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Regionalwirtschaft – „Neue Ökonomie für Altes Obst“
(Runder Tisch am 28.08.2015)

Zu einem Runden Tisch hatten sich am 28. August verschiedene Akteure aus Leipzig und dem Partheland zusammengefunden. Wir wurden freundlich aufgenommen in den Lindenwerkstätten Panitzsch der Diakonie Leipzig.

 

Carsten Ruß hat uns am Ende unserer Veranstaltung durch Haus und Hof geführt und uns schwer beeindruckt, was in Panitzsch alles geleistet wird. Deshalb schon an dieser Stelle des Tagebucheintrags ein großes Lob dorthin und die Aufforderung an den geneigten Leser, die nächste Ente oder die Freilandeier künftig dort zu kaufen.

 

Das Hühnermobil der Lindenwerkstätten (Foto: F. Etterer, 2013)

Das Hühnermobil der Lindenwerkstätten (Foto: F. Etterer, 2013)

 

Fast dreißig Teilnehmer haben sich, ihren Beruf, ihre Produkte und ihre Erwartungen an den Runden Tisch vorgestellt. Zielstellung war eine Verständigung zur Untersuchung von Wertschöpfungsketten in der Landschaftspflege und in der Verwertung von Obstbeständen, ihre Schnittmengen und die daraus abzuleitendeFachexpertise im Rahmen von stadt PARTHE land.

 

Um einen sinnvollen Austausch zu ermöglichen, haben wir zwei Untergruppen gebildet, um im kleineren Kreis weiterzuarbeiten. Ich berichte Ihnen kurz aus der Runde mit Patrice Wolger, Thilo Egenberger und anderen.

 

Wir haben uns zur Nachfrage nach Sorten aus Verarbeiter-Sicht ausgetauscht. Am Beginn stand der landschaftspflegerische Aspekt von Obstgehölzen, die Dominanz des Apfelanbaus, die generelle Nachfrage nach alten Sorten bei Tafelobst und Gemüsesorten. Landschaftspflegerisch wurde angemerkt, dass Graswiesen Grasfresser brauchen und ein gewünschter Kreislauf für Pflege/Nutzung/Beerntung von Obstwiesen mit einem tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzen und einer unsubventionierten Vermarktung erreicht werden soll. An diesem Punkt beginnen die Schwierigkeiten, die dem Veredler im Weg stehen. Thilo Egenberger berichtete von seinen Problemen, 20 bis 30 Tonnen Äpfel für einen Zider (ja, so steht er im Duden) zu akquirieren. Egenberger Lebensmittel würde sogar 0,25€/kg anbieten, was deutlich über dem durchschnittlichen Ankaufpreis liegt. Modelle, die auf Ehrenamt zielen oder Projektarbeit, sind nicht zielführend. Möglich sind Vereinbarungen mit den Gemeinden über Erente und Pflege, Biozertifizierungen wird es über diesen Weg aber nicht geben. Des weiteren gibt es großes Interesse seitens der Kommunen, dieses Thema ausführlich zu besprechen und Lösungen zu finden. Was nötig ist, ist eine Koordninierung dieser Bedarfe und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Diese steigert auch die Wertschätzung für lokale Sorten und bringt Produzenten und Konsumenten näher zusammen.

 

Streuobstprüfung auf der Fahrradexkursion (Foto: F. Etterer, 08/2015)

Streuobstprüfung auf der Fahrradexkursion (Foto: F. Etterer, 08/2015)

 

 

Wie wollen wir weiter miteinander arbeiten? Es gibt auf allen Seiten den Wunsch ein lokal-regionales Label mit Zertifizierung zu kreiieren unter dem Arbeitstitel „Leipzig+50“. Der Ball wird an dieser Stelle zum Ökolöwen gespielt in der Hoffnung auf Annahme und Return.

 

Die Ergebnisse der zweiten Untergruppe sind in obige Beschreibung mit eingeflossen, sie wurden uns von Sebastian Pomm präsentiert. Viele Impulse wurden gesetzt, viele Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht, sogar neue Produktideen initiiert. Ich bin mir sicher, dass wir heute in einem Jahr konkrete Ergebnisse aus diesem Treffen in den Händen halten werden. Allen Akteuren gutes Gelingen und viel Erfolg!

 

Matthias Schätzl
culturtraeger GmbH