tagebucheintrag zur Besprechung finden Sie hier.




Aktiv für’s Partheland

AKTIV FÜR´S PARTHELAND

Unsere 8. Parthelandküche: Podiumsdiskussion zum Entwurf des Innovationskonzepts mit Bürgerinnen und Bürgern, die sich für den Erhalt und die Gestaltung des Parthelandes engagieren

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Am 12. April 2018 fand im Rittergut in Taucha unsere achte Parthelandküche statt. Unter dem Titel „Aktiv für´s Partheland“ haben wir Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die sich für den Erhalt und die Gestaltung des Parthelandes engagieren oder bisher auch nur interessieren, um über den ersten Entwurf des Innovationskonzeptes für ein Kulturlandschaftsmanagement für diese einzigartige Landschaft zu diskutieren. Gut 20 Menschen folgten der Einladung, darunter waren unter anderem ehrenamtliche Naturschützer, Vertreter des Zweckverbandes Parthenaue, Vertreter von Kommunen, Landbesitzer, ein Schäfer und natürlich die Mitglieder der Innovationgruppe von stadtPARTHEland. Leider fand kein größerer Landwirt den Weg nach Taucha, und damit fehlte eine wichtige Stimme, hinsichtlich der Spielräume für eine zukünftige Gestaltung der Kulturlandschaft.

© Johanna Benz www.graphicrecording.cool

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Im Zentrum der Diskussion standen die Begriffe MAKELN, BEWIRTSCHAFTEN und ZEIGEN. Sie kennzeichnen die drei zentralen Handlungsfelder, die durch ein Kulturlandschaftsmanagement aus unserer Sicht zu bearbeiten sein werden, um all jene Akteure im Landschaftsraum zu stärken, die die Landschaft gemeinsam erhalten und gestalten wollen.

Gestärkt durch eine Panitzscher Brotzeit, die Michael Berninger von Culturtraeger mit Zutaten aus der Region angerichtet hatte, starteten wir mit einem Vortrag von Bernd Hoffmann über die Naturschutzstation Plaußig. Er gab einen Eindruck von der Naturschutzarbeit, die dort lange Jahre geleistet wurde. So schien beispielhaft ein Aspekt auf, der im Handlungsfeld ZEIGEN aufzunehmen und zu entwickeln wäre.

Die anschließende kleine Podiumsdiskussion mit Bürgermeister Ludwig Martin aus Borsdorf, Heiko Thonig von der NABU Regionalgruppe Partheland und Thomas Schade vom Verein Parthelandwiesen e. V., der mit Galloway-Rindern auf einer Wiese an der Parthe bei Taucha Landschaftspflege betreibt, kreiste schnell um die Frage, was ein Kulturlandschaftsmanager alles begleiten, beraten, vermitteln, selber tun, anregen: kurz makeln, zeigen und bewirtschaften müsste. So viel es den Anwesenden nicht schwer in die Diskussion einzustimmen und den Kanon der Herausforderungen zu ergänzen.

Für die Innovationsgruppe stadt PARTHE land zog Koordinator Florian Etterer folgendes Fazit:

„Kurz gesagt: Es war eine sehr gelungene Veranstaltung und die Diskussion war einerseits eine Bestätigung, dass ein Kulturlandschaftsmanagement gebraucht wird und anderseits, dass wir uns mit unseren Überlegungen auf dem richtigen Weg befinden. Der Rahmen war gut gesteckt und der kleine Kreis anwesender Personen trug zur Förderung der Diskussion bei.

Unsere Gliederung des Aufgabenprofils für ein Kulturlandschaftsmanagement in die drei Felder MAKELN – BEWIRTSCHAFTEN – ZEIGEN war für die Teilnehmer der Podiumsdiskussion nachvollziehbar und auch vollständig… Einigkeit herrschte darüber, dass ein Kulturlandschaftsmanagement das Engagement in der Bevölkerung unterstützen und fördern muss. Es kann und darf aber nicht den Aktiven ihr Engagement, ihr Tätigkeitsfeld streitig machen… Es wurde auch deutlich, dass die Handlungsspielräume in der Landschaft insgesamt eng sind und das ein Kulturlandschaftsmanagement diese im Sinne eines „Anwalts der Kulturlandschaft“ möglichst effektiv ausnutzen muss.“

© Johanna Benz www.graphicrecording.cool

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Die gesamte Diskussion haben wir von der Zeichnerin Johanna Benz grafisch begleiten lassen in der Hoffnung, dass sich Motive finden lassen, mit denen die Herausforderungen eines Kulturlandschaftsmanagements in der Öffentlichkeit mit Spaß und Esprit kommuniziert werden können. Denn die Diskussion in Taucha war erst der Anfang, das Innovationskonzept für ein Kulturlandschaftsmanagement im Gespräch mit den Akteuren zu schärfen. Einige der Motive stehen daher als Anregung im Tagebucheintrag.

 

Lars Fischer, April 2018

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Links:

Graphic Recording: Sämtliche Zeichnungen von Johanna Benz

Makeln – Bwirtschaften – Zeigen: Kurze Erläuterung der drei Begriffe

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23. Treffen der Innovationsgruppe vom 06.02.2018

23. Innovationsgruppentreffen: Aktuelles, Parthelandküchen 2018 & Innovationskonzept

Am 06.02. tagte die Innovationsgruppe zum ersten Mal im Jahr 2018. Neben dem Austausch zu laufenden Aktivitäten und der Vorbereitung der Parthelandküchen 2018 wurden vor allem die aktuellen Arbeiten zum Entwurf des Innovationskonzepts thematisiert.

Der Innovationskonzept-Entwurf wird bis Anfang April fertiggestellt und daraufhin an die Mitglieder der Vollversammlung zur weiteren Abstimmung verteilt.

Einen umfangreicheren Tagebucheintrag zur Besprechung finden Sie hier.




Feldtag PIK 2018

Ein Schwerpunkt von stadt PARTHE land ist die Erprobung und Einführung neuer Ansätze zur Kompensation von Eingriffen in Natur & Landschaft –  sogenannten Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen (PIK).

Dieser Ansatz bietet aus unserer Sicht neue Kooperations­möglichkeiten zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.

Gemeinsam mit Agrarbetrieben werden seit 2015 verschiedene Maßnahmen an unterschiedlichen Standorten angelegt und gepflegt.

Am 12. Juni 2018
laden wir um 13.00 Uhr zu einem Feldtag ins Wassergut Canitz ein,
um an verschiedenen Praxisbeispielen die Potentiale und Herausforderungen von PIK zu diskutieren.

 

Das Wassergut Canitz ist ein Bioland-Betrieb in der Muldenaue zwischen Wurzen und Eilenburg. Es handelt sich um ein Tochterunternehmen der Leipziger Wasserwerke.

Bereits 2017 organisierten wir einen Feldtag, zu dem wir die Erprobungsmaßnahmen auf den Betriebsflächen der Saat-Gut Plaußig Voges KG besichtigten.

Tagebucheintrag zum Feldtag PIK 2017

Einjähriger Blühstreifen zur Schlagteilung im Wassergut Canitz ((c) stadt PARTHE land, 2017)

Einjähriger Blühstreifen zur Schlagteilung im Wassergut Canitz ((c) stadt PARTHE land, 2017)




stadt PARTHE land Vollversammlung 2018

Bereits zum Dritten Mal werden wir einem ausgewähltem Gremium aus der Region den aktuellen Arbeitsstand unseres Forschungsvorhabens stadt PARTHE land vorstellen und darüber diskutieren.

Schwerpunkt der diesjährigen Vollversammlung wird die Diskussion des Entwurfs zum Innovationskonzept darstellen. Im Innovationskonzept werden die Ergebnisse unseres Forschungsvorhabens zusammenfassend dargestellt und aufbereitet. Darüber hinaus soll das Innovationskonzept für die Region eine längerfristige Arbeitsanleitung für die Zeit nach dem Forschungsvorhaben darstellen.

Das Innovationskonzept wird Anfang April an die Teilnehmer der Vollversammlung verteilt. Einen ersten Vorgeschmack auf dessen Inhalte bietet der Tagebucheintrag zum 21. Treffen der Innovationsgruppe.

 

Die 3. stadt PARTHE land – Vollversammlung findet am 04.05.2018 von 13:00 – 16:00 Uhr im Rittergutsschloss Taucha statt.

Die Mitglieder der Vollversammlung erhalten eine Einladung mit genaueren Informationen zur Veranstaltung.




Die Parthenaue – Versuch einer kulturlandschaftlichen Bilanz

Die Parthenaue – Versuch einer kulturlandschaftlichen Bilanz
Oder: stadtPARTHEland und die Agenda eines Kulturlandschaftsmanagements

Autoren: Dr. Kenneth Anders, Florian Etterer, Lars Fischer, Sascha Fritzsch, Heike König, Torsten Schmidt-Baum, Hendrik Teubert, Axel Weinert, Ronny Wirkner, Nadine Zimmer

 

Der folgende Artikel wurde auch im „Delitzscher Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde 2018“ veröffentlicht. Das Buch kann zum Preis von 5,20 € im regionalen Buchhandel erworben werden. Online ist es hier erhältlich.

 

Schicken sich Wissenschaftler, Verwaltungsmitarbeiter und Planer an, die Entwicklung eines Landschaftsraumes zu betrachten, tun sie dies selten von ungefähr. In der Regel ist zuvor ein gesellschaftlicher Steuerungsbedarf deutlich geworden, der nun in Form von Forschung, Erprobung, Planung oder durch gezieltes Eingreifen gedeckt werden soll. Dies ist auch bei „stadtPARTHEland“ der Fall, einem im BMBF-Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Landmanagement“ geförderten Verbundvorhaben unter der Leitung der TU Dresden, dessen wichtigstes Ziel es ist, Instrumente für ein Kulturlandschaftsmanagement entlang des sächsischen Flüsschens Parthe zu entwickeln.

Die Parthe ist klein, fast nur ein Bach. Sie entspringt im Glastener Forst bei Bad Lausick und mündet schon nach 56 Kilometern mitten in Leipzig, knapp hinter dem Zoo, in die Weiße Elster. Was ist das Besondere an dem durch sie geprägten Landschaftsraum und warum erhält er derzeit die besondere Aufmerksamkeit eines mehrjährigen Forschungsprojektes? Dieser Frage wollen wir im folgenden Beitrag nachgehen. Dabei versuchen wir zum einen, die Eigenart dieser Landschaft mit wenigen Federstrichen herauszuarbeiten, zugleich aber auch, die Verluste und Blessuren, welche die Parthenaue erlitten hat und wahrscheinlich weiterhin zu erwarten hat, aufzuzeigen.

Aus diesem Panorama entwickeln wir eine kleine Agenda für das erwähnte Kulturlandschaftsmanagement  für die Parthenaue. Auf welche Fragen sollte es sich konzentrieren? Welche Instrumente kann es in Anschlag bringen? Welche Faktoren muss es anerkennen und in Kauf nehmen, welche Potenziale lassen sich nutzen? Zur Halbzeit unseres Projektes ist uns klar geworden, dass ein belastbares Konzept des Kulturlandschaftsmanagements letztlich von der Ehrlichkeit und Klarheit einer kulturlandschaftlichen Verlustrechnung abhängig ist. Dieser bilanzierende Blick ermöglicht erst ein aussichtsreiches konstruktives Bemühen.

Blick aus der Sehliser Flur nach Leipzig

Blick aus der Sehliser Flur nach Leipzig

Landschaft ist geteilter Raum

Beginnen wir mit einem Blick aus der Luft: Der Blick in die Parthenaue vor den Toren der Stadt Leipzig offenbart eine streng nach Funktionen wie Wohnen, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Verkehr unterteilte Landschaft. Diese räumliche Trennung, auch Segregation genannt, ist eine relativ junge Form landschaftlicher Teilung. Sie ist eine Folge der wachsenden gesellschaftlichen Differenzierung und Arbeitsteilung von Industriegesellschaften und markiert einen entscheidenden Unterschied zu früheren Phasen der landschaftlichen Entwicklung.

Alte Dorf- und Kleinstadtstrukturen korrespondieren nämlich vielfältig mit den naturräumlichen Bedingungen, so auch in der Parthenaue: Hier wichen die Häuser der Parthe aus, dort schmiegten sie sich an sie an, hier verknüpften kleine Wege die Siedlung mit den umgebenden landwirtschaftlichen Flächen, dort teilten Gehölze verschiedene Nutzungen oder Besitzungen voneinander ab. Dass die alten Siedlungen geradezu in die Parthenaue hineingewachsen waren, lässt sich an ihren Strukturen z.B. in Sehlis noch gut ablesen.

Diese gewachsene räumliche Verflechtung verschiedener landschaftlicher Prägungen ist für den Leipziger Raum von besonderer Bedeutung, da große Teile des Leipziger Umlandes durch die Braunkohle in Anspruch genommen wurden. Die Parthe ist zwar im Leipziger Stadtraum und auch in der offenen Landschaft über weite Strecken kanalisiert, verrohrt und überbaut, man kann aber an vielen Stellen noch den historischen Auencharakter erkennen, der sich als Mosaik von Wassernutzungen (Mühlen, Teiche), Grünland und dörflichen Siedlungsstrukturen darstellt.

Betrachten wir dagegen die neuen Wohn- und  Gewerbegebiete im Partheland, offenbart schon ihr geometrischer Zuschnitt, dass in ihrer Anlage ganz andere als naturräumliche Kriterien wie das Eigentum oder das Planungsrecht dominierten. Landwirtschaft, Siedlung, Gewerbe und Verkehr sind scharf voneinander getrennt, auch Naherholung und Naturschutz scheinen zunehmend eigene, privilegierte Bereiche zu beanspruchen und nicht mehr ohne weiteres als Funktion des Gesamtraumes auffindbar zu sein. Was ist die Folge?

Landschaft ist geteilter Raum. Damit ist zum einen benannt, was wir auch im Partheland erkennen: Der Raum wird eingeteilt, die Nutzungen grenzen sich voneinander ab. Die Segregation erlaubt eine enorme Beschleunigung des Raumes, eine gezielte Priorisierung jeweils einer Nutzung.

Die andere Bedeutung des Teilens gerät dabei aber aus dem Blick. Wird der Raum aufgeteilt, verblasst das Miteinander-Teilen, die gemeinsame gesellschaftliche Prägung des Raums. Wohngebiete, Ackerflächen und Gewerbegebiete driften auseinander. Dörfer drohen wie Inseln in der Landschaft zu liegen, infrastrukturell angeschlossen an den Ballungsraum, derweil aber abgeriegelt von den umliegenden Flächen. Ein auf die Landschaft orientiertes Handeln und Gestalten wird unter diesen Bedingungen immer schwieriger.

Was geschieht mit den Flächen im Partheland, mit den Gehölzen,  wie steht es um das Arteninventar? Wie fällt die kulturlandschaftliche Bilanz für die Parthenaue aus? Und inwiefern lassen sich auf dieser Bilanz Aussagen über das zukünftig benötigte Kulturlandschaftsmanagement treffen?

Neubausiedlung in Hohenheida ohne Wege ins angrenzende Feld

Neubausiedlung in Hohenheida ohne Wege ins angrenzende Feld

Flächeninanspruchnahmen

Die Parthenaue ist schon seit Jahrtausenden wegen der Gewässernähe und der fruchtbaren Aue ein beliebtes Siedlungsgebiet. Auch Leipzig selbst ist streng genommen eine Parthegründung. Heute lässt sich eine Siedlungskette von 34 Dörfern und Städten entlang der Parthe finden.

Diese dichte Abfolge von Siedlungen prägt den Landschaftsraum. Unter den Flußauen im Leipziger Raum, findet sich keine, deren Kirchen dermaßen die Landschaft prägen wie am Unter- und Mittellauf der Parthe. Für ihre Anlage wurden gerne die flussnahen Kuppenlagen der Endmoräne genutzt (Kühn 2002, S. 78). Beispiele hierfür sind die Kirchen von Beucha, Panitzsch und Thekla, die landläufig als die „drei Hohepriester“ des Parthelandes bezeichnet werden.

Die Siedlungen entlang der Parthe entwickelten sich bis Ende des 19. Jahrhunderts recht langsam und orientierten sich funktional an den naturräumlichen Gegebenheiten der Umgebung.

Infolge der Industrialisierung stieg am Ende des 19. Jahrhunderts die Bevölkerungszahl der Stadt Leipzig rasant an. Ein erster, massiver Bauboom ergriff die stadtnahe Parthenaue zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit entstanden die ersten Wohnsiedlungsbauten in Selbsthilfe (z. B. Otto-Kögel-Siedlung in Thekla, 1926), die sich schnell zu Großsiedlungen (z. B. Moränensiedlung in Portitz) entwickelten (Nabert 2002, S. 95). Im Zuge der Kriegsvorbereitungen folgten dem Wohnungsbau zahlreiche Rüstungswerke wie die Mitteldeutschen Motorenwerke (MiMo) oder die Junkers Flugzeugwerke (Nabert 2002, S. 96–97). Bereits 1913 wurde im Norden Mockaus (heute Neue Messe) der Leipziger Luftschiffhafen eröffnet.

„Wegen des Krieges kam spätestens 1940 die gesamte Bautätigkeit in allen Siedlungen zum Erliegen. Bis dahin hatte sich in einem Zeitraum von lediglich 15 Jahren um die genannten Dörfer [Mockau, Thekla, Portitz, Plaußig] ein riesiger Siedlungsteppich gebildet. Fast jedes dritte der etwa zehntausend Eigenheime, die in dieser Zeit in Leipzig entstanden, wurde im Nordosten der Stadt gebaut.“ (Nabert 2002, S. 97)

Mit Ausnahme weniger Projekte wie z. B. der Weidenhofsiedlung (1919-1924) in Leipzig-Mockau verschrieben sich diese Städtebauprojekte einzig und allein der schnellen Schaffung von günstigen Eigenheimen mit Selbstversorgergarten für die arbeitende Bevölkerung. Gestalterische Konzepte, ästhetische Details und eine Bezugnahme zur Umgebung spielten hingegen eine untergeordnete Rolle.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Wiedervereinigung 1990 war die Bevölkerungsentwicklung in der DDR leicht rückläufig. In den siebziger Jahren erfolgte die Anlage mehrerer Siedlungen des komplexen Wohnungsbaus in Mockau, Schönefeld und Thekla, die ganz bewusst keine Bezüge zu den bisherigen städtebaulichen Prinzipien und bestehenden Baustrukturen herstellten. Diese Siedlungsformen verkörpern den absoluten Gegensatz zu den gewachsenen Dorfstrukturen entlang der Parthe.

Da der Wunsch vom Eigenheim während der DDR-Zeit für den Großteil der Bevölkerung schlichtweg nicht erfüllbar war, setzte in den 90er Jahren trotz eines massiven Bevölkerungsverlustes ein zweiter, massiver Bauboom ein. Da gleichzeitig die Mobilität deutlich günstiger und emsig in die Verkehrsinfrastruktur investiert wurde, entstanden nun neue Wohngebiete auch in weiter entfernt liegenden Ortslagen wie Hohenheida oder Borsdorf.

