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Tierpatenschaften im Partheland

Die Wiesen und Weiden im Partheland sind etwas ganz Besonderes. Sie bilden ein immergrünes Band entlang des Flüsschens und sind Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das Grünland ist auch ein wesentlicher Grund, warum die Parthenaue als FFH-Gebiet geschützt ist. Aber die Artenvielfalt ist bedroht: Denn eine extensive, naturschutzorientierte Bewirtschaftung ist heute wegen der zu geringen Marktpreise für Fleisch, Milch oder Wolle einfach nicht mehr rentabel.

Die Folge: Entweder werden die Flächen deutlich intensiver bewirtschaftet, oder sie werden gar nicht mehr bewirtschaftet und verwildern. Beides führt zu einem Verlust der Artenvielfalt.

 

Aber es gibt dennoch Menschen, die trotz der widrigen Rahmenbedingungen eine naturschonende und tierwohlorientierte Bewirtschaftung betreiben. Einer von ihnen ist André Wolf. Mit seiner kleinen Schafherde beweidet er überwiegend kleine Flächen und setzt sich für den Erhalt bedrohter Nutztierrassen ein. Durch den schonenden Verbiss, geringe Trittschäden sowie den Transport von Samen in Fell und Kot, sind Schafe ideale Biotop- und Landschaftspfleger. Darüber hinaus bereichert ihr Anblick die Kulturlandschaft und so eine Herde zu beobachten ist nicht nur für Kinder ein besonderes Erlebnis.

 

Dieser Mehrwert für die Kulturlandschaft muss sich lohnen und daher wollen wir diese Nutzungsweisen durch Patenschaften für Weidetiere fördern. Momentan können wir nur Patenschaften für Schafe von André Wolf anbieten. Geplant sind aber auch Patenschaften bei weiteren Tierhaltern für Rinder, Schafe und Gänse, wobei je nach Tierart auch eine anteilige Patenschaft (z.B. ein 1/8 Rind) möglich ist.

 

Von einer solchen Patenschaft profitieren gleich vier Parteien:

  1. Zum einen die Kulturlandschaft, deren Artenreichtum und Erlebbarkeit gefördert wird.
  2. Zum anderen aber auch die Weidetiere selbst, da diese in artgerechter Art und Weise ein friedliches Leben auf der Weide bestreiten dürfen.
  3. Natürlich profitieren auch die Tierhalter durch Finanzierung und Planungssicherheit.
  4. Letztlich profitiert auch der Pate selbst: Denn nach einer angemessenen Zeit, in welcher man das Tier beim Aufwachsen innerhalb seiner Herde beobachten kann, werden die Tiere möglichst stressfrei ohne große Transportwege geschlachtet und je nach Größe auf eine bestimmte Zahl von Paten aufgeteilt. So erhält man sein eigenes Fleisch von einem Tier, dessen Herkunft man kennt und sich sicher sein kann, dass dieses unter den bestmöglichen Umständen gehalten worden ist. Natürlich ist es aber auch möglich, die Patenschaft für ein Tier zu übernehmen, das nicht für die Fleischproduktion geschlachtet wird.

 

Interessenten an einer Weidepatenschaft für Schafe im Partheland melden sich bitte direkt bei André Wolf:

parthelamm[at]posteo.de
0157 73227535

 

 

 

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André Wolf mit Nachwuchs

Patenschaft für ein Partheschaf:
Weitere Infos zur Patenschaft für Partheschafe von André Wolf

Gemeinsam mit André Wolf haben wir Fragen und Antworten zusammengestellt um näher zu beschreiben wie denn so eine Patenschaft funktioniert.

 

Was ist das Besondere an Andrés Schafen?

Andrés Herde ist ziemlich klein. Aktuell gehören zu ihr 21 Leineschafe und 38 Skudden. Dazu kommen dann pro Jahr noch 50 Lämmer. Es handelt sichum sehr robuste Rassen, die das ganze Jahr im Freien verbringen. Beide Rassen sind mittlerweile selten geworden und insbesondere die Leineschafe sind akut vom Aussterben bedroht. Die Herde weidet auf verschiedenen Flächen entlang der Parthe. Momentan beweiden sie 6 Flächen an der Parthe zwischen Schönefeld und Plaußig, also insgesamt 10-12 Hektar. Der regelmäßige Wechsel der Flächen schont die Vegetation und durch die sogenannte Trift, also den Wechsel auf eine andere Fläche, werden mit den Schafen auch Samen und Insekten zwischen den Flächen ausgetauscht.

