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Verwertung von Reststoffen aus der Kulturlandschaftspflege

Praxistest Biomeiler –Entsorgungskosten für Landschaftspflegematerial reduzieren

Von Mai bis September 2017 wird die thermische Verwertung von Landschaftspflegematerial (Baum- und Grünschnitt) in einem Biomeiler durch ein wissenschaftlich begleitetes  Messprogramm untersucht. Der Biomeiler in konventioneller Bauart nutzt die im Kompostierungsprozess frei werdende Wärme für die Beheizung bzw. Heizungsunterstützung von Gebäuden. Es eignen sich frische holzige Abfälle zerkleinert als Hackschnitzel sowie anteilig Grünschnitt und Mist. Bislang gibt es deutschlandweit nur wenige dieser „Kompostheizungen“ und kaum wissenschaftlich belastbare Daten.

Im Rahmen der Weltausstellung Reformation im Schlosspark in Wittenberg wurden durch den Verein Native Power e. V. 11 Biomeiler installiert, die der Beheizung des für die Feierlichkeiten zum 500jährigen Gedenkens an Luther installierten Paradiesgartens dienen. Eine begleitende Untersuchung der technischen Parameter im Biomeiler erfolgt über stadt PARTHE land zwischen Native Power e. V., DBFZ gGmbH und der Stadt Leipzig, Amt für Stadtgrün und Gewässer. Ziel ist es, positive Praxiserfahrungen ins Partheland zu transportieren und somit die Wertschöpfung für Landschaftspflegematerial zu verbessern. Hierzu werden wir interessierten Akteuren im Spätsommer eine Exkursion zu den Biomeilern in Wittenberg anbieten. Bei Interesse melden Sie sich bei Nadine Zimmer (nadine.zimmer@leipzig.de).

Allgemeine Informationen zu Biomeilern finden Sie hier.

Beispiele für Biomeiler (Foto: Wiesenmeiler, http://wiesenmeiler.de) biomeiler_2_206pxn
Beispiele für Biomeiler (Foto: Wiesenmeiler, http://wiesenmeiler.de)

Aktuell

Die Untersuchungen zur Potential- und Akteursanalyse bezüglich der Verwertung von organischen Reststoffen aus der Kulturlandschaftspflege sind weitestgehend abgeschlossen. Derzeit wird die Verbesserung der regionalen Wertschöpfung mit potentiellen Akteuren diskutiert und es werden Umsetzungsideen entwickelt.

 

Ziel

Ziel ist eine optimierte und regionale Verwertung von organischen Reststoffen aus der Kulturlandschaftspflege zur Verbesserung der regionalen Wertschöpfung und zur Reduzierung von klimarelevanten Treibhausgasemissionen. Hierzu wird ein dynamisches Verbundkonzept erarbeitet, das einerseits die zahlreichen verstreut anfallenden Biomassen, anderseits die ebenso zahlreichen Akteure bündelt und mehrere Lösungsvarianten für eine effiziente Verwertung (stofflich wie energetisch) von Reststoffen aus der Kulturlandschaftspflege anbietet. Dadurch soll die Wirtschaftlichkeit der Kulturlandschaftspflege verbessert, aber auch Kleinstmengen (z. B. Grünschnitt aus Kleingärten) effizient gesammelt und somit für eine optimierte Verwertung mobilisiert werden.

In diesem Zusammenhang versuchen wir folgende Fragestellungen zu beantworten:

Wie kann das Aufkommen der unterschiedlichen Reststoffe unter Berücksichtigung ihres zeitlichen und örtlichen Anfalls effizient erfasst werden?

Wie kann eine naturschutzorientierte und zugleich wirtschaftlich tragfähige Nutzung nachhaltig ermöglicht werden?

Welche Synergieeffekte lassen sich durch eine Bündelung von Reststoffen aus der Kulturlandschaftspflege mit anderen im städtischen Bereich anfallenden organischen Reststoffen erzielen?