Dass bei der Planung dieser Neubaugebiete die Lage im Partheland und dessen landschaftliche Eigenarten keinerlei Rolle spielten, verdeutlicht das Beispiel der „Parkstadt 2000“ bei Portitz. So werben die Investoren mit Landschafts- und Architekturmotiven aus vier beliebten europäischen Urlaubsländern: ein Französischer Platz, eine italienische Allee, eine Schweizer Seenlandschaft und ein spanischer Garten (Nabert 2002, S. 98).

Zudem entstanden „auf der grünen Wiese“ bis in die 2000er Jahre zahlreiche Industrie- und Gewerbestandorte in verkehrsgünstiger Lage am Stadtrand. Insbesondere im Leipziger Norden veränderten sich das Erscheinungsbild und die Nutzung der Landschaft radikal infolge der Flächeninanspruchnahme durch Gewerbe und Infrastruktur, zum Beispiel für die Neue Messe oder das BMW-Werk, aber auch durch die gesetzlich vorgeschriebenen Kompensationsmaßnahmen im Zuge der Eingriffs- und Ausgleichregelung.

Der Goldgräberstimmung der 90er Jahre und dem Konkurrenzkampf zwischen den Kommunen um Gewerbesteuereinnahmen ist es letztlich geschuldet, dass im Partheland eine Überversorgung mit Gewerbeflächen entstand. Auf den unbebauten Baufeldern in Ortsrandlage entstanden daher mehrere große Photovoltaikparks.

Mittlerweile kann auch die Kernstadt Leipzigs wieder einen verstärkten Zuzug aufweisen und brachgefallene Flächen gelangen wieder in Nutzung. Nicht wenige dieser Brachen hatten und haben sich wie das Gelände am Alten Postbahnhof unmittelbar an der Parthe zu „urbanen Wildnissen“ entwickelt. Deren erneute Bebauung  wird zum Verlust von Freiräumen und ökologischen Nischen führen. Die überbauten Wiesen und Felder an der Peripherie Leipzigs sind dauerhaft verloren.

Nicht nur die Flächeninanspruchnahme für Wohnen und Gewerbe führte zu Verlusten. Eine Bundesautobahn, die A14, und zwei Bundesstraßen, die B6 und die B87 durchschneiden das Partheland. Eine weitere wichtige Verkehrsader ist die Eisenbahnstrecke Leipzig – Dresden welche die Parthe in Borsdorf quert.

Lediglich das Taucha-Eilenburger Endmoränengebiet zwischen Taucha und Borsdorf ist als letzter größerer unzerschnittener Raum erhalten geblieben und ragt damit – noch dazu in unmittelbarer Nähe zur Stadt Leipzig – markant aus dem Umland hervor. Und gerade hier hinein wurde ein Trassenvorschlag für den Neubau der Bundesstraße B 87n konzipiert. Auch wenn im aktuellen Bundesverkehrswegeplan nur noch die weiter nördlich gelegene Variante dargestellt wird, sehen engagierte Bürgerinnen und Bürger bislang keine 100%-Entwarnung für dieses Kernstück des Parthelandes und das Thema belastet weiterhin die Region.

Insgesamt wird in den kommenden Jahren eine weitere Bevölkerungszunahme erwartet und eine Entspannung der Flächenkonkurrenzen ist daher nicht zu erwarten. Rund ein Drittel des Parthelandes wird heute als Siedlungsfläche genutzt und stellt nach der landwirtschaftlichen Nutzung die zweitstärkste Nutzungsform dar. Betrachten wir die Hauptlandnutzungsformen in den vier Kommunen Borsdorf, Brandis, Taucha und Leipzig, so ist ein negativer Trend nur bei der Landwirtschaftsfläche festzustellen. Mit einem Rückgang von 3.144 ha handelt es sich absolut um die größte Veränderung.

Nördliche Peripherie Leipzigs 1985 ((c) Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen 2010)

Nördliche Peripherie Leipzigs 1985 ((c) Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen 2010)

Nördliche Peripherie Leipzigs 2010 ((c) Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen 2010)

Nördliche Peripherie Leipzigs 2010 ((c) Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen 2010)

Landwirtschaft

Das Partheland wird noch geprägt von landwirtschaftlichen Nutzungen. Reichlich 50% unseres Projektgebietes wird in Form von Ackerland (40%) oder Grünland (10%) bewirtschaftet.

Der Waldanteil ist hingegen, wie in der gesamten Region, gering und liegt deutlich unter 10%. Aufgrund der günstigen Standortverhältnisse und der Nähe zur Stadt Leipzig entwickelte sich im Partheland bereits im 12./13. Jahrhundert eine ausgedehnte ackerbauliche Bewirtschaftung. Diese erfolgte durch Mittel- und Großbauern sowie zehn Rittergüter. Neben den Rittergutsbesitzern wurden im Laufe der Zeit die Universität Leipzig und der Leipziger Rat zu den größten Grundbesitzern in der Region. Beispielsweise kaufte der Leipziger Rat 1575 das Graßdorfer Rittergut mit dem Staditzwald.

Um 1940 existieren in Leipzig bereits 41 Großbetriebe mit über 100 Hektar Fläche. Größter Grundbesitzer war die Stadtgemeinde Leipzig. (Stadt Leipzig 2013, S. 101)

Einen tiefen Einschnitt für die Entwicklung der agrarisch geprägten Kulturlandschaft verursachten die Bodenreform 1945 und die spätere Zwangskollektivierung der noch bestehenden bäuerlichen Betriebe bis zum Frühjahr 1960. Betroffen waren vor allem die Bauerndörfer im Umland der Stadt. Die seit fast tausend Jahren bestehende soziale und wirtschaftliche Grundlage der Dörfer wurde dadurch in kürzester Zeit radikal verändert.

Bis 1992 erfolgte die vorwiegend ackerbauliche Bewirtschaftung des stadtnahen Parthelandes daraufhin durch zwei große Volkseigene Güter: das VEG Pflanzenproduktion Engelsdorf südlich der heutigen B87 und das VEG Pflanzenproduktion Plaußig. Zuständig für die Tierproduktion waren die LPGs Merkwitz und Taucha. „Letztere entstand aus der Portitzer Schweinemastanstalt. […] Als Futtergrundlage dienten die von anfangs 100 haupt- und ehrenamtlichen Sammlern der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) in 15.000 Kübeln gesammelten Haushaltsküchenabfälle.“ (Brendler 2002, S. 108) Die Sammlung von Küchenabfällen als Futtergrundlage wurde noch bis 1992 fortgesetzt. Zu Hochzeiten bezifferte sich der Bestand auf 26.000 Tiere was in der Folge auch zu einem erheblichen Gülleproblem führte (Brendler 2002, S. 108). Außerdem entstanden um Taucha Legehennenhaltungen, die auch heute noch betrieben werden.

1952 entstand das Institut für Landschaftsgestaltung an der Karl-Marx-Universität Leipzig als Teil der landwirtschaftlich-gärtnerischen Fakultät. Initiiert von Prof. Albrecht Krummsdorf wurden die Fluren Seegeritz und Cunnersdorf zu Beispiellandschaften entwickelt und zum „Forschungs- und Beobachtungsraum für Landeskultur“. (Krummsdorf 2007, S. 261) In den frühen 50er Jahren begann man dort mit dem Aufbau umfangreicher Flurholz- und Schutzpflanzungen sowie Obstanbau zur Strukturierung des erosionsgefährdeten und gehölzverarmten Gebietes. Ein großer Teil der Krummsdorfschen Flurgehölzpflanzungen fiel jedoch dem BMW-Werk und den angrenzenden Gewerbebetrieben zum Opfer.

Ab den 70er Jahren kommt es schließlich zu einer radikalen Ausräumung der Feldfluren und zur Anlage von großen Ackerschlägen mit einer Fläche bis über 100 Hektar.

Seit der Wende wird die intensive ackerbauliche Bewirtschaftung durch Nachfolgebetriebe der privatisierten Volksgüter auf deren Flächen – sofern nicht überbaut – fortgesetzt. Die Wirtschaftsweisen und die betriebliche Orientierung haben sich jedoch stark verändert. Die meisten Betriebe konzentrieren sich mittlerweile auf den Marktfruchtbau, der wirtschaftlich noch lukrativ ist. Hingegen hat die Zahl der Nutztiere und mit Ihnen auch die Zahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft stark abgenommen. In den LPGs Merkwitz und Taucha wurden die Tierbestände bereits 1992 abgeschafft. Die beiden größten Agrarbetriebe im Gebiet haben ihre Tierhaltung 2007 bzw. 2016 komplett aufgegeben.

Auch wenn viele Flächen nach der Wende an ihre ursprünglichen Eigentümer bzw. deren Erben zurückgingen, so haben doch bereits die meisten von ihnen dauerhaft den Bezug zur Landwirtschaft verloren. Dies ist für die soziale Einbindung der Landwirtschaft von Bedeutung, denn insgesamt ist der Pachtanteil der bewirtschafteten Flächen bei den Agrarbetrieben daher sehr hoch.

Kleinbauern, Direktvermarkter und Nebenerwerbslandwirte spielen im Hinblick auf den Flächenanteil im Partheland bislang nur eine untergeordnete Rolle. Aufgrund des hohen Nutzungsdruckes, der gestiegenen Bodenpreise und langfristiger Pachtverträge ist es für Neu- wie Wiedereinrichter insgesamt schwer überhaupt an landwirtschaftliche Nutzflächen zu kommen. Eine Nachfrage nach regionalen und nachhaltig produzierten Erzeugnissen ist jedoch definitiv gegeben.

Wiesen in der Parthenaue bei Seegeritz

Wiesen in der Parthenaue bei Seegeritz

Regulierungen

Trotz der intensiven Siedlungsentwicklung seit Ende des 19. Jahrhunderts, blieb die Parthenaue mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Hauptbahnhof und Zoo von einer intensiven Bebauung verschont und entwickelte sich zu einem wichtigen Erholungsgebiet für die Stadtbevölkerung.

Bereits 1963 wird die Parthenaue als Landschaftsschutz- und Erholungsgebiet bestätigt (Stadt Leipzig 2013, S. 103). Heute sind große Teile sogar als europarechtlich geschütztes FFH-Gebiet ausgewiesen und gleich vier Landschaftsschutzgebiete bilden entlang der Parthe ein zusammenhängendes Gebiet von fast 17.000 ha Fläche. Diese Unterschutzstellungen erschweren das Bauen außerhalb der Siedlungsgebiete und bieten somit einen erhöhten Schutz der Landschaft vor Veränderungen. Dass die Parthenaue auch heute noch als durchgängige grüne Achse erlebbar ist, belegt die Wirksamkeit dieser Rechtsinstrumente.

Insbesondere die deutschen Gesetze funktionieren aber in aller Regel nur restriktiv. Das heißt, sie formulieren Verbote und keine Gebote. Als Beispiel: Zwar ist die Umwandlung von Wiesen (Grünlandumbruch) im FFH-Gebiet Parthenaue ausgeschlossen, dennoch verlieren viele Flächen hinsichtlich ihrer Artenausstattung an naturschutzfachlicher Qualität.

Noch dramatischer: Die heutige Komplexität und Fülle an Gesetzen und sonstigen Regulierungen begrenzen nicht nur die Handlungsräume von Akteuren – sie wirken mitunter hemmend und verhindern dadurch wünschenswerte Aktivitäten und Kooperationen. Wenn, wie bei der extensiven Beweidung von feuchtem Grünland im Überschwemmungsgebiet, gleich mehrere Gesetze und damit auch behördliche Zuständigkeiten betroffen sind, kann die entstehende Fülle von Auflagen schnell zur Aufgabe eines insgesamt positiven Projektes führen. Die vielen Gesetze verstärken so letztlich die Segregation der Landschaft.

Eine rechtliche Besonderheit stellt die sogenannte Eingriffsregelung nach Bundsnaturschutzgesetz (BNatSchG) bzw. Baugesetzbuch (BauGB) dar. Sie ist eines der wenigen Instrumente des Naturschutzes mit Gestaltungskraft. Denn demnach ist der Verursacher eines erheblichen Eingriffs in Natur und Landschaft verpflichtet, diesen zu kompensieren. In der Praxis bedeutet dies, dass für den Verlust von natürlichen Funktionen (z.B. Lebensraum, Frischluftproduktion etc.) zum Beispiel durch den Bau eines Wohngebietes auf Ackerland auch Naturschutzmaßnahmen zum Ausgleich zu leisten sind. Dies erfolgt durch die ökologische Aufwertung von Flächen, durch Entsiegelungsmaßnahmen, Gehölzpflanzungen, etc.

Im Zuge der Entwicklung des Industrieparks Nord mit dem BMW-Werk als Zentrum, wurde in dessen Randbereichen eine regelrechte „Ausgleichslandschaft“ geschaffen. Dort entstanden ca. 160 ha neues Grünland, zahlreiche Hecken und großflächige Baumhaine. Zwar erfolgte dadurch auch tatsächlich eine ökologische Aufwertung, wovon Nachweise von Rebhuhn, Steinschmätzer und Flussregenpfeifer zeugen. Ursprünglich wurde das gesamte Gebiet des Industrieparks Nord jedoch ackerbaulich bewirtschaftet. Aber diese neu geschaffene Ausgleichslandschaft stellt für die Landwirte der Region keinen Nutzen mehr dar. So war und ist es für die Stadt Leipzig schwer, geeignete Akteure zu finden die sich zur Pflege dieser Flächen bereit erklären.

 

Regulierte Parthe am Leipziger Hauptbahnhof

Regulierte Parthe am Leipziger Hauptbahnhof

Artenvielfalt und Biotope

Wie die Parthelandschaft sich ohne Einfluss des Menschen darstellen würde und wie sie vielleicht ursprünglich ausgestattet war, ist heute kaum noch nachvollziehbar. Wahrscheinlich wären die Niederungen vorwiegend von Schwarzerlen-Eschen-Auwäldern bedeckt, wobei lokale Übergänge zu Bruchwäldern oder Hartholzauen anzunehmen sind. In den erhöht liegenden Bereichen würden sich Eichen-Hainbuchen-Wälder unterschiedlicher Ausprägung anschließen.

Das Parthegebiet ist aber altes Kulturland und wird schon seit vielen Jahrhunderten vom Menschen geprägt. Wälder wurden gerodet, teilweise entwässert und in Grün- bzw. Ackerland verwandelt; es entstand eine sehr artenreiche Kulturlandschaft, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehr oder minder charakteristisch war. Ihre konkrete Arten- und Biotopausstattung ist heute nur noch bruchstückhaft bekannt. Aus Schriften des 19. und frühen 20. Jahrhundert lässt sich aber zum Beispiel ableiten, dass es magere Moorwiesen gegeben haben muss. So benennen Leipziger Florenwerke aus dieser Zeit für das Parthegebiet etliche Flachmoorarten, die es hier inzwischen nicht mehr gibt. Typischer Bewohner solcher Flächen waren unter anderem die Schmetterlingsarten Moor-Wiesenvögelchen, Abiss-Scheckenfalter oder Blauschillernder Feuerfalter. Sie sind nach den umfänglichen Regulierungen des Parthelaufs in den 1930er Jahren ausgestorben.

Infolge dieser wasserbaulichen Maßnahmen sowie durch die Industrialisierung der Landwirtschaft in stadtnahen Bereichen aber auch wegen fortschreitender Bebauung ging die Artenvielfalt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr zurück. Hinzu kamen die weitere Absenkung des Grundwasserspiegels, vor allem durch Brauch- und Trinkwasserentnahme, und eine enorme Abwasserbelastung der Parthe.

Wertvolle Restbiotope sind nur lokal und zumeist kleinflächig erhalten geblieben, zum Beispiel die mit Schafen beweideten Sandmagerrasen auf den Kuppen der Endmoränen sowie einige frische bis wechselfeuchte, zweischürige Mähwiesen in den Auenlagen. Bei den Wiesen waren dies zuletzt Flächen, die nicht durch landwirtschaftliche Großbetriebe bewirtschaftet und gedüngt wurden, insbesondere in Trinkwasserschutzgebieten, in Parkanlagen oder unter „privater“ Nutzung. Sie sind zum Teil noch heute Standort erheblich gefährdeter Arten und auch als geschützte Lebensraumtypen nach FFH-Richtlinie von besonderer Bedeutung.

Ab 1990 haben sich die Verhältnisse noch einmal sehr verändert. Insbesondere der starke Rückgang der landwirtschaftlichen Tierproduktion und die zugleich zunehmende Pferdehaltung sowie die Umstrukturierung der politischen und verwaltungstechnischen Rahmenbedingungen blieben nicht ohne Auswirkungen. Viele der wertvollen Restflächen fielen brach bzw. unterliegen nur noch einer staatlich geförderten Mindestpflege. Weil Grünfutter bzw. Heu nicht mehr oder bestenfalls in überständiger Form für Pferde benötigt wird, leiden die meisten Flächen an einer andauernden Unternutzung, verharren also in einem „halbbrachen“ Zustand, der der Artenvielfalt fast ebenso abträglich ist wie die vormalige Intensivwirtschaft.

Verstärkt wird dieser Effekt vielerorts durch eine geminderte Nutzungsfähigkeit infolge des Wiederanstiegs der Grundwasserspiegel, insbesondere wenn die hier früher vorhandenen Entwässerungsgräben nicht mehr funktionsfähig sind. Eine Rückführung in die ursprünglichen Moorwiesen wäre zwar wünschenswert, ist aber aufgrund irreversibler Schädigungen der Bodensubstrate infolge des Flussausbaus nicht möglich. Vielmehr verbleiben die Flächen in einer stark wechselnassen und zugleich nährstoffreichen Beschaffenheit, die eine erneute Ansiedlung der ehemalig vorkommenden Flachmoorarten ausschließt. Die Vernässungstendenzen führen außerdem unmittelbar zum Rückgang zwischenzeitlich wertbestimmender Arten, wie dies für die Bestände des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings belegt wurde. Die gemäß FFH-Richtlinie besonders schutzwürdige Art besitzt derzeit im Raum Leipzig – noch – einen landesweit bedeutsamen Besiedlungsschwerpunkt. Die standortgerechte und diversitätsfördernde Bewirtschaftung solcher Bereiche erscheint letztlich also nur bei (moderater!) Entwässerung möglich.

Als einen positiven Beitrag zur Artenvielfalt sind aus jüngster Zeit zwei Dauerbeweidungsprojekte mit Robustrinderrassen am Grünen Bogen in Heiterblick und an der Weinbergwiese in Taucha hervorzuheben. Hier sind ökologische Nischen für Arten entstanden, die sonst im Gebiet nicht oder kaum noch vorkommen. Gleichwohl können solche Beweidungen nicht als generelle Alternative zur traditionellen Mähwiesenwirtschaft betrachtet werden, da hierdurch jeweils andere Artenspektren gefördert und begünstigt werden.

Zu erwähnen ist aber auch die inzwischen wieder viel bessere Wasserqualität in der Parthe selbst. Trotz nach wie vor kanalisiertem Ausbau enthält der Fluss eine zunehmend mannigfaltige Lebewelt. Sichtbar wird dies beim Blick auf die Wasservegetation. Erst neuerdings konnte etwa der in Sachsen stark gefährdete Flutende Hahnenfuß mehrfach nachgewiesen werden und in den Uferbereichen gedeiht wieder die ebenfalls stark bedrohte Brunnenkresse.

