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Die Hochschule Anhalt und das Professor Hellriegel Institut e.V. organisierten in Kooperation mit der TU Dresden am 28. März eine Fachtagung zu Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen in Bernburg. Gemeinsam mit ca. 140 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung wurden rechtliche Rahmenbedingungen sowie erfolgreiche Anwendungs- und Umsetzungsbeispiele vorgestellt und diskutiert. Neben den Erfahrugen aus den Erprobungsmaßnahmen im Rahmen von stadt PARTHE land, berichteten Vertreter von Stiftungen, Planungsbüros und Verwaltungen von ihren Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung von PIK.

Das Programm der Tagung gibt es hier als PDF-Download.

Die Erfahrungsberichte aus verschiedenen Bundesländern und Projekten verdeutlichten, dass eine rechtssichere und naturschutzfachlich sinnvolle Realisierung von PIK möglich ist und auch schon praktiziert wird. Es wurde aber auch deutlich, dass es beim Realisierungsumfang im bundesweiten Vergleich erhebliche Unterschiede gibt. Der Erfolg in der Praxis scheint dabei einerseits von den rechtlichen und verfahrenstechnischen Rahmenbedingungen in den verschiedenen Bundesländern, andererseits aber auch von Institutionen abhängig zu sein, die sich in ihren Regionen im besonderen Maße für die Umsetzung von PIK engagieren. Beispielsweise fungiert die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in Teilen Nordrhein-Westfalens als Maßnahmenträger und garantiert in diesem Zusammenhang einerseits die Umsetzung der PIK-Maßnahmen über den geforderten Zeitraum (Stichwort dauerhafte Sicherung) und besitzt andererseits auch eine vermittelnde Rolle zwischen dem Eingriffsverursacher und dem landwirtschaftlichen Unternehmen als Dienstleister. Demgegenüber gibt es beispielsweise in Sachsen und Thüringen bislang nur sehr wenige Umsetzungsbeispiele. So berichtete Catharina Druckenbrod von der Thüringer Landgesellschaft, dass es trotz konkreter Bereitschaft zahlreicher Agrarbetriebe bislang nur in Ausnahmefällen gelang PIK-Maßnahmen umzusetzen.

Die naturschutzfachliche Wirksamkeit verschiedener produktionintegrierter Maßnahmen wurden durch die Ergebnisse von stadt PARTHE land sowie von Annika Schmidt (Hochschule Anhalt) auf Grundlage des Monitorings von mehrjährigen Blühstreifen in Sachsen-Anhalt, eindrucksvoll dargestellt.
Vortrag (Präsentationsfolien) von Sascha Fritzsch und Florian Etterer zum Download (ca. 9 Mb)

Eine für Natur und Landschaft erfolgreiche Umsetzung von PIK erfordert jedoch hinsichtlich der Maßnahmen klar definierte Mindestanforderungen und eine fachliche Begleitung der Landwirte bei der Maßnahmenumsetzung. Diese Aspekte wurden bereits im Eingangsvortrag von Matthias Herbert, Leiter der Außenstelle Leipzig des Bundesamts für Naturschutz (BfN), angesprochen.

Der mitunter erforderliche planerische Aufwand für eine sinnvolle Kombination und Bewertung verschiedener Kompensationsmaßnahmen wurde von Hauke Schrader (WGF Landschaft, Nürnberg) am Beispiel eines Bebauungsplanes in Niederbayern dargestellt.

 

Die Tagung endete mit zwei Diskussionsforen, in deren Rahmen je drei Kurzvorträge erfolgten:
1) Möglichkeiten und Grenzen der praktischen Handhabbarkeit von produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen
2) Smart Farming für die Biodiversität – Möglichkeiten und Grenzen digitaler Technologien im naturschutzfachlichen Monitoring und Management

 

In den kommenden Wochen wird von der Hochschule Anhalt eine umfangreichere Dokumentation zur Tagung veröffentlicht. Wir werden Sie an dieser Stelle darüber informieren.
Darüber hinaus wird im Herbst von stadt PARTHE land eine Arbeitshilfe zu PIK veröffentlicht (kostenlose Onlinepublikation).

Weitergehende Informationen:

Das Tagungspublikum (S. Fritzsch, 2019)