Startseite - Dies ist das Logo von stadt PARTHE land. Es stellt die Schnittmenge von Stadt und Land im Raum der Parthe dar Partheland Projekt Partner und Förderung Links Kontakt Intern Impressum

DAS PARTHELAND – Lebensraum für Mensch und Natur

Das Partheland östlich von Leipzig (Kommunen Leipzig, Taucha, Borsdorf, Brandis) ist eine in der Öffentlichkeit bislang nur wenig wahrgenommene Kulturlandschaft. Es erstreckt sich entlang des namensgebenden Flusses – der Parthe – vom dicht bebauten Zentrum der Stadt Leipzig über ein Mosaik aus Wohnsiedlungen, Einkaufszentren, Gewerbegebieten und Verkehrsinfrastrukturen im Stadt-Umland bis hinein in ländliche Räume.

 

Ueberlagerung_Karte_Logofarben_kleiner_96dpi__klein

 

Dieser vielfältige Landschaftsraum ist Lebensraum für Mensch und Natur:

Hier wohnen mehr als 260.000 Menschen, die Autobahn A 14 ist eine wichtige und stark frequentierte Verkehrsader und durch die Gewerbe- und Industrieansiedlungen am Stadtrand (z.B. BMW-Werk) entstanden in den letzten Jahren tausende neue Arbeitsplätze. Aufgrund seiner ertragreichen Böden wird das Partheland zudem intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Gleichzeitig stellt die Flussaue der Parthe mit ihren Wiesen, kleinen Waldstücken und öffentlichen Grünanlagen einen wichtigen Erholungsraum für die Bevölkerung und einen Rückzugsraum für viele Tier- und Pflanzenarten dar.
Zu entdecken gibt es hier viel:
Die die Partheaue umgebende weitläufige Agrarlandschaft wird strukturiert und belebt von zahlreichen Windschutzpflanzungen. Die Kuppen der Taucha-Eilenburger-Endmoräne sind in der Bevölkerung als markante Aussichtspunkte bekannt. Ehemalige Steinbrüche und Tongruben (z.B. an der Bergkirche Beucha) belegen die ursprüngliche Bedeutung des ländlichen Raumes als Baustofflieferant für die benachbarte Stadt und die gut erhaltenen historischen Dorfstrukturen (z.B. Gottscheina, Zweenfurth) zeugen von einer langen und bewegten Siedlungsgeschichte.

Das Partnerland im frostigen Winter

Die Herausforderungen – Eine Landschaft im stetigen Wandel

Aber das Partheland ändert sich rasant – wie die meisten anderen Landschaften in Deutschland. Diese Dynamik ist nicht allein auf die hohe Bautätigkeit im Raum zurückzuführen, sie ist ebenso von Veränderungen der Standortverhältnisse beeinflusst. Insbesondere in der Partheaue ist eine zunehmende Vernässung festzustellen, die einerseits eine Anpassung der Grünlandbewirtschaftung, andererseits von Naturschutzzielen erfordert. Die überwiegend in den 50er und 60er Jahren gepflanzten Windschutzpflanzungen sind mittlerweile so alt, dass ihr Fortbestand nur durch gezielte Pflege und Nachpflanzungen zu sichern ist. Da sich jedoch auch die ökonomischen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft und die Landschaftspflege stark verändert haben, sind naturschutzorientierte Bewirtschaftungsformen und die Pflege wertvoller Landschaftselemente nicht mehr rentabel.

Die Folge:
Wiesen verlieren an Reiz und Artenreichtum, Heckensysteme werden nicht mehr erneuert und öffentlichen Grünanlagen mangelt es an Ausstattung und Pflege.

partheland

Foto: © Heike König, Grüner Ring Leipzig, 2009

Auch das Verhältnis zwischen Stadt und Land hat sich verändert: Nur wenige Städter beziehen heute noch Nahrungsmittel oder andere Güter aus den ländlichen Räumen ihrer Region. Der Verlust an direkten Wertschöpfungsbeziehungen führte in der Bevölkerung zu einem Bedeutungs- und Wahrnehmungsverlust ländlicher Strukturen. Das Land wird zum Umland, dem höchstens noch in der Naherholung eine Bedeutung zugesprochen wird.

Gegenläufig zu diesem dominierenden Trend entfaltet sich in der Region Leipzig aber auch eine kleine wachsende Nische von Unternehmen und alternativen Lebensentwürfen, in der ressourcenschonende, kreislauforientierte und regionale Wirtschaftsweisen erprobt werden. So vielfältig dieses Bild auch ist – bislang agieren diese Akteure meist allein und es mangelt an Vernetzungen zwischen den Akteuren aus Stadt und Land.

Entdeckerkarte Partheland (Arbeitsstand: März 2017)

Entdeckerkarte Partheland (Arbeitsstand: März 2017)