Im Unterschied dazu schreitet der Artenschwund in den Ackergebieten des Partheraumes immer noch bedenklich voran: Rebhuhn, Kiebitz und Grauammer sind kaum noch zu finden und so manches Getreidefeld bleibt komplett unkraut- und insektenfrei, auch weil eine weniger intensive Wirtschaftsweise derzeit offenbar nicht rentabel ist. Dieser Tendenz können aber die im Rahmen des stadtPARTHEland-Projektes angelegten temporären Blüh- und Brachestreifen zumindest teilweise entgegenwirken.

Artenreiches Grünland im Abtnaundorfer Park

Artenreiches Grünland im Abtnaundorfer Park

Stoffkreisläufe

Eine gezielte Verwertung von organischen Reststoffen wie Grün- und Gehölzschnitt aus der Kulturlandschaftspflege in regionalen Kreisläufen wird sowohl von öffentlichen als auch privaten Akteuren im Partheland befürwortet. Über die Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft könnten neben einer Verbesserung der regionalen Wertschöpfung, mit Hilfe innovativer Lösungen, Flächenkonkurrenz reduziert und klimarelevante Treibhausgasemissionen eingespart werden.

Aufgrund verschiedener Eigentums- und Besitzerstrukturen und entsprechender Zuständigkeiten handelt es sich jedoch im Untersuchungsgebiet um einen Flickenteppich voneinander gelöster Stoffströme, in welchen die anfallende Biomasse mehrheitlich entsorgt und nicht als nachwachsende und nutzbare Ressource betrachtet wird. Die Entsorgung der Reststoffe ist ein nicht unwesentlicher Kostenfaktor für die notwendigen Pflegemaßnahmen. Daraus resultiert zum Teil eine ungenügende oder gar ausbleibende Pflege und wertvolle Strukturen in der Landschaft  wie zum Beispiel Flurgehölze werden ihrer Funktionalität beraubt oder verschwinden in Gänze. Die private Nutzung von Mähgut für die Versorgung von bäuerlichen Kleinststrukturen, insbesondere die Haltung von Kaninchen, Hühnern, Gänsen und Schafen, hat sich im Laufe der Zeit auch in den ländlichen Bereichen deutlich reduziert, was wiederum die Frage der Entsorgungskosten für die anfallende Biomasse verstärkt.

Hingegen sind die Nutzung und der entsprechende Bedarf an Brennholz für private Holzfeuerungen und Kamine auch in den städtischen Bereichen deutlich gestiegen. Allerdings wird hier nur in geringem Maße Holz aus der Landschaftspflege nachgefragt, der Fokus liegt hier auf hochwertigem Scheitholz etwa von Eiche und Buche. Das im Partheland im Falle einer Pflege der Windschutzpflanzungen etwa bei Sehlis anfallende Pappelholz steht aufgrund seiner geringen Mengen und Brennholzqualität eher nicht im Mittelpunkt entsprechender Nischensortimente.

Aber es gibt Hoffnung, auch diskontinuierlich anfallende Reststoffströme mit einer sehr heterogenen Qualität in Nutzung zu bringen. Vielleicht bietet gerade der besagte Flickenteppich die Chance für kleine optimierte Bereitstellungskonzepte, welche in Summe der Kulturlandschaftspflege wieder einen höheren Wert zukommen lassen. Wichtig ist es, die vermeintlichen Reststoffe oder Abfälle als nachhaltig bewirtschaftbare Ressource wahrzunehmen, was zunächst in den Köpfen passieren muss und mitunter Anpassungen in eingefahrenen Prozessen nach sich zieht.

Ansätze in dieser Richtung finden sich eher im privatwirtschaftlichen Bereich. Ein Beispiel ist der Biomeiler, eine Art Kompostmiete mit der kostengünstig Wärmeenergie gewonnen werden kann. Ein erster steht in der Gärtnerei Annalinde in Leipzig Lindenau. Ökolandbaubetriebe aus dem Partheland äußerten großes Interesse an zertifiziertem Kompost und Düngersubstituten, die aus Schnittgut von extensiv genutzten Landschaftspflegeflächen gewonnen werden könnten und über den Zwischenschritt eines Biomeilers kompostiert werden.

Um jedoch über die Einzelansätze hinausgehen zu können, bedarf es auf regionaler Ebene eines verantwortlichen Akteurs mit entsprechender Legitimation, um eigentümerübergreifend Einzelmaßnahmen zu bündeln und zwischen Angebot und Nachfrage zu vermitteln. Ein Kulturlandschaftsmanagement  könnte in diese Rolle eintreten.

Durch die Bündelung von Stoffströmen und gezielten höherwertigen Nutzung ließen sich in Summe die Entsorgungskosten reduzieren. Bei einer energetischen Nutzung können darüber hinaus fossile Brennstoffe ersetzt und CO2-Emissionen verringert werden. Dies würde eine zumindest anteilige Finanzierung der koordinierenden Stelle aus dem kommunalen Haushalt rechtfertigen und das Stoffstrommanagement verbessern.

Zu entsorgendes Landschaftspflegematerial

Zu entsorgendes Landschaftspflegematerial

Gehölzstrukturen

Wie schwierig die Bewirtschaftung von kleinteiligen Stoffströmen ist, zeigt sich an den gegenwärtigen Gehölzstrukturen in der Landschaft. Das Partheland war und ist keine Flurgehölzlandschaft, erst in den 1960er Jahren sind vielerorts Flurbelebungsbegrünungen mit wirtschaftlichem Hintergrund wie Pappelholzstreifen oder Hecken realisiert worden. Die Bewohner im Partheland haben sich an die Strukturen gewöhnt und wissen diese zu schätzen. Der leicht geschwungene Landschaftsraum wird durch diese Gehölzstrukturen und auch durch Obstbäume an Straßen und Wegen gegliedert und verschönert.

Die Partheländer möchten diese Strukturen erhalten wie sie sind. Dass eine gute Hecke aber alle 25 Jahre auf den Stock gesetzt wird, ist nur teilweise bekannt. Die Scheu ist groß, hier Hand anlegen zu lassen. Werden sich diese Landschaftselemente wieder so entwickeln, wie man es gewohnt war? Aus Angst, dass die Landschaft ihren Charakter verliert, werden dingend notwenige Pflegemaßnahmen blockiert.

Die bestehende Dynamik in der Kulturlandschaft wird ausgeblendet. Und da die Gehölzstrukturen die ursprünglich gedachte wirtschaftliche Nutzung nie erhalten haben, befinden sie sich zum jetzigen Zeitpunkt in einem stark überalterten Stadium. Hier liegt die tatsächliche Gefahr des Verlustes dieser Landschaftselemente:  Die Gehölze sterben, fallen auf die Äcker, werden weggeräumt und sind damit dauerhaft verschwunden, auch als Lebensraum für Vögel, Insekten etc.; ein schleichender Prozess vieler kleiner, kaum wahrnehmbarer ökologischer wie landschaftsästhetischer Veränderungen.

Heute, unter den Bedingungen einer meist am globalen Markt ausgerichteten, intensiven und um jede nutzbare Fläche ringenden Landwirtschaft, einen Platz zu finden, an dem diese Strukturen neu entstehen könnten, ist nahezu aussichtslos und nur unter rechtlichem Zwang, meist im Kontext der Ausgleichs- und Eingriffsregelung, realisierbar. Nutzbringende Landschaftsverschönerungen vorzunehmen und zum Beispiel Gehölzstrukturen neu anzulegen, also naturräumlich ästhetisches und ökonomisches Handeln zu verbinden, ist heute unter Land- und Forstwirten die Ausnahme.

Die derzeitigen Fördertöpfe zur Sanierung und Pflege von Flurgehölzen sind keine ausreichende Motivation, sich des Themas anzunehmen. Solange kein ökonomischer Mehrwert entsteht, handeln nur jene Eigentümer dieser Strukturen, die angesichts der Pflegedefizite ein Eingreifen nicht weiter hinauszögern können.

Über den Zweckverband Parthenaue, den Landschaftspflegverband Nordwestsachsen sowie das Projekt stadtPARTHEland ist vielfach der Versuch unternommen worden, das Thema einer kosteneffizienten und koordinierten Pflege der Strukturen anzugehen. Eine Verbesserung der Situation konnte mit diesen Versuchen nicht bewirkt werden, denn die Pflegedefizite sind groß.

Die zentrale Frage ist also, wie die Pflege der Kulturlandschaft als ein öffentliches Gut finanziert werden kann. Ob im Rahmen der Neuausrichtung der Agrarpolitik ab 2020 eine konsequente Ausrichtung von Zahlungen an die Landwirtschaft, orientiert am Gemeinwohlprinzip nach dem Grundsatz „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ erfolgen wird und „finanzielle Mittel in ausreichender Höhe“  bereit gestellt werden, wie es der Agrar-Report 2017 des Bundesamtes für Naturschutz (BfN 2017, S. 2) fordert? Die beste Pflege von Gehölzstrukturen ist ihre Nutzung als nachhaltige Ressource. Dies im Partheland umzusetzen ist schwierig. Der Zweckverband Parthenaue hat sich an verschiedenen Förderprogrammen beteiligt und Neupflanzungen realisiert.

Wirtschaftliche Interessen zur späteren Nutzung lagen jedoch nicht vor. Und da sich mittlerweile viel – aus ökologischer Sicht wertvolles – Totholz in den Strukturen befindet, müssten naturschutzfachliche Vorgaben gelockert werden, was ebenso eine Gefahr für die Qualität der Kulturlandschaft darstellen kann und demzufolge nicht zu erwarten ist.

Partheland ist Pappelland - wie lange noch?

Partheland ist Pappelland – wie lange noch?

Tierhaltung

Auch in der Tierhaltung vollzog sich im Partheland ein erheblicher Wandel in der klassischen Nutztierhaltung. Nicht mehr Rinder und Schafe stehen auf den Wiesen, sondern Pferde. Die Pferdewirtschaft stellt heute den Hauptnutzer und Bewirtschafter der Grünlandflächen dar.

Nutztierhaltung findet sich nur sehr kleinteilig im Landschaftsraum. Zudem sind die bestehenden  gesetzlichen Vorgaben zur Nutztierhaltung auf Stallhaltung ausgerichtet und weniger auf Freilandhaltung. Die gesetzlichen Vorgaben der Freilandhaltung sind sehr schwierig erfüllbar, widersprechen sich teilweise und lassen die tierhaltenden Akteure im Stich. Ein Haupterwerb kann mit Freilandnutztierhaltung nicht finanziert werden. Bei Pferdehaltung werden derzeit gesetzliche Vorgaben noch wenig behördlich geprüft, was mitunter den Eindruck vermittelt, dass bei der Pferdehaltung weniger Reibungspunkte zwischen Haltung und Gesetz bestehen. In der nächsten Zeit wird sich dies jedoch ändern.

 

Partheland ist Pferdeland - hier in Panitzsch

Partheland ist Pferdeland – hier in Panitzsch

Die Parthe und ihr Weg vom Abwasserkanal zum Fluss mit Badequalitäten

Die natürliche Flusslandschaft wurde fortwährend durch den Menschen ge- und überprägt. Siedlungen, Industrie, Verkehr und Ackerbau drängten verstärkt in die Auenlandschaft. In Stadtnähe wiederum wandelte sich die Aue in einen von Grün- und Sportflächen geprägten Niederungsbereich, der Mariannenpark in Leipzig, der Schöppenteichpark in Borsdorf oder das Freibad in Leipzig Schönefeld stehen hier als Beispiele. Im Stadtgebiet ist die Parthe ein steinerner Fluss, gefasst, begradigt und als technisches Bauwerk zum Schutz vor Hochwasser kanalisiert.

Die Parthe als Fluss hat für die Menschen im urbanen, suburbanen oder ländlichen Raum höchstens eine marginale Bedeutung. Weder ist der Name bekannt, noch dass es einen entsprechenden Fluss gibt und kaum jemand kann den Verlauf beschreiben. Im Stadtgebiet Leipzig wird die Parthe nur als(Abwasser-!)Kanal wahrgenommen.

Wasserwirtschaftlich ist sie ein bedeutender Wasserversorger und Vorfluter für das Partheland. In ihr leben (wieder) Fische, Nutrias, Amphibien, an ihr Insekten. Ihre Auen tragen bei zu einem guten Mikro-Klima und sind bedeutende Lebensräume. Regnet es mal stärker, „springt“ die Parthe schnell an, tritt über die Ufer und nimmt dann die ockerfarbenen Eisenminerale aus den Wiesen mit sich.

Somit existiert eine eher negative Zuordnung bei Anwohnern in Zweenfurth, Panitzsch und überall da, wo man direkt in ihre Aue gebaut hat und öfter nasse Füße und Keller bekommt. Eine Identifikation – ich habe einen Garten an der Parthe, mein Grundstück liegt an der Parthe, ich wohne in einem Ort an der schönen Parthe – gibt es (noch) eher selten.

Die Parthe verläuft immer zwischen etwas, trennt Dinge von einander: Borsdorf von Althen, Acker von Acker, Bahnstrecken von Straßen, das Rosental von Gohlis, das Parthebad vom Stadtpark in Taucha, ohne jedoch in den Fokus zu gelangen. Ihre Landschaft verbindende Funktion bleibt uns noch zu entwickeln.

Der Fluss selbst hat keinerlei touristische Bedeutung, auch keine wassertouristische. Radfahrenden ist die Parthe im Namen Parthe-Mulde-Radroute geläufig, aber der Sichtkontakt zum Fluss ist entlang der Strecke sehr eingeschränkt. Das Gleiche gilt für den Parthe-Wanderweg. Das Partheland hat Potenzialräume für Naherholung und sanften Tourismus, aber nicht die Anziehung eines Neuseenlandes. Eher einen sanften Charme, den es zu entdecken lohnt. Urlaub vor der Haustür mit Radwegen mit schönen Streckenführungen, aber schlechter Ausschilderung, mit Freibädern wie Schönefeld, Bagger und Parthebad Taucha, mit zu wenig Biergärten an authentischen Orten, mit alten Gasthöfen wie in Seegeritz, die auf ihre Wiederbelebung warten… Sommerfrische.

Schüler spielen in der Parthe

Schüler spielen in der Parthe

Kulturlandschaftsmangement – eine Zukunftsaufgabe

Wir haben mit vielen Menschen im Partheland über die in dieser knappen Bilanz aufgeworfenen Probleme gesprochen und ein ausgeprägtes Bewusstsein dieser Veränderungen festgestellt. Interessierte Akteure reagieren auf unterschiedliche Weise auf diese Veränderungen: Bürgermeister versuchen, Landnutzer und Landbewohner in eine gemeinsame Perspektive einzubinden, Naturschützer ermuntern junge Menschen dazu, sich die Landschaft selbst – und zwar zu Fuß – zu erschließen, Planer machen sich Gedanken über die Durchdringung und Verknüpfung der Nutzungen und Flächen, etwa beim Radwegebau. Wir haben auch einen Landwirtschaftsbetrieb gefunden, der bereit ist, auf seinen Flächen Strategien zu erproben, die dem Trend zur Segregation entgegenlaufen und nicht zuletzt sind es engagierte Einzelkämpfer, die in ihren Orten versuchen, über den Tellerrand ihres privaten Interesses einen miteinander geteilten Raum zu gestalten. Aber wird aus diesen vielen einzelnen Bemühungen ein Kulturlandschaftsmanagement?

Unsere Antwort möchten wir folgendermaßen zusammenfassen: Nur wenn es gelingt, diese verschiedenen individuellen Bemühungen um einen miteinander geteilten Raum zu verknüpfen und zu bündeln, werden sie der beschriebenen Tendenz zur Segregation etwas entgegenzusetzen haben. Denn das segregative Prinzip gibt letztlich immer der ökonomisch stärkeren Nutzung den Vorrang. Geringere Wertschöpfung lässt sich nur dort absichern, wo sie eine gesellschaftliche Wertschätzung erfährt, die letztlich auch wieder in das ökonomische System zurückwirken kann. Die erste Aufgabe des Kulturlandschaftsmanagements muss es also sein, Aufmerksamkeit, Neugier, Interesse und Austausch für jene Gestaltungsansprüche zu wecken, die über den Horizont der eigenen Nutzung hinausgehen. Das bedeutet: ein(e) Kulturlandschaftsmanager(in) muss jene Akteure kennen, die sich im eigenen Landschaftsraum entsprechend engagieren.

Er oder sie sollte einen Gesprächszusammenhang zwischen diesen Akteuren herstellen und Interaktionen ermöglichen, die letztlich raumwirksam werden.  Ein wichtiges Instrument zur Förderung dieser Interaktionen sind für uns die Parthelandküchen. Hier wird gemeinsam beschrieben, gekocht, gegessen – immer mit Blick auf den gemeinsamen, den miteinander geteilten Raum. Dabei sollten verschiedenste Themen bearbeitet werden, die für die Parthenaue Relevanz haben: das Obst an den Wegen und Straßen, die Parks oder die Möglichkeiten, die Region zu bereisen. Zur Halbzeit unseres Projekts würden wir sagen: Dieses Instrument ist im Hinblick auf Kontinuität und Formatierung noch entwicklungsbedürftig. Es weist aber in die richtige Richtung. In einem Kulturlandschaftsmanagement sollte es auch zukünftig verankert sein. Die einzelnen Aspekte und Elemente, die eine Kulturlandschaft ausmachen, sind damit aber noch nicht betrachtet.

Für den Verbund stadtPartheland ist die Erarbeitung eines Kulturlandschaftsmanagements für die Parthenaue die wichtigste Aufgabe für die kommenden zwei Jahre.

Biotoppflegeflächen mitten in Leipzig

Biotoppflegeflächen mitten in Leipzig

 

Literaturverzeichnis

Brendler, Werner (2002): Ein Mann für 300 Hektar. Der Weg der Landwirte der Parthenaue ins 21. Jahrhundert. In: Heinz-Jürgen Böhme (Hg.): Im Partheland zwischen Leipzig, Taucha und Borsdorf. Leipzig: Pro Leipzig, S. 107–111.

Bundesamt für Naturschutz (BfN) (2017): Agrar-Report 2017 Biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Bonn.

Krummsdorf, Albrecht (2007): Landschafts- und Rekultivierungsforschung am Institut für Landschaftsgestaltung der Karl-Marx-Universität Leipzig 1952 bis 1965. In: Hermann Behrens (Hg.): Umweltschutz in der DDR. Analysen und Zeitzeugenberichte. München: Ökom-Verl., S. 259–282.

Kühn, Christoph (2002): Kirche und Kulturlandschaft. Sakralarchitektur der Romanik und des Barocks im Parthenland. In: Heinz-Jürgen Böhme (Hg.): Im Partheland zwischen Leipzig, Taucha und Borsdorf. Leipzig: Pro Leipzig, S. 78–82.

Nabert, Thomas (2002): Spuren der modernen Siedler. Zwischen Weidenhof und Parkstadt 2000. In: Heinz-Jürgen Böhme (Hg.): Im Partheland zwischen Leipzig, Taucha und Borsdorf. Leipzig: Pro Leipzig, S. 94–98.

Stadt Leipzig (Hg.) (2013): Landschaftsplan der Stadt Leipzig. Leipzig.

 




Solawi im Partheland

Solawi im Partheland

Als Solidarische Landwirtschaft (Solawi) bezeichnet man ein Wirtschaftsmodell, bei der ein fester Konsumentenkreis eng mit einem landwirtschaftlichen Betrieb kooperiert. Die Konsumenten geben eine Abnahmegarantie für die Produktion des Betriebs und erhalten im Gegenzug Einblick und Einfluss auf die Produktion.