Weitere Infos:

Gibt es Patenschaften für Schafe, die nicht geschlachtet werden?

Ja, auch das ist möglich.
Zum Beispiel kann man auch für Mutterschafe eine Patenschaft übernehmen.

Diese Tiere bleiben so lange am Leben, wie es ihr Gesundheitszustand erlaubt. Ihre Patenschaft ist also eine Form von Altersrente. Wenn die Tiere aber aufgrund von Krankheit oder schwerer Verletzung nur noch leiden, dann entscheidet der Schäfer, ob eine Tötung des Tieres erforderlich ist. Für diesen Fall wird mit den Paten einvernehmlich geklärt, ob das Tier der Tiermittelbeseitigung zugeführt oder begraben wird. In vielen Kulturen ist es beispielsweise Tradition auf dem Grab eines verstorbenen Haustieres einen Baum zu pflanzen.

Was kostet die Patenschaft?

Mit Fleischanteil:

  • 120 € für ein halbe Skudde
  • 140 € für ein halbes Leineschaf

„Altersrente“ (keine Schlachtung)

  • 60€/ Jahr

Bin ich alleiniger Pate?

Die Patenschaften mit Fleischanteil sind für ein halbes Schaf kalkuliert. Für den doppelten Preis können Sie aber auch die Patenschaft für ein ganzes Schaf übernehmen. Im Moment wissen wir noch nicht wie viele Tierpaten sich finden werden. Zunächst wird jedes Tier nur mit einem Paten belegt. Erst wenn die Zahl der Paten die Zahl der Tiere übersteigt, werden für ein Tier auch zwei Patenschaften übernommen.

Wie lange dauert eine Patenschaft?

Für Lämmer, die geschlachtet werden, dauert die Patenschaft 9 bis 12 Monate. Die Lämmer kommen im Frühjahr zur Welt und werden ab Herbst geschlachtet.

Wenn sie nicht geschlachtet werden, leben Schafe mehrere Jahre. Bei einer Patenschaft ohne Schlachtung wird die Patenschaft für mindestens ein Jahr vereinbart und kann bis zum Ableben des Tieres verlängert werden.

Wo und wie kann ich eine Patenschaft abschließen? An wen geht das Geld? Wann muss ich bezahlen?

Die Patenschaften werden direkt mit dem Tierhalter, also André Wolf, vereinbart und auch bei ihm bezahlt. Mit der Patenschaft sichern Sie den Fortbestand der extensiven Schafbeweidung und tragen beim Leineschaf auch zum Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Nutztierrasse bei. Die Patenschaften geben André Wolf zudem den finanziellen Spielraum, um seine Schafe resistenter gegen Wurmparasiten zu machen. Dadurch wird der Einsatz von Anthelmintika in der Tierhaltung reduziert. Dabei handelt es sich um ein sehr starkes Medikament, das bei Überdosis für ein Schaf neurotoxisch wirken kann.

Der Patenschaftsanteil ist zu Beginn der Patenschaft zu zahlen.

Schafe auf dem Krumrichsberg

Skudden auf dem Krumrichsberg

Darf ich mein Schaf selber aussuchen? Hat es einen Namen bzw. darf ich ihm einen Namen geben?

Ja, das sollte gehen. Auch über die Namensgebung kann man sich gemeinsam mit dem Schäfer einigen.

Bei Schafen ist es im Übrigen gängig, dass sie ihren Namen aufgrund besonderer Eigenschaften erhalten. Ein Schaf hat André zum Beispiel „Gartenfee“ genannt, weil es sich im Schönefelder Kirchgarten am Liebsten an einer besonders schönen Stelle aufhielt.

Was passiert, wenn mein Patenschaf frühzeitig verstirbt?

Leider sind Krankheiten und Unfälle nie ausgeschlossen. Es kommt immer wieder vor, dass ein Tier durch unvorhersehbare Umstände stirbt. Dies kann auch bei einen Patentier geschehen.

In diesem Fall wird der Pate unverzüglich über den Tod des Tieres informiert. Er kann dann entscheiden, ob er die Patenschaft für ein anderes Tier übernimmt. Für diesen Fall werden einige Lämmer zurückgehalten und nicht mit einer Patenschaft belegt. Dadurch kann dann auch der zugesicherte Fleischanteil garantiert werden. Sofern man auf die Übernahme eines neuen ersatzweisen Patentieres und damit auch auf einen Fleischanteil verzichtet, beläuft sich die Patenschaft auf 30 €. Auf dringlichen Wunsch kann auch eine Rückerstattung stattfinden.

