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Neue Ansätze der Kompensation von Eingriffen –
Produktionsintegrierte Kompensation (PIK)

Feldtag am 13. Juni 2017

Für Landwirte, Behörden, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbände veranstalten wir dieses Jahr einen Feldtag. Im Rahmen der Besichtigung verschiedener Erprobungsflächen bietet sich die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Bei Interesse melden Sie sich bei Florian Etterer (florian.etterer@mailbox.tu-dresden.de).

 

Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen (PIK) sind
– naturschutzfachliche Maßnahmen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen,
– die der Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft dienen und
– die in landwirtschaftliche Betriebsweisen integriert werden.

Beispiele für derartige Maßnahmen sind z. B. Blühstreifen oder auch Flächenstilllegungen in Vernässungsbereichen oder ertragsschwachen Kuppenlagen.

 

Aktuell:

 

Ziel

Wachsende Flächennutzungskonkurrenzen als auch der Artenrückgang im agrarisch geprägten Offenland zeigen, dass neue Synergien zwischen Landbewirtschaftung und Naturschutz gefragt sind. Die Umsetzung Produktionsintegrierter Kompensationsmaßnahmen (PIK) im Rahmen der Eingiffsregelung könnte die Situation deutlich entschärfen, da diese nicht zu den häufig kritisierten doppelten Flächenverlusten für die Landwirtschaft führen und Agrarbetriebe für die Maßnahmenumsetzung angemessen entlohnt werden.

 

Vegetationsaufnahme in einem Blühstreifen nördlich von Hohenheida (Foto: S. Fritzsch, 07/2016)

Vegetationsaufnahme in einem Blühstreifen nördlich von Hohenheida (Foto: S. Fritzsch, 07/2016)

 

Im Hinblick auf die Umsetzung von PIK versuchen wir folgende Fragestellungen zu beantworten:

Welche naturschutzfachliche und ökologische Wirksamkeit haben verschiedene PIK-Maßnahmentypen?

Wo machen PIKs Sinn?

Lassen sich PIKs in landwirtschaftliche Betriebsweisen integrieren und wie hoch ist der hierfür erforderliche Aufwand?

Wie sind PIKs im Rahmen der Eingriffsregelung naturschutzfachlich zu bewerten?

Wie können PIKs vertraglich vereinbart und dauerhaft gesichert werden?

Was ist beim Management und Monitoring von PIKs zu beachten?

Wie ist das Verhältnis zur guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft und zur allgemeinen Agrarförderung?

Welche Wechselwirkungen mit anderen Naturschutzinstrumenten sind möglich?

Können PIKs in gesamträumliche Naturschutzkonzepte integriert werden?

 

Einsaatbrache innerhalb eines Ackerschlages bei Sehlis (Foto: F. Etterer, 09/2016)

Einsaatbrache innerhalb eines Ackerschlages bei Sehlis (Foto: F. Etterer, 09/2016)

 

Zeitschiene & Herangehensweise

Schwerpunkt der Jahre 2015 und 2016 war die Auswahl geeigneter Erprobungsflächen sowie die Gewinnung von Agrarbetrieben für die Erprobung von Maßnahmen. Erste Maßnahmentypen wurden bereits 2015 angelegt. 2016 und im Frühjahr 2017 wurden weitere Maßnahmen mit verschiedenen Partnern im Großraum Leipzig angelegt. Diese werden über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren von einem naturschutzfachlichen Monitoring begleitet. In diesem Zusammenhang werden auch Eignung und Möglichkeiten des Einsatzes von UAVs (unmanned aerial vehicles – „Drohnen“) mit verschiedener Sensortechnik für das naturschutzfachliche Monitoring erprobt. Ergänzend wird auf der Grundlage der derzeitigen rechtlichen Bestimmungen sowie aktuell eingesetzten Softwareprodukten an der Entwicklung eines Datenmodells gearbeitet, das die Grundlage für die Weiterentwicklung von Kompensationskatastern bildet und ggf. in eine interkommunale Flächenpoollösung integriert wird.

Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen entsteht eine Arbeitshilfe für den Praxiseinsatz, die es Praktikern, Verwaltungsmitarbeitern und Planern erleichtert zukünftig PIK als eine Säule der Kompensation von Eingriffen sinnvoll einzusetzen.

Schwerpunkte und Ziele der Bearbeitung

  • Auswertung bestehender Studien und Forschungsvorhaben
  • Erprobung verschiedener Maßnahmentypen in Zusammenarbeit mit mehreren Betrieben über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren
  • Erarbeitung eines Arten- und Biotopkonzeptes als Grundlage für die Auswahl geeigneter Standorte und die Vernetzung von Maßnahmen
  • ab 2017: Intensivierung des Dialogs mit Experten, Behörden und Kommunen auf Grundlage der bis dahin gewonnenen Erkenntnisse
  • 2017/ 2018: PIK in der Praxis – Festsetzung von PIKs im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens
  • 2019: Arbeitshilfe Produktionsintegrierte Kompensation (Publikation)

 

Trockenbrache im ersten Maßnahmenjahr (Foto: M. Pietsch, Mai 2015)

Trockenbrache im ersten Maßnahmenjahr (Foto: M. Pietsch, Mai 2015)

Angestrebte Ergebnisse & Produkte

Produkte für die Wissenschaft:

  • Evaluation der naturschutzfachlichen Wirksamkeit verschiedener Produktionsintegrierter Maßnahmen und der hierfür ausschlaggebenden Parameter
  • Überprüfung der Einsatzmöglichkeiten verschiedener Sensortechnik und UAVs (unmanned aerial vehicles) im Monitoring von Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen (PIK)
  • Publikation und Präsentation der Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung auf Kongressen und Fachtagungen
  • Integration der Ergebnisse in die Hochschullehre

Produkte für die Praxis:

  • Erstellung einer Arbeitshilfe „Produktionsintegrierte Kompensation (PIK) in der Praxis: Potentiale – Grenzen – Anforderungen – Empfehlungen“
  • Öffentlichkeitsarbeit durch beispielhaft umgesetzte und dokumentierte Produktionsintegrierte Maßnahmen
  • Integration von PIK in bestehende regionale Bilanzierungsmodelle und Kompensationskataster
  • Ableitung eines Datenmodells für die Weiterentwicklung von Flächenpoollösungen und Kompensationskatastern für ein effektives Monitoring und einen effizienten Datenaustausch
  • Initiierung eines Erfahrungsaustauschs durch die beteiligten Agrarbetriebe

 

Trockenbrache bei Seegeritz nach der Feldernte (Foto: F. Etterer, August 2015)

Trockenbrache bei Seegeritz nach der Feldernte (Foto: F. Etterer, August 2015)

 

 

Partner

 

Zielgruppen:

Eingriffsregelung/ Kompensationsflächenverwaltung:

  • Stiftung Partheland in Sehlis
  • Naturschutzbehörden
  • Grüner Ring Leipzig
  • Beteiligte Kommunen (Borsdorf, Taucha, Brandis, Leipzig)
  • Sächsische Ökoflächenagentur
  • Bundesamt für Naturschutz
  • LISt Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistung mbH

Umsetzung und Erprobung von Maßnahmen

  • Sächsischer Landesbauernverband
  • Landschaftspflegeverbände
  • Agrarbetriebe
  • Außenstellen des LfULG in Mockrehna und Rötha

 

Bearbeitung

Professor Hellriegel Institut e.V.
an der der Hochschule Anhalt

Lehr- und Forschungsgebiet Landschaftsplanung der TU Dresden

 

Kontakt / Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Florian Etterer
Tel. +49 (0)351 463 31914
florian.etterer@mailbox.tu-dresden.de




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