Bei Solidarischer Landwirtschaft werden die Lebensmittel nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließen in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf, der von den Teilnehmer*innen mit organisiert und finanziert wird. Dieses Modell schafft für den landwirtschaftlichen Betrieb Abnahmesicherheit und ermöglicht eine lokale Lebensmittelversorgung.

Im Leipziger Raum haben sich mittlerweile fünf Solawis gegründet, davon vier im Partheland.

Am Freitag den 1.12.2017 haben sich 9 Personen im Social Impact Lab zu einem ersten Treffen der Leipziger Solawi-Initiativen auf
Einladung von LeipzigGrün getroffen.

Die Ergebnisse des Treffens können Sie hier nachlesen.




Essay zum Mariannenpark von Kenneth Anders

Wo ist die Parthe und was macht einen modernen Stadtpark aus?
Eine Studie von Inga Kerber im Gespräch

Essay von Kenneth Anders
als Rückblick auf die 6. Parthelandküche am 15.09.2017

 

Die Pläne Leberecht Migges für den Leipziger Mariannenpark sind über 100 Jahre alt. Wenn wir sie heute betrachten, liegen nicht nur einzelne gestalterische Ideen eines Planers auf der Hand. In den geplanten Anlagen und ihren Namen schwingt zugleich eine gesellschaftliche Vision des Stadtparks für das zwanzigste Jahrhundert mit. Der Mariannenpark war als Volkspark angelegt, er sollte den Menschen Chancen auf Gesundheit und Geselligkeit verschaffen. Diese eng mit der Emanzipation der Arbeiterklasse verbundene Idee ging auch mit neuen Spielregeln für das Geschehen im Park einher. Die Rasenflächen waren zum Betreten da – deshalb trägt die größte Fläche den Namen „Tummelwiese“. Der Teich geht über einen offensichtlich zum Planschen angelegten „Wat-Teich“ in einen Gesellschaftsplatz über (später gab es an anderer Stelle ein gern genutztes Planschbecken). Eine Fußball-Spielwiese und ein so genannter Vereins-Rasen dienten dem Sport. Kleinkinderspielplätze und sogar ein Rodelberg bringen zum Ausdruck, dass an viele Gruppen der Gesellschaft gedacht wurde – an Große und Kleine, an Spaziergänger und Sportler, an miteinander organisierte und an einzelne Bürger. Die eher repräsentierenden Parkformen wie der Staudengarten schmücken diese Funktionen aus und geben ihnen Halt und Form.

Foto: Inga Kerber, 2017

Foto: Inga Kerber, 2017

So oft dieses Konzept in den Jahren auch verändert wurde, die Grundidee, dass der Mariannenpark ein Raum für alle sein soll, in dem sich die Menschen physisch und psychisch anders erfahren können als in den industriellen Wohn- und Arbeitswelten, ist bis heute erkennbar. Dem politischen System der DDR geschuldete Funktionen wie der als Appellplatz angelegte Ernst-Thälmann-Ehrenhain kamen hinzu, aber der Mariannenpark blieb doch ein Volkspark, der dazu einlud, bevölkert zu werden. Das lässt sich auch im Jahre 2017 noch problemlos erkennen.

Foto: Inga Kerber, 2017

Foto: Inga Kerber, 2017

Aufgrund seines inzwischen stolzen Alters hat der Park nunmehr auch an Vegetationsdichte und -fülle gewonnen, sodass er an vielen Stellen einen organischen und quasinatürlichen Eindruck auf seine Besucher macht – auch wenn in Wirklichkeit ein immenser Pflegeaufwand hinter dieser Wirkung steckt. Man kann es ganz einfach zusammenfassen: Der Mariannenpark ist schön und was an ihm zu verbessern wäre, kann und muss auf einem hohen, bereits gegebenen Niveau überlegt werden.

Foto: Inga Kerber, 2017

Foto: Inga Kerber, 2017

Insofern ist es kein Wunder, dass die derzeit im Auftrag der Stadt Leipzig realisierte Aktualisierung eines Parkpflegewerks zunächst einmal genau an diesen wertvollen Aspekten anschließt. Der Mariannenpark ist mit gutem Grund ein Kulturdenkmal. Eine planerische Bearbeitung hat jene Merkmale in Augenschein zu nehmen, die ihn so wertvoll machen. Daraus leiten sich die Fragen für seine zukünftige Bewirtschaftung ab: Sind die verschiedenen, einst mit Bedacht angelegten Parkarchitekturen noch erkennbar? Gibt es einzelne Anlagen, die einer Abwägung von Wert und Aufwand bedürfen? Hat das Wachstum der Gehölze zu veränderten Raumstrukturen geführt, die man entweder korrigieren oder akzeptieren bzw. neu gestalten muss? Sind die einzelnen Ausstattungselemente intakt?

Mit dieser leicht zu verlängernden Agenda hat ein Freiraumplaner zunächst alle Hände voll zu tun, denn er muss nicht nur eine Bestandsaufnahme im Archiv machen, sondern sich zugleich das archivalische Wissen über den Park erschließen, um diesen in allen Einzelheiten lesen und bewerten zu können. Und dabei könnte man es auch belassen. Das Parkpflegewerk als eine Aktualisierung, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der Forschungsverbund stadt PARTHE land wollte dennoch einen etwas größeren Bogen schlagen – wenn auch zunächst nur im Gespräch. Dabei standen zwei Fragen im Mittelpunkt. Erstens: Wenn man ohne übertriebene Emphase von Migges Entwurf für den Mariannenpark als einem Volkspark für das 20. Jahrhundert sprechen kann, was ist dann die Idee eines Parks für unsere Gegenwart und Zukunft? Wie stellen wir uns die modernen Stadtbürger vor, welche Bedürfnisse tragen sie in die Parks ein und welche Funktionen des Parks sind für unser Gemeinwesen wichtig? Dabei geht es nicht nur um die individuellen Vorstellungen der Bürger, sich hier vielleicht eine zusätzliche Bank und dort einen Spielplatz zu wünschen, es geht auch umgekehrt um die Idee der offenen Gesellschaft und ihren Niederschlag im Stadtpark: Was sollte man von den Bürgern wollen, mit so einem Park, welches Verhalten will man fördern, welches eher nicht? Heute agieren die Menschen in gänzlich anderen Arbeitswelten, die Fabrik wurde in der Regel vom Büro abgelöst, die Lebensstile haben sich ausdifferenziert. Muss das nicht auch Auswirkungen auf die Parks und ihre Funktionalität haben? Oder ist ein Park als attraktiver städtischer Grünraum im Wesentlichen von allgemeiner menschlicher Bedeutung – sozusagen anthropologisch verbrieft?

Um dieser Frage nachzugehen, haben wir Inga Kerber gebeten, eine fotografische Studie anzustellen, die dem heutigen Geschehen im Park nachspürt. Sie hat sich dabei erfreulicherweise nicht auf das fotografische Medium beschränkt, sondern auch das Gespräch zu den Parkbesuchern gesucht. Warum sind Sie hier, wie oft kommen Sie, was suchen Sie im Park? In einer beiläufigen und freundlichen Art entstand so im Zusammenhang mit den Fotografien ein Zugang, der beredter ist als manche wissenschaftliche Befragung per Fragebogen. Inga Kerber erkundete atmosphärisch und kommunikativ, sie legte ihre Arbeit als Spurensuche an, die auch dort nicht Halt macht, wo keine Menschen im Bild sind, stattdessen Tiere, Müll, gepflanzte Parkkultur und eigenmächtige Sukzession der Natur.

Zweitens ging es um die Bedeutung des Parks als Teil der Landschaft. Als deren Elemente ragen sie in ihrer Attraktivität geradezu heraus, aber nehmen sie umgekehrt auch Aspekte der Landschaft in sich auf? Der Park würde somit zu einem Verdichtungsraum für die Kulturlandschaft, er müsste in seiner Gestaltung naturräumliche Grundbedingungen, standorttypische Gehölze und prägende Gestaltformen aufgreifen. Dadurch käme dem Park eine Schlüsselrolle in der Kulturlandschaftsentwicklung zu: was hier ästhetisch gelingt und Gestalt annimmt, könnte für die Menschen eines viel größeren Raums eine gemeinsame Idee von der Besonderheit der geteilten Landschaft stiften. Der Mariannenpark liegt nicht nur ganz in der Nähe der Parthe, er ist auch Teil seiner Aue. Welche Möglichkeiten bietet er, eine Idee der Kulturlandschaft der Parthenaue mitten in der Leipziger Innenstadt zu etablieren? Die damit verbundenen Chancen im Stadt-(Um)land-Kontext wären immens.

Im Rahmen einer „Parthelandküche“, einem Veranstaltungsformat, bei dem über Fragen des Kulturlandschaftsmanagements gesprochen und zugleich „landschaftsnah“ gegessen werden soll, sind wir diesen Fragen nachgegangen. Wenige Meter vom Mariannenpark entfernt, in der so genannten „krudebude“, stellten Mitarbeiterinnen des Landschaftsarchitekturbüros Franz ihre derzeitige Arbeit am Parkpflegekonzept vor, Inga Kerber präsentierte ihre fotografische Arbeit, interessierte Bürger fragten nach und artikulierten ihre Sichtweise auf den Park und Vertreter des Amtes für Stadtgrün formulierten ihre brennenden Fragen, die sich vor allem auf eine Gewichtung der für die Parkpflege eingesetzten Mittel beziehen. Anschließend fanden sich die Teilnehmer an einer langen Kaffeetafel im Park ein, von wo aus sie schließlich einen ausgedehnten Spaziergang durch den Park unternahmen, um die diskutierten Punkte en Detail zu erkunden. Und was ist das Ergebnis? Gehen wir entlang der beiden aufgeführten Fragen vor und schauen, welche Aussagen zu ihnen getroffen wurden.

Ausstellung in der krudebude (Inga Kerber, 2017)

Ausstellung in der krudebude (Inga Kerber, 2017)

Was die Idee eines heutigen Stadtparks anbetrifft, scheint es gegenwärtig sehr schwer, überhaupt eine griffige Sprache zu finden. Ein einst gebrauchter Begriff wie „Volksgesundung“ klingt heute nicht mehr richtig, an seine Stelle tritt aber nunmehr höchstens ein nüchterner Terminus wie „Naherholung“. In der Diskussion fiel auf, dass die Frage nach der „Idee des gegenwärtigen Stadtparks“ nicht einmal ohne weiteres verständlich war. Stattdessen wurde immer wieder auf die von den Bürgern selbst gehegten und bei ihnen erhobenen Bedürfnisse verwiesen, auf die man selbstverständlich Rücksicht nehmen müsse. Die gesellschaftliche Vision aber von einem Zusammenleben der Stadtbürger, die sich im Park ausdrücken sollte, blieb seltsam schüchtern. Es liegt nahe, diese Beobachtung auf unsere allgemeine gesellschaftliche Situation zu übertragen. Es geht uns inzwischen so gut, dass wir nicht einmal mehr Worte für die Perspektiven und Einsichten haben, aus denen die Fülle unseres Lebens einst gewachsen ist. Mit der Not sind wir auch der Sprache verlustig gegangen. Das ist, wie man es dreht und wendet, ein gefährlicher Zustand.

 Vorstellung des Arbeitsstands zum Parkpflegekonzept durch Mitarbeiter vom Landschaftsarchitekturbüro Franz

Vorstellung des Arbeitsstands zum Parkpflegekonzept durch Mitarbeiter vom Landschaftsarchitekturbüro Franz

Und die Arbeiten von Inga Kerber, die ja gezielt nicht auf Besucherwünsche sondern auf die tatsächlichen Aneignungen des Parks zielten? Was können sie zur Beantwortung der Frage nach dem idealen Stadtpark des 21. Jahrhunderts beitragen?

Schauen wir zuerst auf die Bilder. Wir sehen alte und junge Menschen, Bierflaschen und Fußbälle, Fahrräder und Hunde. Wir sehen Menschen, die ersichtlich neu in Leipzig sind und solche, die wahrscheinlich schon lange hier leben. Viele Menschen lieben es, zu lagern, gemeinsam irgendwo eine Decke auszubreiten und sich von der Sonne kitzeln zu lassen. Ältere Menschen suchen die Parkbänke. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, hat im Park alle Zeit der Welt für sein Gehtempo, sei es mit dem Stock oder mit dem Rollator. Viele sind zum Joggen im Park, ebenso gibt es Platz für die ersten Fahrversuche der Kinder mit dem Roller. Bücher sind oft dabei, auch Schnaps und Tabak. Es scheint Platz für vieles zu geben. Die Graffitis werden weggeguckt. Entscheidend ist der Frieden, der über allem liegt.

In den Gesprächen bestätigen sich diese Bilder. Man arrangiert sich. Die alten denken an ihr Leben und nehmen langsam Abschied, die jungen wollen mal für sich sein oder miteinander Zeit verbringen. Alte Sachsen lehnen das Fotografiertwerden eher ab, mit den jungen Syrern dagegen kommt die Fotografin leicht ins Gespräch. Ein alter Mann würde sich wünschen, dass es mehr Begegnung, Austausch und Gespräch zwischen den verschiedenen Gruppen geben sollte, er beklagt eine gewisse „Rudelbildung“.

Diese Aussage ist interessant, denn sie verweist erneut auf die Frage nach den gesellschaftlichen Ansprüchen an einen Stadtpark. Natürlich ist es vollkommen in Ordnung, wenn sich die Menschen in den Parks ihre Nischen suchen. Das Bild, das sich aus der Studie von Inga Kerber ergibt, ist das eines gelingenden und gelassenen gesellschaftlichen Arrangements. Man lässt sich in Ruhe, man sucht seins, man ist draußen, in der Öffentlichkeit, und doch für sich und in Ruhe. Das ist gut.

Ausstellungsexponate (Inga Kerber, 2017)

Ausstellungsexponate (Inga Kerber, 2017)

Aber wenn in einer Weiterentwicklung des Parkkonzepts aus dieser Beobachtung nun der Schluss gezogen wird, zukünftig mehr Nischen einzurichten, um dem Bedürfnis nach Rückzug und Fürsichsein zu entsprechen, so muss man doch umgekehrt auch nach der Integrationsfunktion des Parks fragen. Läge es nicht gerade im gesellschaftlichen Interesse, eine Balance zwischen beidem zu gestalten? Wie sähe so etwas aus, wie könnte man die Begegnung und das einander Wahrnehmen landschaftsarchitektonisch formatieren? Natürlich hat der Mariannenpark bereits jetzt beides, die offene und miteinander zuteilende Rasenfläche und die Nische am Gehölz. Trotzdem hat es Auswirkungen auf die konkrete planerische Gestaltung, ob solche Wechselwirkungen gezielt konzipiert werden oder einfach nur stattfinden. Allein sein und zusammen sein: An dieser Stelle könnte man anschließen.

Und wie steht es mit dem Park als Teil der Landschaft? Da fischte die Runde leider im Trüben. Zu weit ist der Mariannenpark aus seinem landschaftlichen Kontext herausgefallen, womit er mit Sicherheit den Normalfall des Stadtparks bildet. In Bezug auf ihren Parkcharakter eher hybride Räume wie der Leipziger Auwald sind da erheblich leichter auf ihre landschaftliche Logik hin zu befragen. Der interessante Gedanke, dass der Park für eine Kulturlandschaft das sein könnte, was die Wildnis-Kernzone für das Großschutzgebiet sein soll, ließ sich in der Runde kaum verfolgen.

Das hat natürlich viel mit dem Park selbst zu tun, mit seiner durch eine Kleingartenanlage abgeriegelten Stellung zur Parthe und seiner Entstehungsgeschichte, in der die Zugehörigkeit zur Parthenaue kaum eine Rolle spielte. Auf den Punkt hat es da wohl erneut die Befragung von Inga Kerber gebracht, in diesem Falle über den Gartenzaun:

Wo ist denn die Parthe? Wissen sie wie ich da hinkomme?

Nu, da vorne – aber ran kommen sie da nich!

Ach so, na wo und wie komme ich denn da ran?

Na da müssen se da ganz außen rum, dann da rechts und dann… Also der kürzere Weg wäre natürlich, sie gehen hier kurz wieder raus, und dann zum Schwimmbad, da gibt’s den Partheberg, da können sie sie auch sehen.

Besser kann man das Problem eigentlich nicht ausdrücken.

Fotos: Inga Kerber, 2017

Fotos: Inga Kerber, 2017




BMBF-Statuskonferenz im Tagungswerk „Jerusalemkirche“ in Berlin

BMBF-Statuskonferenz im Tagungswerk „Jerusalemkirche“ in Berlin

Als Mitglied der Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement nahmen wir am 04. und 05. Dezember 2017 an der Statuskonferenz im Tagungswerk „Jerusalemkirche“ in Berlin teil. Dabei erlebten wir zwei schöne Tage des Austauschs, der Diskurse und des partnerschaftlichen Gestaltens im Rahmen von Arbeitsgruppen zu verschiedenen Leitthemen.

Den Status unseres Projektes präsentierten Florian Etterer (TU Dresden) und Torsten Wilke (Stadt Leipzig).

Im Folgenden finden Sie einige Impressionen der Veranstaltung, die Dokumentation der Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement finden Sie hier.




22. Treffen der Innovationsgruppe am 21.11.2017

22. Treffen der Innovationsgruppe am 21.11.2017

Ein besonderer Fokus lag beim 22. Treffen unserer Innovationsgruppe auf der Vorbereitung der einzelnen Termine unseres Formates der Parthelandküchen für das kommende Jahr 2018. Daneben nutzten wir die Zeit, um uns über die Arbeitsstände in den Teilprojekten Grünland, Flurgehölze, Reststoffe, PIK und Landschaftskommunikation auszutauschen und in großer Runde neue Ansätze für spezifische Inhalte zu entwickeln. Weitere Themen bestanden im näher rückenden Termin des Innovationskonzeptes, sowie der Statuskonferenz des Fördermittelgebers am 04. und 05. Dezember im Tagungswerk „Jerusalemkirche“, Berlin.

Einen umfangreicheren Tagebucheintrag zur Besprechung finden Sie hier.




21. Treffen der Innovationsgruppe am 17. & 18.10.2017

21. Treffen der Innovationsgruppe am 17. & 18.10.2017
Erarbeitung des Innovationskonzeptes: Makeln – Bewirtschaften – Zeigen

Ende Oktober begaben wir uns wiederholt für zwei Tage in Klausur um uns intensivst mit der Strukturierung und den Inhalten unseres Innovationskonzeptes auseinanderzusetzen.

Im Innovationskonzept werden die Ergebnisse unseres Forschungsvorhabens stadt PARTHE land zusammenfassend dargestellt und aufbereitet. Darüber hinaus soll das Innovationskonzept aber eine längerfristige Arbeitsanleitung für die Zeit nach dem Forschungsvorhabens darstellen. Bis zum 28. Februar 2018 ist beim Fördermittelgeber ein erster Entwurf einzureichen.

Gesprächsrunde in Kohren-Sahlis

Gesprächsrunde in Kohren-Sahlis

 

Grobgliederung des Innovationskonzepts

Teil 1: Theoretische Rahmung

Im ersten Teil werden in kurzer Form der Begriff des Kulturlandschaftsmanagements erläutert und die Aufgaben eines Kulturlandschaftsmanagers skizziert.

