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Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn
Das Obst in der Parthenaue als Medium der Kulturlandschaft

Am 11. September 2016 fand im Alten Kranwerk in Naunhof bei Leipzig die dritte Parthelandküche statt. Den Rahmen für diese Küche bildete ein Erntecamp samt Workshop zur Verarbeitung von Straßenobst, an dem gut 30 Personen teilnahmen.

Diese Parthelandküche sollte begleitend zur vorgestellten Expertise „Neue Ökonomie für altes Obst“ das Gespräch über regionale Nutzungsperspektiven insbesondere von Straßenobstbeständen befördern. Den Einstieg in die Diskussion bildeten einige vorgelesene kurze Passagen zur Obstnutzung im Partheland aus dem Buch „Stadt Land Flüsschen – Leben und Arbeiten im Partheland“.

Die Diskussion ergab ein intensives Stimmungsbild zu gegenwärtigen Problemen einer regionalen Nutzung bzw. ökonomischen Verwertung von Obst an Straßen, in Gärten und in kleinen Streuobstbeständen. Insbesondere wurde der Verlust an Obstbäumen in der Landschaft beklagt, die mögliche Kontaminierung von Straßenobst als Hinderungsgrund für eine Vermarktung betont, aber auch auf die nötige Pflege der Bestände hingewiesen.

Willkommenn zur Parthelandküche

Über das Stimmungsbild hinaus wurden auch Vorschläge gemacht, wie einer „neuen Ökonomie für altes Obst“ nähergekommen werden kann. Im Protokoll von Sebastian Pomm, einem der Bearbeiter der oben genannten Expertise, heißt es dazu (mit einigen kleinen Ergänzungen): Ein grundlegendes Interesse von Seiten der „externen“ TeilnehmerInnen der Parthelandküche am Prinzip eines regionalen Obstfonds ist vorhanden. Als Gegenentwurf zum Prinzip der Aufpreisvermarktung, wie es in Naturschutzinitiativen zur Obstvermarktung häufig der Fall ist, wurde ein Prinzip der Finanzierung z.B. über Baumpatenschaften vorgeschlagen. Ein endgültiges Modell für ein solches Konstrukt ist aber noch immer unklar, Mischmodelle seien ebenso denkbar. Prinzipiell gilt es, die ökonomische Inwertsetzung von traditionellen Obstbeständen mit einer ideellen Inwertsetzung zu verbinden und auf breiterer Fläche zu kommunizieren (z.B. über Formate der Bildung oder des Tourismus). Der Forschungsverbund stadt Parthe land könnte in diesem Zusammenhang vor allem eine vermittelnde Funktion einnehmen.

Im Nachgang der Parthelandküche ist die Idee eines „Obsttages“ als Vermarktungsmodell entstanden und als „Apfeltag“ in Zusammenarbeit mit der Grünen Liga Kohrener Land e.V. und dem Gartenprogramm Leipzig im Oktober umgesetzt worden. Ebenso ist mit der Gründung einer Vermarktungsinitiative „Obstgenossen“ unter dem Dach der Leipziger Annalinde gGmbH ein Vermarktungsschritt getan worden.

(von Lars Fischer, 11.11.2016)

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