Werde ich regelmäßig über die Herde und mein Patenschaf informiert?

Ja. Pro Saison werden 3-4 Newsletter versandt. Die Versendung erfolgt unregelmäßig und orientiert sich an besonderen Ereignissen wie zum Beispiel der Geburt der Lämmer oder den Wechsel auf eine andere Weidefläche.

Gibt es einen Patentag?

Ja. Mindestens einmal pro Jahr wird es einen Tag speziell für alle Paten geben. Dieses Treffen wird in gemütlicher Atmosphäre mit Lagerfeuer stattfinden und dient dem gegenseitigen Kennenlernen und natürlich dem Austausch über die Schäferei.

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Leineschafe im Pfarrgarten Schönefeld

Wann darf ich mein Schaf besuchen?

Die Schafherde darf jederzeit besucht werden. Hierfür werden die Paten regelmäßig über den Aufenthaltsort der Schafe informiert.

Darf ich meinem Schaf etwas zu Fressen mitbringen?

Ja. Schafe essen z.B. gerne Möhren. Aber was bekommen dann die anderen?

Ein Schaf einzeln zu füttern ist außerdem schwer.

Bitte bringen Sie aber nur kleine Portionen zum Fressen mit. Die Tiere weiden teilweise auf Flächen, die aus Naturschutzgründen möglichst mager bleiben sollen.

Wann bekomme ich das Fleisch? Wieviel bekomme ich und wie ist es verpackt?

Die Schlachtung der Tiere erfolgt in der Herbst-/ und Winterzeit. Die Tiere werden zerlegt und das Fleisch vakuumiert.

Bei einer halben Skudde kann man von einem Paket von 4-6kg incl. Knochen ausgehen.

Bei einem halben Leineschaf sind es 8-10kg.

Bekomme ich auch die Wolle?

Die Wolle gewinnt man von Mutterschafen. Lämmer werden noch nicht geschoren.

Wer aber Interesse hat, kann von André gerne auch Wolle erhalten.

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Agroforst traditionell: Streuobst und Schafbeweidung

Darf man bei wichtigen Ereignissen wie dem Scheren dabei sein?

Ja natürlich. Transparenz ist André sehr wichtig und er will die Paten an möglichst vielen Aktivitäten rund um die Schafhaltung teilhaben lassen.

Kann/ muss ich mithelfen?

Die tatkräftige Unterstützung des Schäfers ist nicht erforderlich. Jedoch ist André über helfende Hände dankbar und kann bei verschiedenen Tätigkeiten unterstützt werden.

Menschen, die noch keine Erfahrung mit Schafen haben, können André bei folgenden Tätigkeiten unterstützen:

  • Weidepflege am Krumrichsberg: Hier muss die Verbuschung durch Brombeeren und anderes Gestrüpp immer wieder zurückgerdrängt werden.
  • Alltägliche Kontrolle von Schafen und Koppelzaun
  • Das Tränken der Tiere (Versorgung mit Wasser)
  • Schafe zuführen beim Klauen schneiden und bei der Schafschur
  • Herde von einer Fläche zur anderen triften (Viehtrieb)

Sofern die Schafherde noch vergrößert werden kann, wäre auch eine gemeinsame Heuwerbung möglich. Bei allen Tätigkeiten erfolgt zunächst eine Einweisung durch André. Wer regelmäßig mithilft, kann sich dann auch noch bei anderen Aktivitäten einbringen.

Werde ich als Pate öffentlich genannt?

Nur wenn Sie das auch wollen. Möglich ist beispielsweise ihre Nennung im Internet. Dies erfolgt jedoch nur mit Ihrem Einverständnis.

Kann ich für die Patenschaft eine Spendenquittung erhalten?

Aktuell ist das noch nicht möglich. Bei ausreichendem Interesse und Unterstützung würde André Wolf gerne einen Verein zur Förderung der Resistenzzucht gründen. Darüber wären dann auch Spendenquittungen ausstellbar.

Bekomme ich eine Patenurkunde?

Ja. Gerade arbeiten wir hierfür noch an einem Entwurf.

 

 

Noch Fragen? Dann melden Sie sich bitte bei uns. Denn diesen Fragenkatalog werden wir gerne noch komplettieren.

Mail to: florian.etterer[at]tu-dresden.de