Teil 2: Kulturlandschaftsmanagement im Partheland

Im zweiten Teil werden die wesentlichen Ergebnisse und Schlussfolgerungen des Projektes für die Akteure in der Region in einer Broschüre (zusammen mit Teil 1) aufbereitet. Dieser Teil des Innovationskonzeptes wird eine Handlungsgrundlage für das Kulturlandschaftsmanagement im Partheland darstellen und wird zielgruppenspezifisch aufbereitet. Ergänzt wird dieser Teil durch einen umfangreichen Anlagenteil, bestehend aus Materialien für die Kommunikation sowie einer Sammlung von Arbeitshilfen für verschiedene Aufgaben des Kulturlandschaftsmanagers.

Teil 3: Kulturlandschaftsmanagement in Stadt-Umland-Räumen (= Übertragung)

Der dritte Teil ist eine Zusammenfassung übertragbarer Ergebnisse und Innovationen des Projektes für vergleichbare Stadt-Umland-Räume und besteht aus mehreren eigenständigen Fachpublikationen.

Zwischenergebnis zur Klausur: Aufgabenprofil Kulturlandschaftsmanagement

Zwischenergebnis zur Klausur: Aufgabenprofil Kulturlandschaftsmanagement

 

Makeln – Bewirtschaften – Zeigen

Um die Ergebnisse aus unseren drei Handlungsfeldern in Form eines Aufgabenprofils für ein Kulturlandschaftsmanagement zusammenzuführen, haben wir zur Klausuer eine neue, querschnittsorientierte Struktur entwickelt. Demnach verfolgt ein Kulturlandschaftsmanager Aktivitäten folgender drei Kategorien:
Makeln | Bewirtschaften | Zeigen

MAKELN umfasst sämtliche Aktivitäten eines Maklers für die Kulturlandschaft. Er agiert zwischen den Einzelinteressen von Eigentümern, Bewirtschaftern, Fachbehörden und engagierter Bürgerschaft. Zu seinen Aufgaben gehört sowohl als Vermittler aufzutreten um Kompromisse zu erwirken, wie auch beratend und unterstützend tätig zu sein.
Makeln umfasst sämtliche Aktivitäten eines Maklers für die Kulturlandschaft. Er agiert zwischen den Einzelinteressen von Eigentümern, Bewirtschaftern, Fachbehörden und engagierter Bürgerschaft. Zu seinen Aufgaben gehört sowohl als Vermittler aufzutreten um Kompromisse zu erwirken, wie auch beratend und unterstützend tätig zu sein.

Ein erfolgreiches Kulturlandschaftsmanagement sollte außerdem selbst Ressourcen in der Landschaft BEWIRTSCHAFTEN. Diese Ressourcen können sehr unterschiedlich sein: Es kann sich bei ihnen um eigene Flächen, um Biomasse aus der Region oder um bestimmte Landschaftselemente handeln. Selbst eine Investition in die Kommunikation mit interessierten Bewohnern, ist aus unserer Sicht eine wirtschaftende Tätigkeit. Denn die Öffentlichkeit ist eine Ressource, die immer wieder neu hergestellt und aktiviert werden muss.

Letztlich muss ein Kulturlandschaftsmanagement auch ZEIGEN was die Landschaft auszeichnet und was mit ihr geschieht. Welche Prozesse prägen die Landschaft? Welche positiven und negativen Entwicklungen resultieren daraus? Der Kulturlandschaftsmanager muss daran arbeiten, dass sich möglichst viele Menschen für ihre Landschaft interessieren, ihre Schönheit bewerten, ihr Arteninventar kennen, Veränderungen wahrnehmen und ihre zweckmäßige Nutzung befördern. Zeigen umfasst somit viel mehr als einfache PR-Arbeit die z. B. nur der Vermarktung eines bestimmten Produktes dient.

Matrix: Makeln - Bewirtschaften - Zeigen | Handlungsfelder stadt PARTHE and

Matrix: Makeln – Bewirtschaften – Zeigen | Handlungsfelder stadt PARTHE and

 

 

 




7. Parthelandküche

Wiesen und Weiden entlang der Partheaue

Ansätze für eine effiziente, naturschutzorientierte Grünlandbewirtschaftung.

 

am Donnerstag, 16.11.2017 um 18 Uhr
Ort: Naturschutzstation des Zweckverband Parthenaue,
Plaußiger Dorfstr. 23 in 04319 Leipzig

 

Trotz umfangreicher Einladungen im Vorfeld, konnten wir zur Veranstaltung keine Gäste begrüßen. Dies war für uns zunächst eine Entäuschung.  Aus den vielen Gesprächen wissen wir aber auch, dass die meisten Grünlandbewirtschafter wegen der vielen Arbeit nur wenig Freizeit haben. Da wir aber die Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden von zentraler Bedeutung für die Landschaftsqualität des Parthelandes sehen, bleiben wir weiterhin am Ball. Mittlerweile entstand aus verschiedenen Einzelgesprächen eine Idee zur Verbesserung der Wertschöpfungsmöglichkeiten einer naturschutzorientierten Grünlandbewirtschaftung im Partheland. Weitere Informationen hierzu folgen im Frühjahr 2018.

 

Hier der ursprüngliche Anlündigungstext zur Parthelandküche:

Artenreiche Wiese im Abtnaundorfer Park

Artenreiche Wiese im Abtnaundorfer Park

Das zusammenhängende Auenband aus Wiesen und Weiden prägt das Partheland in ganz besonderer Weise. Nicht zuletzt führte deren Artenreichtum zur Unterschutzstellung der Parthenaue als FFH-Gebiet.

Und auch auf den Endmoränenkuppen befinden sich wertvolle Grünlandbiotope.

Außerdem:
Wer offenen Auges durch das Partheland spaziert, wandert, radelt oder reitet, dem wird eines schnell auffallen: Auf dem Grünland entlang der Parthe stehen kaum mehr Rinder oder Milchkühe, sondern Pferde dominieren die Weiden. Das Reiten ist in den letzten Jahren eine prägende Freizeitnutzung geworden und die Reiterhöfe eine wichtige Größe in der  Grünlandbewirtschaftung.

Pferdehof in Panitzsch

Pferdehof in Panitzsch

Aus landwirtschaftlicher Sicht lohnt sich die Grünlandbewirtschaftung heute im Allgemeinen nicht mehr – schon gar nicht wenn gleichzeitig auch noch Naturschutzauflagen zu berücksichtigen sind.

Aber gibt es vielleicht trotzdem Lösungen und gute Gründe die mehr naturschutzorientierte Grünlandbewirtschaftung im Partheland erlauben? Immerhin gibt es im Partheland schon ein paar Akteure die sich dieser Aufgabe verschrieben haben.

In der Parthelandküche wollen wir genau diese Frage mit Grünlandbewirtschaftern und interessierten Bürgern thematisieren.

Mahdgutübertrag in den Plaußiger Wiesen die von der Saat-Gut Plaußig Voges KG bewirtschaftet werden.

Mahdgutübertrag in den Plaußiger Wiesen die von der Saat-Gut Plaußig Voges KG bewirtschaftet werden.

Der Weinbergwiesen e. V. betreibt extensive Beweidung am Stadtrand von Taucha

Der Weinbergwiesen e. V. betreibt extensive Beweidung am Stadtrand von Taucha

 

 




Die 6. Parthelandküche

Der Stadtpark: Denkmal und Grün für alle

Eine Parthelandküche zur Entwicklung des Leipziger Mariannenparks
zwischen kommunaler Verantwortung und aktuellen Nutzungen

Am 15. September fand eine Parthelandküche zur Bedeutung des öffentlichen Grüns entlang der Parthe statt.

Auslöser hierfür war die aktuelle Überarbeitung des Parkpflegewerks zum Mariannenpark – ein Volkspark der vor über 100 Jahren von dem bedeutenden Gartenarchitekten Leberecht Migge geplant wurde.

Für die Parthelandküche standen dabei zwei Fragestellungen im Mittelpunkt.

Erstens: Wenn man ohne übertriebene Emphase von Migges Entwurf für den Mariannenpark als einem Volkspark für das 20. Jahrhundert sprechen kann, was ist dann die Idee eines Parks für unsere Gegenwart und Zukunft? Wie stellen wir uns die modernen Stadtbürger vor, welche Bedürfnisse tragen sie in die Parks ein und welche Funktionen des Parks sind für unser Gemeinwesen wichtig? Dabei geht es nicht nur um die individuellen Vorstellungen der Bürger, sich hier vielleicht eine zusätzliche Bank und dort einen Spielplatz zu wünschen, es geht auch umgekehrt um die Idee der offenen Gesellschaft und ihren Niederschlag im Stadtpark: Was sollte man von den Bürgern wollen, mit so einem Park, welches Verhalten will man fördern, welches eher nicht? Heute agieren die Menschen in gänzlichen anderen Arbeitswelten, die Fabrik wurde in der Regel vom Büro abgelöst, die Lebensstile haben sich ausdifferenziert. Muss das nicht auch Auswirkungen auf die Parks und ihre Funktionalität haben? Oder ist ein Park als attraktiver städtischer Grünraum im Wesentlichen von allgemeiner menschlicher Bedeutung – sozusagen anthropologisch verbrieft?

Um dieser Frage nachzugehen, haben wir Inga Kerber gebeten, eine fotografische Studie zu erarbeiten, die dem heutigen Geschehen im Park nachspürt. Aus der Arbeit entstand eine Fotoausstellung, die den Ausgangspunkt für diese Veranstaltung bildete.

Fotografin Inga Kerber und Moderator Kenneth Anders im Gespräch

Fotografin Inga Kerber und Moderator Kenneth Anders im Gespräch

Die zweite Frage thematisierte die Bedeutung der Parks als Teil der Landschaft. Als deren Elemente ragen sie in ihrer Attraktivität geradezu heraus, aber nehmen sie umgekehrt auch Aspekte der Landschaft in sich auf? Der Park würde somit zu einem Verdichtungsraum für die Kulturlandschaft, er müsste in seiner Gestaltung naturräumliche Grundbedingungen, standorttypische Gehölze und prägende Gestaltformen aufgreifen. Dadurch käme dem Park eine Schlüsselrolle in der Kulturlandschaftsentwicklung zu: was hier ästhetisch gelingt und Gestalt annimmt, könnte für die Menschen eines viel größeren Raums eine gemeinsame Idee von der Besonderheit der geteilten Landschaft stiften. Der Mariannenpark liegt nicht nur ganz in der Nähe der Parthe, er ist auch Teil seiner Aue. Welche Möglichkeiten bietet er, eine Idee der Kulturlandschaft der Parthenaue mitten in der Leipziger Innenstadt zu etablieren? Die damit verbundenen Chancen im Stadt-(Um)land-Kontext wären immens.

Einen Impuls für diese Fragestellung lieferten die Mitarbeiterinnen des Landschaftsarchitekturbüros Franz die ihre derzeitige Arbeit am Parkpflegekonzept vorstellten.

Frau Schubert und Frau Schilling von LA-Franz präsentieren historische Pläne des Mariannenparks

Nach der Diskussion in der Krudebude unweit des Mariannenparks fanden sich die Teilnehmer an einer langen Kaffeetafel im Park ein, von wo aus sie schließlich einen ausgedehnten Spaziergang durch den Park unternahmen, um die diskutierten Punkte en Detail zu erkunden.

Kaffeetafel im Park

Kaffeetafel im Park

 

 

Parkführung mit Michael Berninger (LeipzigGrün)

Parkführung mit Michael Berninger (LeipzigGrün)

Lesen Sie auch:

Essay von Kenneth Anders als Rückblick auf die Parthelandküche:
Wo ist die Parthe und was macht einen modernen Stadtpark aus?

Ausführlicher Tagebucheintrag mit weiteren Informationen und Hintergründen zur Parthelandküche (PDF-Download)

 

Momentan befindet sich noch eine Broschüre in Vorbereitung, die die Ergebnisse der Parthelandküche im Bezug auf die zwei Fragestellungen zusammenfassen und mehrere Fotografien und Dialoge aus Inga Kerbers Arbeit beinhalten wird.

Auszüge aus der fotografischen Studie von Inga Kerber:

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Broschüre Sommerschule 2017: Landschaftskunst für’s Partheland & Brücken über die Parthe

Broschüre Sommerschule 2017: Landschaftskunst für’s Partheland & Brücken über die Parthe

Ob Skulpturen, Klanginstallationen oder Performances: In den zurückliegenden Jahren wurde mit unterschiedlichsten Kunstprojekten versucht, die Aufmerksamkeit auf das Partheland zu lenken und die Entwicklung dieser Landschaft zu fördern. Kann Kunst dies ohne Weiteres leisten? Oder braucht es dafür eine besondere künstlerische Arbeitsweise, eine Landschaftskunst?
Mit Studenten der TU Dresden sind wir vom 28. Mai bis zum 02. Juni der Frage nachgegangen, wie künstlerische Arbeitsweisen im öffentlichen Raum für die Auseinandersetzung über die Kulturlandschaftsentwicklung im Partheland fruchtbar zu machen sind.

Neben dem bereits veröffentlichten TalkWalk „Abtnaundorfer Park“ ist nun eine Broschüre entstanden, welche die Erlebnisse, Erkenntnisse und Ergebnisse der Projektwoche im Rahmen der Parthelandküche zur Landschaftskunst dokumentiert.

Doch das ist noch längst nicht alles: Die Parthe verstehen wir als Brücke zwischen Metropole und ländlichem Raum. Auch über die Parthe selbst gibt es viele Brücken. Man findet kleine und große, bunte und graue, einfache und komplexe, schöne und hässliche Brücken. Von Brücken wird die Parthe wahrnehmbar, bleibt häufig aber dennoch unbeachtet. Brücken verbinden und an manchen Stellen werden sie noch vermisst. So auch zwischen Althen und Borsdorf…

Wir danken allen, die den Studenten das Partheland durch Anektdoten und Erläuterungen näher gebracht haben!

Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden (Dateigröße: ca. 8Mb).

 




20. Treffen der Innovationsgruppe am 18.08.2017

20. Treffen der Innovationsgruppe am 18.8.2017

Ein wesentlicher Inhalt des 20. Treffens bestand in einem internen Coaching des inter 3 Institutes für Ressourcenmanagement. Ziel war dabei neben einer Konstellationsanalyse innerhalb der Projektgruppe die weitere Annäherung an das Innovationskonzept, das als zentrales Ergebnis von stadt PARTHE land zu erarbeiten ist. Im Februar 2018 muss ein dementsprechender Entwurf beim Fördermittelgeber eingereicht werden.

Als weiterer wichtiger Punkt wurden die kommenden Parthelandküchen thematisiert- die Nächste findet bereits am 15.09.2017 in der krudebude statt!

Einen umfangreicheren Tagebucheintrag zur Besprechung finden Sie hier.




TALK WALK zum Abtnaundorfer Park

eine Kooperation mit

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TALK WALK zum Abtnaundorfer Park

„Zu den reizendsten Spaziergängen, die wir von Leipzig aus unternehmen können, gehört wohl auch eine Partie nah dem stillen Abtnaundorf. (…) das sich vor einer Berührung oder gar Vermischung mit der nahen Großstadt ängstlich gehütet und sich seinem ländlichen Character noch bewahrt hat.“
(Illustrierte Wochenschrift Der Leipziger, 1907)

Der Spaziergangswissenschaftler Bertram Weisshaar (Atelier Latent) erarbeitete mit den Studentinnen Hannah Church, Tabea Danke, Elsa Lübke und Hannah Stampa einen TALK WALK zum Abtnaundorfer Park im Rahmen der Sommerschule „Landschaftskunst“:

Gelegen in der Parthenaue vereint der Abtnaundorfer Park wilde Naturbereiche und Gartenkunst. Diese Vielfältigkeit des Ortes eröffnet sich vor allem bei einem Spaziergang quer durch Auenlandschaft, die zu beiden Seiten von einer „großstädtisch-dörflichen“ Siedlung eingerahmt wird. Dabei zeigen sich Einblicke in die Gartenhistorie wie auch der Zwiespalt zwischen Denkmalpflege, Naturschutz und Erholung sowie der nicht immer glückliche Umgang mit historischer und moderner Kunst. Von der Bankiers-Familie Frege bis hin zum Ameisenbläuling – Fachgespräche, kurze Anekdoten und Poesie vermitteln einen vielschichtigen Einblick in diesen besonderen Ort an der Parthe.

Kostenloser Download der Audiodateien von der Seite talk-walks.de
Beschreibung und Lageplan
Teaser:

 

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19. Treffen der Innovationsgruppe am 20.6.2017

19. Treffen der Innovationsgruppe am 20.6.2017

Schwerpunkt des 19. Treffens war die Annäherung an das Innovationskonzept das als zentrales Ergebnis von stadt PARTHE land zu erarbeiten ist. Das Innovationskonzept setzt sich aus Inhalten (Aufgaben) und der strukturellen Verankerung (Träger der KM-Aufgaben) eines Kulturlandschaftsmanagements im Partheland zusammen. In einem zweiten Teil werden für die Fachwelt übertragbare Erkenntnisse zu Kulturlandschaftsmanagement in Stadt-Umland-Räumen thematisiert.

Im Vorfeld des Treffens wurde  ein erster Arbeitsstand eines internen Diskussionspapiers erarbeitet, welches sich mit dem Innovationskonzept sowie dessen Erarbeitung auseinandersetzt. Dieses Diskussionspapier stellte den wesentlichen Input für das 19. IG-Treffen dar.

Einen umfangreicheren Tagebucheintrag zur Besprechung finden Sie hier.




Runder Tisch am 18.05.2017: Wiesen und Weiden in der Parthenaue

Naturschutzorientierte Grünlandbewirtschaftung – Perspektiven für Pferd, Rind und Mensch

Die Parthenaue ist das grüne Rückrat des Parthelandes und sie ist als FFH-Gebiet geschützt. Prägend und wertgebend für das FFH-Gebiet sind insbesondere die zahlreichen Wiesen und Weiden entlang der Parthe, welche  zur Unterschutzstellung des Gebietes beitrugen. Wenn es also um die Pflege und den Erhalt der Kulturlandschaft Partheland und den Schutz der Naturpotentiale geht, dann ist das Grünland von besonderem Stellenwert.

Ein Ergebnis der bisherigen Bearbeitung ist die Erkenntnis, dass die Qualität und Quantität naturschutzfachlich wertvoller Grünlandbereiche im Partheland stark rückläufig ist. Dieser Trend ist auch deutschlandweit feststellbar.

Trotz umfangreicher Einladungen kamen leider nur sehr wenige Akteure zur Veranstaltung.

Hauptbewirtschafter des Grünlandes sind mittlerweile verschiedene Pferdehöfe. Die festgesetzten Ziele des FFH-Gebietes sind zwar bindend, jedoch ist deren Umsetzung durch die Bewirtschafter nicht einfach zu erfüllen. Wir möchten den aktiven Bewirtschaftern daher fachlich unter die Arme greifen um eine naturschutzorientierte Grünlandbewirtschaftung in der Parthenaue zu fördern.

Nur sehr wenige Akteure kennen das Thema und gehen damit aktiv um, damit mögliche Vorgaben und Sanktionierungen den betrieblichen Bestand nicht gefährden.

Im Herbst findet eine Parthelandküche zu Pferden und Grünland statt. Wir hoffen darauf, dass sich zu diesem Termin mehr Teilnehmer einfinden und wir gemeinsam die Möglichkeiten einer naturschutzorientierten Grünlandbewirtschaftung in der Parthenaue thematisieren können.




Der Stadtpark: Denkmal und Grün für alle

Der Stadtpark: Denkmal und Grün für alle

Eine Parthelandküche zur Entwicklung des Leipziger Mariannenparks
zwischen kommunaler Verantwortung und aktuellen Nutzungen

 

Gespräch & Diskussion,
Fotoausstellung von Inga Kerber und
Picknick im Park

 

am Freitag, 15.09.2017, ab 14.00 Uhr
in der Krudebude, Stannebeinplatz 13 in 04347 Leipzig

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Entlang der Parthe gibt es wunderbare Parks – das Rosental, den Abtnaundorfer Park und den Mariannenpark.

Die städtischen Parks sind ästhetischen Bedürfnissen und Erholungsnutzungen vorbehalten. Sie unterliegen aber auch denkmal- wie naturschutzrechtlichen Festlegungen und heute werden zudem neue Nutzungsanforderungen (urban gardening, Sportaktivitäten, …) gestellt und kommuniziert. Alle Interessen unter einen Hut zu bringen ist da nicht immer einfach.

Wie aber werden die Parks wirklich genutzt? Welche Flächen werden visuell wahrgenommen, welche werden betreten, welche Elemente geschätzt und geachtet?

Um ein qualifiziertes öffentliches Gespräch über diese Fragen führen zu können, erhalten wir einen Input über die parkpflegerischen Aspekte zum Mariannenpark von Frau Schubert (la-franz.de) und kontrastieren diesen mit einer fotografischen Studie von Inga Kerber zur heutigen Gestalt und Nutzung der Parks an der Parthe.

Im Gespräch wollen wir von den besonderen Herausforderungen des Mariannenparks ausgehen und von dort aus einen Blick auf die vielen anderen Parks im Partheland werfen. Und wie wäre es, die gesamte Parthenaue als einen zusammengehörigen „Park“ zu betrachten?

14.00     Eröffnung

mit
Gespräch & Diskussion: Der Stadtpark – Denkmal und Grün für alle
(Moderation: Kenneth Anders, Büro für Landschaftskommunikation)

und
Kaffeetafel & Führung im Mariannenpark im Anschluss

ab 19.00   Ausklang in der krudebude bis 23.00 Uhr

Die Ausstellung ist vom 15.-17.09.2017 in der krudebude zu sehen.
Öffnungszeiten: Fr 14:00 – 23:00 / Sa & So: 18:00 – 20:00

 




Streuobstexkursion nach Hamburg am 17.05.2017

Streuobstexkursion nach Hamburg am 17.05.2017

Eine kleine Gruppe von Streuobstenthusiasten fuhr im Mai nach Hamburg um dort zwei innovative Projekte zu besuchen, die sich schon lange und erfolgreich mit der Verwertung und Vermarktung von Streuobstprodukten beschäftigen.

Für den Großraum Leipzig setzten sich Björn Burmeister (viridosent) und Sebastian Pomm (Annalinde gGmbH) im Auftrag von stadt PARTHE land intensiver mit den Vermarktungsoptionen von Streuobst auseinander. Die 3. Parthelandküche (September 2016, Kranwerk Naunhof) widmete sich ebenfalls dem Obst im Partheland und im Frühjahr 2017 gründeten sich unter dem Dach von LeipzigGrün die Obstgenossen. Die Streuobstexkursion diente zum Erfahrungsaustausch und soll zur Entwicklung tragfähiger Lösungen für Streuobstbestände im Partheland beitragen.

Einen kurzen Bericht zur Exkursion gibt’s hier.




Feldtag Produktionsintegrierte Kompensation

Feldtag Produktionsintegrierte Kompensation am 13. Juni 2017

Ein Schwerpunkt von stadt PARTHE land ist die Erprobung und Einführung neuer Ansätze zur Kompensation von Eingriffen in Natur & Landschaft –  sogenannten Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen (PIK).

Dieser Ansatz bietet aus unserer Sicht neue Kooperations­möglichkeiten zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.

Gemeinsam mit Agrarbetrieben werden seit 2015 verschiedene Maßnahmen an unterschiedlichen Standorten angelegt und gepflegt.  Am 13. Juni 2017 luden wir zu einem Feldtag ein um an verschiedenen Praxisbeispielen die Potentiale und Herausforderungen von PIK zu diskutieren.

Ein umfangreicherer Tagebucheintrag mit zahlreichen Abbildungen finden Sie hier.

Impressionen vom Feldtag und den Erprobungsflächen:

Sascha Fritzsch vom Prof. Hellriegel Institut erläutert die Wirkung eines Blühstreifens

Sascha Fritzsch vom Prof. Hellriegel Institut erläutert die Wirkung eines Blühstreifens

 

Erprobungsmaßnahmen bei Seegeritz: Schlaginterne Brache in Kuppenlage & Blühstreifen entlang Hecke (Juni 2017)

Erprobungsmaßnahmen bei Seegeritz: Schlaginterne Brache in Kuppenlage & Blühstreifen entlang Hecke (Juni 2017)

 

Ackerblühstreifen am Parthewanderweg bei Plaußig (Juni 2017)

Ackerwildkrautfläche am Parthewanderweg bei Plaußig (Juni 2017)




Landschaftskunst für das Partheland? (Sommerschule & Parthelandküche)

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Landschaftskunst für das Partheland?
Eine Sommerschule mit Studierenden der TU Dresden
und die fünfte Parthelandküche

Ob Skulpturen in den Parkanlagen von Abtnaundorf bis Borsdorf , Klanginstallationen um Sehlis oder Performances im betonierten Parthekanal:  In den zurückliegenden Jahren wurde mit unterschiedlichsten Kunstprojekten versucht,  die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Partheland zu lenken, um die Entwicklung dieser Landschaft zu fördern.

 

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Kann Kunst im öffentlichen Raum dies ohne Weiteres leisten? Oder braucht es dafür eine besondere künstlerische Arbeitsweise? Eine Landschaftskunst in der Begriffe wie Beziehungsreichtum, Perspektivvielfalt, Lesbarkeit des Raums aber auch Kommunikation, Spielfreude und Humor eine zentrale Rolle spielen?

Wie künstlerische Arbeitsweisen im öffentlichen Raum für die Auseinandersetzung über die Kulturlandschaftsentwicklung im Partheland fruchtbar zu machen wären, mit dieser Frage setzten sich Studierende der TU Dresden unter anderem im Gespräch mit Künstlerinnen und Künstlern Ende Mai 2017 in einer Sommerschule auseinander. Die ersten Ergebnisse und Ideen dieser Sommerschule wurden am 01. Juni im Rahmen einer Parthelandküche im Abtnaundorfer Park präsentiert.

Eine umfangreiche Dokumentation der Parthelandküche finden Sie hier.

 

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Nachlese:

Im Nachgang wurden von den Studenten die Ergebnisse der Sommerschule aufbereitet und weiterentwickelt:

Die Fotos zu diesem Tagebucheintrag stammen übrigens von Inga Kerber.
Im Auftrag von stadt PARTHE land hat die Künstlerin eine Fotoausstellung zur heutigen Nutzung der Leipziger Parks an der Parthe erarbeitet. Diese wurde im Rahmen der Parthelandküche am 15.09. in der krudebude eröffnet.

Der Entwurf für eine Fußgängerbrücke zwischen Borsdorf und Althen wird von drei Studentinnen konkretisiert und zur Realisierungsreife weiterentwickelt. Im Sommer 2019 wird es im Schwanenteichpark in Borsdorf hierzu einen Aktionstag geben.




4. Parthelandküche am 11.05.2017

Wandern im Partheland
Auf der Suche: Eine Wanderung an der Parthe von Thekla nach Taucha

Am 11. Mai 2017 fand unsere vierte Parthelandküche statt. Unter dem Titel WANDERN IM PARTHELAND machten wir uns gemeinsam mit Leipziger Wanderfreunden und interessierten Gästen, darunter auch der Bürgermeister von Borsdorf Ludwig Martin und der Landtagsabgeordnete Holger Gasse auf die Suche nach landschaftlichen Besonderheiten, Artefakten und Brüchen sowie nach Lieblingsorten im Partheland zwischen Thekla und Taucha.

Es war nicht zu erwarten, dass diese Parthelandküche „in Bewegung“ zu konkreten Ergebnissen oder Absprachen im Sinne eines aufzubauenden Kulturlandschaftsmanagements führen würde, denn im Mittelpunkt stand das beschreibende und erläuternde Gespräch. Aber dennoch brachte sie ein Ergebnis und viele Erkenntnisse für die Teilnehmer.

Mehr darüber erfahren Sie hier im vollständigen Tagebucheintrag zur Wanderung.

Entlang der Parthe von Thekla bis Taucha

Entlang der Parthe von Thekla bis Taucha




Arbeitsstand Teilprojekte (November 2017)

Arbeitsstand Teilprojekte (November 2017)

Folgende Dokumente fassen den Arbeitsstand der Teilprojekte von stadt PARTHE land kurz zusammen:




18. Treffen der Innovationsgruppe am 25.04.2017

18. Treffen der Innovationsgruppe am 25.04.2017

Die Innovationsgruppe traf sich am 25.04. im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig um sich über folgende Punkte auszutauschen:

  • Rückblick Vollversammlung und weitere Veranstaltungen
  • Kulturlandschaftsmanagement (8 Thesen des BfL)
  • Termine und sonstige Gesprächsgegenstände (Biomeiler, Tauschbörse)

Hier gelangen Sie zum vollständigen Tagebucheintrag.




Zweite stadtPARTHEland-Vollversammlung am 24.03.2017 in Leipzig-Plaußig

Zweite stadtPARTHEland-Vollversammlung am 24.03.2017 in Leipzig-Plaußig

Unserer Einladung zur zweiten Vollversammlung ins Rittergut Plaußig bei Leipzig folgten zahlreiche Personen aus der Region. Zur Halbzeit des Forschungsvorhabens (Laufzeit bis September 2019) präsentierten und diskutierten wir den aktuellen Arbeitsstand verschiedener Teilprojekte von stadt PARTHE land. Schwerpunkt der Vollversammlung waren die Themen

Die rund 40 Teilnehmer wurden von Prof. Dr. Catrin Schmidt und Dr. Anna Catharina Voges herzlich begrüßt. Florian Etterer gab daraufhin einen allgemeinen Überblick über die bisherigen Aktivitäten im Forschungsvorhaben.
Download: Präsentation Rückblick

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Foto: Rückblick von Florian Etterer

Der Arbeitsstand bei der Verwertung von Reststoffen aus der Kulturlandschaftspflege wurde von Nadine Zimmer und Torsten Schmidt-Baum näher beleuchtet. Die durchgeführte Potenzial- und Akteursanalyse stellte dar, dass durchaus Potenziale im Hinblick auf die Verwertung von Laub, Reisig und weiterem Halmgut bestehen. Gleichzeitig wurde aber deutlich, dass eine Verbundlösung zur optimierten Verwertung von Reststoffen aktuell nicht erreicht werden kann. Chancen bestehen viel mehr in der dezentralen und individuellen Etablierung von Biomeilern und innovativer Systeme für die energetische Verwertung von Laub.
Download: Präsentation Reststoffe & Kurzbeschreibung Arbeitsstand Reststoffe

Axel Weinert stellte den aktuellen Stand im Teilprojekt Pflege und Umbau von linearen und kleinflächigen Flurgehölzen vor. Im Partheland ist bei den Flurgehölzen ein erheblicher Pflegestau erkennbar der zur Verarmung des Arteninventars und zur Vergreisung vieler Flurgehölzstrukturen bis hin zu deren Absterben führt. Daher wird eine Verbundlösung für eine langfristige Bewirtschaftung von Gehölzen des Offenlandes (Hecken, Baumreihen, etc.) angestrebt, sodass deren Funktionen (Lebensraum, Wind- und Erosionsschutz) und ihre landschaftsästhetische Wirkung dauerhaft erhalten bleiben. Im Rahmen der Erfassung wurde deutlich, dass Handlungsbedarf vor allem bei Pappelbeständen und Obstbaumreihen besteht. Momentan überwiegen jedoch zahlreiche Hemnisse (ungeklärte Zuständigkeiten, Konflikte mit angrenzenden Nutzungen, komplexe rechtliche Rahmenbedingungen, etc.) und verhindern die Realisierung einer Verbundlösung. In den nächsten Monaten konzentrieren sich die Bemühungen daher auf die Umsetzung eines Pilotprojektes um die Positiveffekte (Kosteneffizienz, Funktionserhalt) einer koordinierten Pflege zu verdeutlichen und die Teilnahmebereitschaft unter den Landnutzern zu erhöhen.
Download: Präsentation Flurgehölze & Kurzbeschreibung Arbeitsstand Flurgehölze

Abschließend wurde der Arbeitsstand zur Naturschutzorientierten Grünlandbewirtschaftung vorgestellt. Sascha Fritzsch erklärte zunächst die naturschutzfachliche und landeskulturelle Bedeutung von Wiesen und Weiden im Partheland. Mittlerweile sind nur noch an wenigen Standorten im Partheland höherwertige Grünlandbestände zu beobachten und insgesamt ist ein negativer Trend hinsichtlich der Artenausttatung zu beobachten. Die klassische, landwirtschaftliche Nutztierhaltung im Partheland ist stark rückläufig. Grünlandflächen werden aber zunehmend als Weide- oder Mahdflächen für die Pferdehaltung genutzt. Dank der Popularität des Reitsports besteht in Großstadtnähe weiterhin eine hohe Nachfrage nach Grünland. Somit besteht keine Gefahr hinsichtlich der Verbrachung dieser Flächen. Jedoch ist eine Veränderung des Bewirtschaftungsregimes (Mahdtermineetc.) und und in der Konsequenz auch der Artenzusammensetzung zu beobachten.
Auf der Basis eines Rahmenkonzeptes m wurden Bewirtschaftungs­empfehlungen und Schlüsselprojekte definiert welche die Grundlage für den nun zu intensivierenden Dialog mit Landnutzern und Fachbehörden darstellen. Am 18. Mai ist in diesem Zusammenhang ein Runder Tisch geplant. Im Oktober folgt außerdem noch eine Parthelandküche.
Download: Präsentation Grünland & Kurzbeschreibung Arbeitsstand Grünland

Der abschließende Ausblick von Florian Etterer stellt das bevorstehende Jahr mit seinen Veranstaltungen und Höhepunkten vor. Im Mittelpunkt der fachlichen Bearbeitung steht in den nächsten Monaten die Entwicklung eines wirksamen Kulturlandschaftsmanagements. In Form eines sogenannten Innovationskonzeptes (= Umsetzungskonzept) werden für das Partheland Empfehlungen und Schritte zur Optimierung des Kulturlandschaftsmanagements dargestellt. Zur nächsten Vollversammlung (Frühjahr 2018) wird ein erster Entwurf vorgestellt und diskutiert.
Download: Präsentation Ausblick

Eine umfangreichere Dokumentation der Vollversammlung finden sie hier.




17. Treffen der Innovationsgruppe am 07.02.2017

17. Treffen der Innovationsgruppe am 07.02.2017

Das zweite Treffen in 2017 drehte sich vor Allem um die Vorbereitung der Vollversammlung am 24.03.2017. Ein weiterer Tagesordnungspunkt diente der Veröffentlichung des Leipziger Gartenprogramms 2017. Die Printversion erscheint im April. Neben Beiträgen aus dem Taschenbuch Stadt Land Flüßchen wird es auch eine Entdeckerkarte zum Partheland beinhalten.

Hier gelangen Sie zum vollständigen Tagebucheintrag.

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11.-12.01.2017: Klausur in Pegau (16. IG-Treffen)

Von 11.-12.01.2017 fand in Pegau eine interne stadt PARTHE land-Klausur statt.

Gemeinsam mit Auftragnehmern und den Mentoren des wissenschaftlichen Beirats wertete die Innovationsgruppe den aktuellen Arbeitsstand in einem intensiven Arbeitsprozess aus und diskutierte die weitere Vorgehensweise. Neben der Auseinandersetzung mit den einzelnen Teilprojekten, stellte die Diskussion der „8 Thesen zur Auswertung einer kommunikativen Intervention“ von Kenneth Anders und Lars Fischer einen inhaltlichen Schwerpunkt dar.

Eine detaillierte Auswertung der Klausurtagung ist noch in Bearbeitung. In Kürze wird es an dieser Stelle mehr zu lesen geben.




Exkursionsführer: …sich wundern im Partheland

Exkursionsführer: …sich wundern im Partheland

stadt PARTHE land setzt sich mit dem Kulturlandschaftsmanagement in Stadt-Umland-Regionen auseinander. Dabei spielt der persönliche Bezug jedes Einzelnen zur Landschaft eine bedeutende Rolle.

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Völlig unvoreingenommen begaben sich Studenten der TU Dresden und der HS Osnabrück im Rahmen einer Sommerschule auf Spurensuche entlang der Parthe. Zwischen dem 8. und 13. Mai 2016 erforschten sie das Partheland durch Befragungen und Beschreibungen. Verschiedene Personen gaben Einblick in ihre Erlebnisse und Beziehungen zum Partheland. Doch die Studenten erkundeten auch selbst die Umgebung und stießen auf unterschiedliche Orte und Besonderheiten.

Daraus entstand ein Exkursionsführer der besonderen Art. Er ist eine Sammlung der erkundeten Orte und soll dazu anregen, die Eigenart und Schönheit des Parthelandes selbst zu entdecken.

Wir danken allen, die uns mit Informationen versorgten und die Studenten zu den besonderen Orten entlang der Parthe führten.

Der Exkursionsführer kann hier heruntergeladen werden (Dateigröße: ca. 8Mb).

Der Exkursionsführer ist auch in gedruckter, limitierter Auflage erhältlich und wird zu den Veranstaltungen im Rahmen des Forschungsvorhabens verteilt. Außerdem kann er im Shop von culturtraeger unter der Rubrik „Partheland“ bestellt werden.




14. Treffen der Innovationsgruppe am 02.11.2016

14. Treffen der Innovationsgruppe am 02.11.2016

Das 14. Treffen unserer Innovationsgruppe fand im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig statt. Schwerpunkt der Besprechung waren Vorstellung und Diskussion des aktuellen Arbeitsstands zu den drei Teilprojekten im Handlungsfeld Neue Wertschöpfungsketten in der Kulturlandschaftspflege:

  • Verwertung von Reststoffen aus der Kulturlandschaftspflege
  • Naturschutzkonforme Grünlandbewirtschaftung
  • Pflege und Umbau von Flurgehölzen

Den vollständigen Tagebucheintrag zum Treffen finden Sie hier.

 




Mahdgutübertrag in den Plaußiger Wiesen

Ökologische Aufwertung der Plaußiger Wiesen durch Mahdgutübertrag und Einsaat

Informationstafel Bereits seit Winter 2015/ 2016 liefen die Vorbereitungen zur naturschutzfachlichen Aufwertung einer Auenwiese an der Parthe bei Leipzig-Plaußig.

Gemeinsam mit dem ortsansässigen Agrarbetrieb Saat-Gut Plaußig Voges KG und unterstützt durch freiwillige Helfer konnte diese Maßnahme im September initiiert werden. Hierfür wurde zunächst der Boden in fünf bis zehn Meter breiten Streifen umgebrochen und mit einer gebietsheimischen, auf den Standort angepassten Blühmischung eingesät.

Abschließend erfolgte auf diesen Streifen am  24. September  die Verteilung von Mahdgut aus einer Biotopfläche im Abtnaundorfer Park die schon seit Jahren vom Zweckverband Parthenaue gepflegt wird und dadurch ihren Wert erhalten konnte.

Zur Beteiligung am Arbeitseinsatz wurde die heimische Bevölkerung eingeladen und mehrere Bürger folgten dem Aufruf zur Mithilfe bei der Verteilung des Mahdguts.

Die Wiese vor der Umsetzung

Die Wiese vor der Umsetzung

Herstellung der Frässtreifen

Herstellung der Frässtreifen

Eigentlich sind sogenannte Flachlandmähwiesen prägend für die Parthenaue. Ihr vergleichsweise guter Zustand führte auch zur Unterschutzstellung der Aue als FFH-Gebiet. Jedoch ist hinsichtlich der naturschutzfachlichen Qualität dieser Flächen ein negativer Trend zu beobachten. Im Rahmen von stadt PARTHE land wird daher erprobt wie diese Wiesen wieder aufgewertet werden können und ihre naturschutzkonforme Bewirtschaftung gefördert werden kann. Darüber hinaus wird auch geprüft ob derartige Revitalisierungsmaßnahmen auch als Kompensationsmaßnahmen im Sinne der naturschutzrechltlichen Eingriffsregelung angerechnet werden können.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer sowie an die Saat-Gut Plaußig Voges KG für die Bereitschaft zur Mitwirkung und Vorbereitung der Maßnahme.

Außerdem berichtete auch die LVZ über unseren Einsatz für artenreiche Wiesen im Partheland.

Verteilung des Mahdguts




3. Parthelandküche am 11.09.2016

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Das Obst in der Parthenaue als Medium der Kulturlandschaft

Am 11. September 2016 fand im Alten Kranwerk in Naunhof bei Leipzig die dritte Parthelandküche statt. Den Rahmen für diese Küche bildete ein Erntecamp samt Workshop zur Verarbeitung von Straßenobst, an dem gut 30 Personen teilnahmen.

Diese Parthelandküche sollte begleitend zur vorgestellten Expertise „Neue Ökonomie für altes Obst“ das Gespräch über regionale Nutzungsperspektiven insbesondere von Straßenobstbeständen befördern. Den Einstieg in die Diskussion bildeten einige vorgelesene kurze Passagen zur Obstnutzung im Partheland aus dem Buch „Stadt Land Flüsschen – Leben und Arbeiten im Partheland“.

Die Diskussion ergab ein intensives Stimmungsbild zu gegenwärtigen Problemen einer regionalen Nutzung bzw. ökonomischen Verwertung von Obst an Straßen, in Gärten und in kleinen Streuobstbeständen. Insbesondere wurde der Verlust an Obstbäumen in der Landschaft beklagt, die mögliche Kontaminierung von Straßenobst als Hinderungsgrund für eine Vermarktung betont, aber auch auf die nötige Pflege der Bestände hingewiesen.

Willkommenn zur Parthelandküche

Über das Stimmungsbild hinaus wurden auch Vorschläge gemacht, wie einer „neuen Ökonomie für altes Obst“ nähergekommen werden kann. Im Protokoll von Sebastian Pomm, einem der Bearbeiter der oben genannten Expertise, heißt es dazu (mit einigen kleinen Ergänzungen): Ein grundlegendes Interesse von Seiten der „externen“ TeilnehmerInnen der Parthelandküche am Prinzip eines regionalen Obstfonds ist vorhanden. Als Gegenentwurf zum Prinzip der Aufpreisvermarktung, wie es in Naturschutzinitiativen zur Obstvermarktung häufig der Fall ist, wurde ein Prinzip der Finanzierung z.B. über Baumpatenschaften vorgeschlagen. Ein endgültiges Modell für ein solches Konstrukt ist aber noch immer unklar, Mischmodelle seien ebenso denkbar. Prinzipiell gilt es, die ökonomische Inwertsetzung von traditionellen Obstbeständen mit einer ideellen Inwertsetzung zu verbinden und auf breiterer Fläche zu kommunizieren (z.B. über Formate der Bildung oder des Tourismus). Der Forschungsverbund stadt Parthe land könnte in diesem Zusammenhang vor allem eine vermittelnde Funktion einnehmen.

Im Nachgang der Parthelandküche ist die Idee eines „Obsttages“ als Vermarktungsmodell entstanden und als „Apfeltag“ in Zusammenarbeit mit der Grünen Liga Kohrener Land e.V. und dem Gartenprogramm Leipzig im Oktober umgesetzt worden. Ebenso ist mit der Gründung einer Vermarktungsinitiative „Obstgenossen“ unter dem Dach der Leipziger Annalinde gGmbH ein Vermarktungsschritt getan worden.

(von Lars Fischer, 11.11.2016)

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13. Treffen der Innovationsgruppe am 23.08.2016

13. Treffen der Innovationsgruppe am 23.08.2016

Unser 13. Treffen der Verbundpartner fand am 23.08. im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig statt.

  • Folgende Themen standen auf der Tagesordnung:
  • Präsentation des Arbeitsstands zur Expertise Regionalwirtschaft (Obst)
  • Vorbereitung der 3. Parthelandküche am 11.09.2016
  • Parthelandküchen 2017

Den vollständigen Tagebucheintrag zum Treffen finden Sie hier.




12. Treffen der Innovationsgruppe am 16.06.2016

12. Treffen der Innovationsgruppe am 16.06.2016

Das 12. Treffen unserer Innovationsgruppe fand im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig statt und hatte folgende Themen zum Inhalt:

  • Zweites Coaching durch das Wissenschaftliche Begleitvorhaben (inter3)
    – Fortsetzung Konstellationsanalyse
    – Hinweise zum Innovationskonzept
  • Innovationskonzept: Kulturlandschaftsmanagement im Partheland
  • Rückblick: Sommerschule und 2. Parthelandküche

Den etwas umfangreicheren Tagebucheintrag zum Nachlesen finden Sie hier:
Tagebucheintrag zum 12. Treffen der Innovationsgruppe am 16.06.2016




2. Parthelandküche am 12.05.2016

Ein Exkursionsführer zu erklärungsbedürftigen Orten in der Parthenaue

am 12.05.2016 in der Boulderhalle Leipzig

Im Vorfeld der 2. Parthelandküche fand eine Sommerschule mit Studierenden der TU Dresden und der Hochschule Osnabrück statt. Im Gespräch mit Menschen aus der Region gingen die Studenten den vielfältigen Rätseln und Besonderheiten des Parthelandes auf den Grund. Die Erlebnisse und Eindrücke wurden zur 2. Parthelandküche in künstlerischer Form zum Ausdruck gebracht.

Weitere Eindrücke und eine Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.

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Ziel der Sommerschule war die Erarbeitung eines Exkursionsführers zu erklärungsbedürftigen Orten in der Parthenaue, der von den Studenten aktuell noch erstellt wird. Die Veröffentlichung des Exkursionsführers wird im August erfolgen.

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11. Treffen der Innovationsgruppe am 19.04.2016

11. Treffen der Innovationsgruppe am 19.04.2016

Das 11. Treffen unserer Innovationsgruppe fand im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig statt und hatte folgende Themen zum Inhalt:

  • Rückblick
    – Vollversammlung
    – 1. Parthelandküche
  • Vorbereitung
    – Sommerschule
    – 2. Parthelandküche
  • BMBF-Berichtspflicht zum 30.04.2016
  • Termine

Den vollständigen Tagebucheintrag zum Nachlesen finden Sie hier:
Tagebucheintrag zum 11. Treffen der Innovationsgruppe

 




1. Parthelandküche

Man kann das gar nicht fassen, wie schön das ist

Eine Buchpremiere und ein literarischer Salon über die Menschen in der Parthenaue
1. Parthelandküche am 08.04.2016 im Schloss Schönefeld

 

Ein Jahr lang wurden im Rahmen von stadt PARTHE land sehr verschiedene Menschen befragt: Landwirte und Naturschützer, Künstler und Kommunalpolitiker, Alteingesessene und Neusiedler. Wir wollten wissen, wie ihre Beziehung zu der Landschaft ist, in der sie leben und arbeiten. Welche Veränderungen beobachten sie vor der Haustür? Prägen Sie den Raum durch das, was sie tun? Was macht ihnen Sorgen und worauf hoffen sie, wenn es um die Zukunft ihrer Heimat geht?

32 Porträts, die bei den Gesprächen entstanden sind, wurden zu einem Taschenbuch zusammengestellt, das direkt in die Vielfalt der Parthenaue führt. In unserer Parthelandküche, die als gemütlicher Salon ausgerichtet war, lasen wir zunächst aus diesen Porträts vor und suchten dann das Gespräch mit den Gästen, um dem Reichtum der Landschaft auf die Schliche zu kommen. Schließlich luden wir Sie zu einer Suppe ein – gekocht mit Zutaten der Saison und aus dem Partheland .

Hier gelangen Sie zum Tagebucheintrag der ersten Parthelandküche.

Erste Parthelandküche




Vollversammlung

Vollversammlung 2016

am 08.04.2016
im Schloss Schönefeld

Nach der Auftaktveranstaltung im März vergangenen Jahres in Borsdorf, luden wir dieses Jahr nach Leipzig-Schönefeld ein, um unseren aktuellen Arbeitsstand vorzustellen und zu diskutieren. Unserer Einladung folgten insgesamt 37 Personen, die von Frau Prof. Schmidt (TU Dresden) herzlich begrüßt wurden. Es war eine vielfältige Mischung mit Akteuren aus der Region (Bürgermeister, Behörden, Vereine, etc.), den Partnern und Mentoren des Forschungsvorhabens sowie mit Vertretern des Fördermittelgebers. Trotz der Vielfalt vermissten wir dennoch einzelne wichtige regionale Akteure der Region. So mussten z. B. die eingeladenen Vertreter der Landwirtschaftsbetriebe und Reiterhöfe ihre Teilnahme aus Kapazitätsgründen absagen.

Foto Vollversammlung 2016

Aber was hat es mit dieser Vollversammlung eigentlich auf sich?

Wir, die Partner des Forschungsvorhabens stadt PARTHE land, wollen nicht nur forschen, sondern umsetzungsfähige Lösungen für das Partheland entwickeln und verstetigen. Dies geht nicht ohne die Partizipation zahlreicher Akteure aus der Region und aus unterschiedlichsten Bereichen. Nur so können die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen im Partheland umfassend berücksichtigt werden. Darüber hinaus brauchen wir für unsere Arbeit eine regionale Legitimation als Basis für die Verstetigung und langfristige Umsetzung von Lösungen und Erkenntnissen in der alltäglichen Praxis. Daher haben wir beschlossen eine Vollversammlung ins Leben zu rufen, der 25 – 30 Vertreter aus Politik, Verwaltung, Bürgerschaft und Wirtschaft sowie die Partner des Forschungsvorhabens stadt PARTHE land angehören sollen. Diesem Gremium wird einmal pro Jahr der aktuelle Arbeitsstand vorgestellt und mit ihm diskutiert. Dabei soll auch über offene oder strittige Fragen der weiteren Bearbeitung beraten werden.

 

Vorstellung unseres Arbeitsstands und Diskussion

Für uns war es eine große Herausforderung unseren Arbeitsstand trotz der Vielschichtigkeit von stadt PARTHE land (3 Handlungsfelder & 7 Teilprojekte) in möglichst kurzer Zeit (2 Stunden) vor­zustellen und gleichzeitig noch eine Diskussion zu stimulieren. Aber andererseits erfolgt die Teilnahme an der Vollversammlung freiwillig wie unentgeltlich und viele der Teilnehmer werden daher auch nur begrenzt Zeit aufbringen können. Zudem folgte gleich im Anschluss die erste Parthelandküche.

 

Folgende Vorträge wurden von uns präsentiert:

 

Die Diskussion im Anschluss an die Vorträge war wenig ausgeprägt. Vermutlich war es für das Plenum schwierig in der Kürze der Zeit und aufgrund des hohen Informationsgehaltes kritische Fragen zu formulieren.

Der Verlauf der Vollversammlung wurde von uns Partnern im Rahmen unseres 11. Innovations­gruppentreffens (19.04.2016) intensiv ausgewertet. Insgesamt waren wir mit der Veranstaltung zufrieden, aber wir sahen auch Optimierungsmöglichkeiten für die zukünftigen Vollversammlungen. Insbesondere die Möglichkeiten zur aktiven Einbringung von „Statements von außen“ wollen wir für die Teilnehmer der Vollversammlung noch verbessern. Es gibt daher beispielsweise Überlegungen das Format von Frontalvorträgen hin zu einer eher seminaristischen Arbeitsweise zu wandeln. Auch sollten den Teilnehmern im Vorfeld mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden. Letztlich werden wir aber unsere Rechtfertigungspflicht gegenüber der Region und die Wiedergabe unseres Arbeitsstands als Kern der Vollversammlung beibehalten.

 

Ausblick

Ein Schwerpunkt im Jahr 2016 dient der Fertigstellung der konzeptionellen Grundlagen für die einzelnen Teilprojekte. Ganz aktuell wurde zur Produktionsintegrierten Kompensation ein Zwischenbericht veröffentlicht.
Zu den Wertschöpfungsteilprojekten (Naturschutzkonforme Grünlandbewirtschaftung / Verwertung von organischen Reststoffen / Pflege und Umbau von Flurgehölzen) werden bis Ende Juni 2016 ebenfalls Zwischenberichte veröffentlicht. Anfang des Jahres 2017 werden die Konzepte zu diesen Teilprojekten fertiggestellt und zur nächsten Vollversammlung präsentiert.

Als übergeordnetes und verbindendes Produkt wird im Rahmen von stadt PARTHE land ein sogenanntes „Innovationskonzept“ entstehen. Dieses soll aufzeigen wie die Erkenntnisse und entwickelten Lösungsansätze des Forschungsvorhabens auch noch nach Ende der Projektlaufzeit (August 2019) im Partheland umgesetzt werden können. Die Inhalte dieses Konzeptes werden im Laufe dieses Jahres konkretisiert.

Es gibt also viel Stoff für die nächste Vollversammlung, die im Zeitraum Februar bis April 2017 stattfinden wird.




Runder Tisch Reststoffe am 25.02.2016

Runder Tisch Reststoffe

am 25.02.2016, 10:00 – 13:00 Uhr
im Deutschen Biomasseforschungszentrum
(Torgauer Str. 116, 04347 Leipzig)

Im Raum Leipzig fallen jährlich bei der Landschafts- und Grünflächenpflege größere Mengen organischer Reststoffe an. Aufgrund fehlender Verwertungsalternativen werden diese „Reststoffe“ zumeist kostenpflichtig entsorgt. Ein Ziel des Forschungsvorhabens „stadt PARTHE land“ ist, zu untersuchen, wie die Pflege-/Entsorgungskosten durch eine höherwertigere Nutzung anfallender Reststoffe minimiert werden können. Gemeinsam mit den für die Flächenpflege verantwortlichen Akteuren, möchten wir neue, innovative und praktikable Verwertungskonzepte und -verfahren erarbeiten. Im Rahmen eines ersten Runden Tisches wurde der aktuelle Arbeitsstand vorgestellt und die von uns ermittelten Reststoffpotenziale und mögliche Verwertungsoptionen aufgezeigt, um gemeinsam Lösungsansätze für eine optimierte Verwertung von Reststoffen aus der Landschaftspflege herauszuarbeiten und zu diskutieren. Der Runde Tisch fand am 25.02.2016, 10:00 – 13:00 Uhr, im Deutschen Biomasseforschungszentrum statt.

Bei Interesse können Sie sich an Frau Raubold (sylvia.raubold@leipzig.de) wenden.

Eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.




10. Treffen der Innovationsgruppe am 19.01.2016

10. Treffen der Innovationsgruppe am 19.01.2016

Unser erstes Treffen im Jahr 2016 fand am 19.01. im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig statt. Dieses Mal ging es um die folgenden Themen:

  • Rückblick 2015
  • Arbeitsstand Teilprojekt Produktionsintegrierte Kompensation (PIK)
  • Kommunikationskonzept & Parthelandküchen 2016 (Klärung offener Punkte)
  • Ausblick: Termine und Veranstaltungen in 2016

Den vollständigen Tagebucheintrag zum Nachlesen finden Sie hier:

Tagebucheintrag zum 10. Treffen der Innovationsgruppe

 




Neuntes Treffen der Innovationsgruppe am 17.11.2015

Am 17.11.2015 waren wir im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig zu Gast.
Folgende Themen wurden besprochen:

  • Konzept zur Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit
  • Kommunikationskonzept Landschaftskommunikation & Parthelandküchen
  • Arbeitstand Teilprojekt: Naturschutzkonforme Grünlandbewirtschaftung

Eine Zusammenfassung der Besprechung finden Sie hier:

Tagebucheintrag zum 9. Innovationsgruppentreffen




Runder Tisch Flurgehölze am 21.10.2015

Pflege und Umbau von linearen und kleinflächigen Gehölzstrukturen
(Runder Tisch am 21.10.2015)

Am Mittwoch, 23.10.2015 folgten 22 Personen der Einladung in die Naturschutzstation Plaußig. Rund um die Möglichkeiten zur Optimierung der Rahmenbedingungen für die Pflege und den Umbau von linearen und kleinflächigen Gehölzstrukturen entstand ein reger Austausch.

Die Ergebnisse des Runden Tisches finden Sie hier.

Windschutzpflanzung

Foto: Typische Windschutzpflanzung (TU Dresden, 2014)

 




Achtes Treffen der Innovationsgruppe am 29.09.2015

Achtes Treffen der Innovationsgruppe am 29.09.2015

Am 29.09. waren wir im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig zu Gast. Auf dem Programm standen dieses Mal:

  • ein erstes Coaching von inter3 (= wiss. Begleitvorhaben der Fördermaßnahme) und
  • der Arbeitstand im Teilprojekt „Pflege und Umbau von linearen und kleinflächigen Gehölzstrukturen (Flurgehölze)“

Eine Zusammenfassung der Besprechung finden Sie hier:

Tagebucheintrag zum 8. Innovationsgruppentreffen




Regionalwirtschaft – „Neue Ökonomie für Altes Obst“ (Runder Tisch am 28.08.2015)

Regionalwirtschaft – „Neue Ökonomie für Altes Obst“
(Runder Tisch am 28.08.2015)

Zu einem Runden Tisch hatten sich am 28. August verschiedene Akteure aus Leipzig und dem Partheland zusammengefunden. Wir wurden freundlich aufgenommen in den Lindenwerkstätten Panitzsch der Diakonie Leipzig.

 

Carsten Ruß hat uns am Ende unserer Veranstaltung durch Haus und Hof geführt und uns schwer beeindruckt, was in Panitzsch alles geleistet wird. Deshalb schon an dieser Stelle des Tagebucheintrags ein großes Lob dorthin und die Aufforderung an den geneigten Leser, die nächste Ente oder die Freilandeier künftig dort zu kaufen.

 

Das Hühnermobil der Lindenwerkstätten (Foto: F. Etterer, 2013)

Das Hühnermobil der Lindenwerkstätten (Foto: F. Etterer, 2013)

 

Fast dreißig Teilnehmer haben sich, ihren Beruf, ihre Produkte und ihre Erwartungen an den Runden Tisch vorgestellt. Zielstellung war eine Verständigung zur Untersuchung von Wertschöpfungsketten in der Landschaftspflege und in der Verwertung von Obstbeständen, ihre Schnittmengen und die daraus abzuleitendeFachexpertise im Rahmen von stadt PARTHE land.

 

Um einen sinnvollen Austausch zu ermöglichen, haben wir zwei Untergruppen gebildet, um im kleineren Kreis weiterzuarbeiten. Ich berichte Ihnen kurz aus der Runde mit Patrice Wolger, Thilo Egenberger und anderen.

 

Wir haben uns zur Nachfrage nach Sorten aus Verarbeiter-Sicht ausgetauscht. Am Beginn stand der landschaftspflegerische Aspekt von Obstgehölzen, die Dominanz des Apfelanbaus, die generelle Nachfrage nach alten Sorten bei Tafelobst und Gemüsesorten. Landschaftspflegerisch wurde angemerkt, dass Graswiesen Grasfresser brauchen und ein gewünschter Kreislauf für Pflege/Nutzung/Beerntung von Obstwiesen mit einem tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzen und einer unsubventionierten Vermarktung erreicht werden soll. An diesem Punkt beginnen die Schwierigkeiten, die dem Veredler im Weg stehen. Thilo Egenberger berichtete von seinen Problemen, 20 bis 30 Tonnen Äpfel für einen Zider (ja, so steht er im Duden) zu akquirieren. Egenberger Lebensmittel würde sogar 0,25€/kg anbieten, was deutlich über dem durchschnittlichen Ankaufpreis liegt. Modelle, die auf Ehrenamt zielen oder Projektarbeit, sind nicht zielführend. Möglich sind Vereinbarungen mit den Gemeinden über Erente und Pflege, Biozertifizierungen wird es über diesen Weg aber nicht geben. Des weiteren gibt es großes Interesse seitens der Kommunen, dieses Thema ausführlich zu besprechen und Lösungen zu finden. Was nötig ist, ist eine Koordninierung dieser Bedarfe und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Diese steigert auch die Wertschätzung für lokale Sorten und bringt Produzenten und Konsumenten näher zusammen.

 

Streuobstprüfung auf der Fahrradexkursion (Foto: F. Etterer, 08/2015)

Streuobstprüfung auf der Fahrradexkursion (Foto: F. Etterer, 08/2015)

 

 

Wie wollen wir weiter miteinander arbeiten? Es gibt auf allen Seiten den Wunsch ein lokal-regionales Label mit Zertifizierung zu kreiieren unter dem Arbeitstitel „Leipzig+50“. Der Ball wird an dieser Stelle zum Ökolöwen gespielt in der Hoffnung auf Annahme und Return.

 

Die Ergebnisse der zweiten Untergruppe sind in obige Beschreibung mit eingeflossen, sie wurden uns von Sebastian Pomm präsentiert. Viele Impulse wurden gesetzt, viele Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht, sogar neue Produktideen initiiert. Ich bin mir sicher, dass wir heute in einem Jahr konkrete Ergebnisse aus diesem Treffen in den Händen halten werden. Allen Akteuren gutes Gelingen und viel Erfolg!

 

Matthias Schätzl
culturtraeger GmbH




Siebtes Treffen der Innovationsgruppe am 26.08.2015

Siebtes Treffen der Innovationsgruppe am 26.08.2015

Im Rahmen der Fahrradexkursion fand auch ein kurzes Innovationsgruppentreffen statt.

Schwerpunkt der Besprechung waren:

  • Optimierung Öffentlichkeitsarbeit
  • Konkretisierung der Mitglieder für die Vollversammlung
  • Aktuelle Situation, Rolle und Perspektiven des Zweckverbands Parthenaue

Auf der Internetpräsenz des Leipziger Gartenprogramms wird zeitnah eine Rubrik „Partheland“ entstehen. Dort werden die fertig gestellten Portraits des Büros für Landschaftskommunikation veröffentlicht. Sylvia und Heike werden bis zum übernächsten Treffen (November) eine Strategie zur Optimierung der Außenkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit vorbereiten.

Der Termin für die Vollversammlung steht nun fest: Freitag, 11.03.2016

Zur Vollversammlung wollen wir unseren aktuellen Arbeitsstand wichtigen Akteuren aus der Region vorstellen und mit Ihnen das weitere Vorgehen diskutieren. Eine Liste mit potentiellen Mitgliedern wurde von der Innovationsgruppe beschlossen. Diese sollen in den kommenden Wochen angefragt werden.

 

Nach der Besprechung ließ man den langen, eindrucksreichen Tag bei Bratwurst und Getränken im Hinterhof der Naturschutzstation Plaußig ausklingen.

(Foto: S. Raubold, 08/2015)

(Foto: S. Raubold, 08/2015)




Fahrradexkursion durchs Partheland (26. – 27.08.2015)

Fahrradexkursion durchs Partheland (26. – 27.08.2015)

Die Fahrradgruppe im Mariannenpark (Foto: H. König, 08/2015)

Die Fahrradgruppe im Mariannenpark (Foto: H. König, 08/2015)

Gemeinsam mit Mentoren und regionalen Auftragnehmern unternahm die Innovationsgruppe eine zweitägige Exkursion durchs Partheland. Der Ausflug bot die Möglichkeit Fragestellungen des Forschungsvorhabens konkret im Raum zu diskutieren und das Verständnis für die Region und ihre Herausforderungen zu verstärken. Gleichzeitig war auch viel Zeit für den informellen Austausch zwischen den Partnern. Im Ergebnis entstanden nicht nur neue Ideen und Ansätze für die weitere Bearbeitung sondern auch ein besseres Verständnis für die vielfältigen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Teilprojekten und die übergeordneten gemeinsamen Zielsetzungen.

 

Im Gespräch mit Dr. Bergmann von der Stiftung Partheland in Sehlis (Foto: L. Fischer, 08/2015)

Im Gespräch mit Dr. Bergmann von der Stiftung Partheland in Sehlis (Foto: L. Fischer, 08/2015)

Eine Beschreibung der Stationen der Fahrradexkursion enthalten die beiden folgenden Links:

Tag 1: Vom Zentrum Leipzigs bis an die Peripherie

Tag 2: Von Taucha bis Beucha

 




Sechstes Treffen der Innovationsgruppe am 19.05.2015

Sechstes Treffen der Innovationsgruppe am 19.05.2015

Am 19.05. tagte der Forschungsverbund abermals im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig.
Im Mittelpunkt der Besprechung standen folgende Themen:

  • Fahrradexkursion| partheland info skulptur | produkt PARTHE karte
  • Termine 2015
  • Die Runden Tische
  • Verwertung von Reststoffen aus der Kulturlandschaftspflege

Eine Zusammenfassung der Besprechung finden Sie hier:
Tagebucheintrag: Sechstes Treffen der Innovationsgruppe




Fünftes Treffen der Innovationsgruppe am 29.04.2015

Fünftes Treffen der Innovationsgruppe am 29.04.2015

Am 29.04. waren wir im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig zu Gast.
Auf dem Programm standen zahlreiche Punkte wie z. B.

– die Auswertung der Auftaktveranstaltung und
– erste Ideen für die Parthelandküchen.

Eine Zusammenfassung der Besprechung finden Sie hier:
Tagebuch Fünftes Treffen der Innovationsgruppe




Auftaktveranstaltung in Borsdorf

Auftaktveranstaltung in Borsdorf

Weit über 50 Teilnehmer kamen am 20.03. ins Bildungs- und Technologiezentrum der HWK Leipzig zur Auftaktveranstaltung von
stadt PARTHE land.

Nach einer allgemeinen Vorstellung des Forschungsvorhabens und der Fördermaßnahme bot sich die Gelegenheit an fünf Stationen über spezifische Themen des Forschungsvorhabens zu diskutieren. Die Ergebnisse dieser Diskussionsrunden können Sie hier nachlesen:

– Pflege und Umbau linearer und kleinflächiger Gehölzstrukturen

– Was ist mit dem Grünland los?

– Parthe-Café zur Landschaftskommunikation

– Verwertung von Reststoffen aus der Kulturlandschaftspflege

– Produktionsintegrierte Kompensation

 

Wir danken allen Teilnehmern für die zahlreichen Anregungen und konstruktiven Beiträge.

Impressionen:

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Viertes Treffen der Innovationsgruppe am 04.03.2015

Viertes Treffen der Innovationsgruppe am 04.03.2015

Im Anschluss an den Pressetermin trafen sich die Projektpartner zu Ihrer vierten Besprechung. Eine kurze Zusammenfassung der Besprechung finden Sie hier:

Memo zum Innovationsgruppentreffen am 4.3. im DBFZ Leipzig, 13 – 16 Uhr




Offizieller Pressetermin im DBFZ

Offizieller Pressetermin im DBFZ

Am 04.03. wurde unser Forschungsvorhaben verschiedenen Vertretern der Leipziger Medienlandschaft im DBFZ vorgestellt. Anwesend waren auch Bürgermeister Dr. Holger Schirmbeck (Stadt Taucha) und Bürgermeister Ludwig Martin (Gemeinde Borsdorf) die nochmals aus Ihrer Sicht die Bedeutung des Vorhabens für die Region darstellten. Damit bewegen wir uns nun bewusst in die Öffentlichkeit um möglichst viele Menschen auf
stadt PARTHE land aufmerksam zu machen und zum Mitmachen zu animieren.

Unsere Pressemitteilung

Hier das Medienecho:
– Artikel in der LVZ Leipzig
– Beitrag bei Radio Leipzig
– Beitrag in der Leipziger Internetzeitung

Pressefoto vom 04.03.2015: v.ln.r.: Dr. T. Schmidt-Baum (DBFZ), H. Skiba (Partner des DBFZ), A. Gumbrecht (ZV Parthenaue), H. König (Grüner Ring Leipzig), Prof. Dr. C. Schmidt (TU Dresden), Bürgermeister L. Martin (Borsdorf), S. Sperling (ZV Parthenaue), Dr. K. Anders (Büro für Landschaftskommunikation), Bürgermeister Dr. H. Schirmbeck (Taucha), A. Weinert (ZV Parthenaue), Dr. M. Pietsch (Prof. Hellriegel Institut), F. Etterer (TU Dresden)

Pressefoto vom 04.03.2015:
v.ln.r.: Dr. T. Schmidt-Baum (DBFZ), H. Skiba (Partner des DBFZ), A. Gumbrecht (ZV Parthenaue), H. König (Grüner Ring Leipzig), Prof. Dr. C. Schmidt (TU Dresden), Bürgermeister L. Martin (Borsdorf), S. Sperling (ZV Parthenaue), Dr. K. Anders (Büro für Landschaftskommunikation), Bürgermeister Dr. H. Schirmbeck (Taucha), A. Weinert (ZV Parthenaue), Dr. M. Pietsch (Prof. Hellriegel Institut), F. Etterer (TU Dresden)




Drittes Treffen der Innovationsgruppe (13.01.2015)

Drittes Treffen der Innovationsgruppe (13.01.2015)

Das dritte Treffen der Verbundpartner fand am 13.01.2015 beim Zweckverband Parthenaue in Leipzig-Plaußig statt.

Die Projekthomepage wurde mittlerweile veröffentlicht, ein erstes Faltblatt fertiggestellt und erste Informationen zum Forschungsvorhaben sowie die Vorankündigung der Auftaktveranstaltung wurden in der Vorweihnachtszeit an zahlreiche Akteure versendet.

Schwerpunkt des Treffens war die Vorbereitung der Auftaktveranstaltung am 20.03.2015 sowie die Präsentation der einzelnen Teilprojekte inklusive ihrer Arbeitsstände. Ursprünglich war auch eine Diskussion zur projektinternen Organisation (siehe 2. Innovationsgruppentreffen) geplant. Die Diskussionen zu den einzelnen Teilprojekten waren jedoch zu lang.

Für den 04.03.15 wurde daher ein weiteres Treffen vereinbart. Dieses dient neben der Vorbereitung der Auftaktveranstaltung in erster Linie der ausführlichen Diskussion und Abstimmung der projektinternen Organisation.

Das überarbeitete Projektlogo fand bei den Partnern überwiegend Zustimmung und wurde als offizielle Version beschlossen.

Das Projektlogo

Das Projektlogo

Am 04.03. wird zudem eine öffentlichkeitswirksame Vorstellung des Forschungsvorhabens gemeinsam mit den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen im DBFZ stattfinden.




Zweites Treffen der Innovationsgruppe (03.11.2014)

Zweites Treffen der Innovationsgruppe (03.11.2014)

Am 3.11.2014 trafen sich die Projektpartner im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig bereits zum zweiten Mal. Neben der TU Dresden und dem DBFZ beginnt nun auch das Prof. Hellriegel Institut mit seiner Arbeit.

 

Weitere Teilnehmer dieses Treffens waren Frau Hauschild und Frau Bieniek vom Projektträger Jülich (PtJ). PtJ wurde vom BMBF mit der administrativen und buchhalterischen Abwicklung des Forschungsvorhabens beauftragt. Neben administrativen Hinweisen für die Projektpartner, stellte Frau Hauschild auch die anderen geförderten Forschungsvorhaben der Fördermaßnahme vor.

Die Besonderheit von stadt PARTHE land ist in diesem Zuasmmenhang die gesamtheitliche Betrachtung der Pflege, Entwicklung und Inwertsetzung von Kulturlandschaften sowie die räumliche Fokussierung auf eine Land-Stadt-Region.

 

Anknüpfend an die Diskussionen der letzten Besprechung stellten dieses Mal die einzelnen Partner ihre Rolle im Forschungsvorhaben vor. Daraus resultierte eine Diskussion die die Arbeit im Projektverbund in seiner Gesamtheit betraf: Was sind die Ziele unserer Treffen und wie werden diese vorbereitet? Wie treffen wir Entscheidungen und wie tragen wir diese auch nach außen? Wie reflektieren wir unsere Arbeit und wo/wie legen wir darüber Rechenschaft ab? …

Aus dieser Debatte resultierte die Anregung ein Tagebuch in die Projekthomepage einzubauen, das den Arbeitsprozess für die Öffentlichkeit wiedergibt. Die andiskutierten Fragen zur verbundinternen Organisation müssen bei den nächsten Treffen aber nochmals intensiv diskutiert werden.

 

Ebenso wurden 4 Entwürfe für das Projektlogo vorgestellt. Die Partner konnten sich schnell auf einen Entwurf einigen. Dieser muss aber nochmals überarbeitet und verfeinert werden.

Die wesentlichsten Inhalte des Forschungsvorhabens sollen bis zum 01.12.2015 im Internet veröffentlicht werden. Die Inhalte der Projekthomepage werden daraufhin sukzessive ausgebaut.




Erstes Treffen der Innovationsgruppe (30.09.2014)

Erstes Treffen der Innovationsgruppe (30.09.2014)

Am 30.09.2014 gab es im Technischen Rathaus der Stadt Leipzig ein erstes Treffen der Verbundpartner. Schwerpunkt war die Besprechung der Kerninhalte sowie der Aufgabenverteilung im Projektverbund. Trotz der einjährigen Vorbereitungsphase und der abgestimmten Vorhabenbeschreibung wurde deutlich, dass noch umfangreicher Klärungsbedarf besteht. Insbesondere für den Austausch und die Abstimmung zwischen den Projektpartnern werden noch mehrere Treffen erforderlich sein – gerade weil in dieser inter- wie transdisziplinären Partnerkonstellation noch nie an einem gemeinsamen Projekt gearbeitet wurde.

Des Weiteren wurden ein erster Arbeitsstand für ein Projektlogo sowie Grundlayout und Struktur der Projekthomepage durch Angelina Richter (elbeplus – Auftragnehmer der TU Dresden) vorgestellt. Die ersten Logoentwürfe stimulierten eine lebhafte und konstruktive Diskussion um die Gestalt, den Sinn und den Informationsgehalt des Projektlogos. Das Grundlayout für die Projekthomepage fand allgemeine Zustimmung. Die vorgeschlagene Struktur muss jedoch nochmals überarbeitet werden.

Abschließend wurde der Entwurf einer Pressemitteilung zum Projektstart diskutiert. Diese wurde jedoch weder als „allgemeinverständlich“ noch als „bürgermeisterverständlich“ bewertet. Daher soll perspektivisch eine neue Pressemitteilung entstehen. Diese soll im Vorfeld der Auftaktveranstaltung (20.03.15 in Borsdorf) veröffentlicht werden. Zur Information der Schlüsselakteure sowie der Teilnehmer der vorangegangen Denkwerkstätten wird zunächst ein Faltblatt erarbeitet.

Die geplanten Projektstellen bei der Stadt Leipzig (für den Grünen Ring) und dem Zweckverband Parthenaue werden erst Anfang des Jahres 2015 besetzt.




Projektstart (01.09.2014)

Projektstart (01.09.2014)

Am 15.08.2014 erhielten die Partner ihre Zuwendungsbescheide für die Hauptphase (01.09.2014 – 31.08.2019) von stadt PARTHE land.

Damit konnte die Umsetzung des Forschungsvorhabens wie geplant am 01.09.2014 beginnen. Jedoch wurden die jährlichen Zuwendungen aufgrund der Haushaltslage seitens des BMBF für die Anfangsjahre nochmals angepasst. In der Konsequenz nahm der Großteil der Partner seine Arbeit erst Anfang des Jahres 2015 auf.




Definitionsphase (01.06.2013 – 31.05.2014)

Definitionsphase (01.06.2013 – 31.05.2014)

Bereits im Vorfeld der eigentlichen Umsetzung des Forschungsvorhabens (= Hauptphase 01.09.2014 – 31.08.2019) erhielt die TU Dresden eine einjährige Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Ziel dieser sogenannten Definitionsphase war die Erarbeitung der Vorhabenbeschreibung (= Konzept für die Hauptphase) sowie der Aufbau einer Innovationsgruppe (= Projektverbund) zur Umsetzung des Forschungsvorhabens.

Mit dem Ziel möglichst viele regionale Akteure an der Entwicklung des Lösungsansatzes zu beteiligen, fanden im Zeitraum von Juni 2013 bis März 2014 vier Denkwerkstätten und zahlreiche Interviews mit regionalen Akteuren statt.

Thematische Inhalte der vier Denkwerkstätten:

  • 07.2013: Vorstellung des Projektes und World Café zu den ersten 3 Schwerpunktideen von
    stadt PARTHE land
  • 10.2013: Neue Wertschöpfungsketten in der Kulturlandschaftspflege
  • 11.2013: Produktionsintegrierte Kompensation (PIK) & Landschaftskommunikation
  • 01.2014: Vorstellung des Gesamtkonzeptes und der Partner für die Hauptphase

Die endabgestimmte Vorhabenbeschreibung wurde fristgerecht zum 31.03.2014 beim BMBF eingereicht. Die formalen Antragsunterlagen aller Partner wurden daraufhin bis zum 31.05.2014 eingereicht.