Welche Rahmenbedingungen sind für eine ökonomisch effiziente Bewirtschaftung der Reststoffe (Masse, Verwertbarkeit, Ernte-/Verwertungstechnik, regionale Abnehmer) entscheidend bzw. noch zu schaffen?

Welche Möglichkeiten bestehen, durch kooperative Modelle sowie die Kombination von Finanzierungsstrategien die Wirtschaftlichkeit der Nutzung zu erhöhen?

 

Der Abtnaundorfer Park in Leipzig: Das Schnittgut verbleibt noch einige Zeit nach der Mahd auf der Pflegefläche liegen, um das Ausfallen der Samen zu fördern und somit den Artenreichtum auf der Fläche zu unterstützen. (Foto: N.Zimmer, 2017)

Der Abtnaundorfer Park in Leipzig: Das Schnittgut verbleibt noch einige Zeit nach der Mahd auf der Pflegefläche liegen, um das Ausfallen der Samen zu fördern und somit den Artenreichtum auf der Fläche zu unterstützen. (Foto: N.Zimmer, 2017)

 

Zeitschiene & Herangehensweise

Unsere Arbeitsschritte in 2015:

  • Identifizierung der im Untersuchungsgebiet anfallenden organischen Reststoffarten
  • Lokalisierung der Reststoffquellen und Erfassung der bestehenden Stoffströme
  • Analyse des Bestandes an Umschlagsplätzen und Verwertungsanlagen
  • Berechnung der Reststoffpotenziale
  • Identifizierung von Konkurrenzen um Flächen sowie zwischen stofflicher und energetischer Nutzung
  • Wirtschaftliche Bewertung der bisherigen Verwertung/Entsorgung von Reststoffen, Prüfung von Synergien durch Bündelung mehrerer Stoffströme
  • Abgleich mit Best-Practice-Beispielen, Prüfung der Übertragbarkeit auf die Untersuchungsregion
  • Entwicklung und Multikriterielle Bewertung erster Optimierungsansätze
  • Multikriterielle Bewertung des regionalen Mehrwertes der Biomassenutzung
  • Kommunikation des Arbeitstandes und Diskussion erster Lösungsansätze mit Schlüsselakteuren/Experten

Arbeitsschritte 2016:

  • Aufbereitung der Daten zum Mengenaufkommen sowie zur Wirtschaftlichkeit der bisherigen Verwertungs-/Entsorgungswege
  • Erarbeitung eines Verbundkonzeptes für eine Mobilisierung und optimierte regionale Verwertung von organischen Reststoffen aus der Kulturlandschaftspflege
  • Schwerpunkt ab 2017: Beispielhafte Vorbereitung, Erprobung und Umsetzung erster regionaler Verwertungskonzepte in Kooperation mit regionalen Partnern

Arbeitsschritte 2017:

  • Workshop zur Weiterbildung ortsansässiger Akteure zu kleintechnischen Ansätzen der Biomasseverwertung: Informationsveranstaltung zur Vorstellung von Laubbrikettierungsanlagen und dem Einsatz in der Praxis.
  • Umsetzung eines Pilotbiomeilers im Partheland
  • Exkursion nach Wittenberg: Vorstellung der Funktionsweise von Biomeilern. Information und Austausch zu Erfahrungen und Messergebnissen
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Biotopflächenpflege durch den ZV Parthenaue im Abtnaundorfer Park (Foto: T. Wilke)

 

Angestrebte Ergebnisse & Produkte

Was wir versprechen – für die Region:

  • Erarbeitung eines regionalen Verbundkonzeptes, das insbesondere zur wirtschaftlichen Mobilisierung und Bündelung von Reststoffströmen des Parthelandes, den regionalen Verwertungsmöglichkeiten sowie hierfür geeigneten technischen Verfahren, Finanzierungsmöglichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen belastbare Aussagen trifft.
  • Aufbau von Grundlagen für eine Umsetzung und Verstetigung des Nutzungskonzeptes

Was wir versprechen – für die Wissenschaft:

  • organisatorische und strukturelle als auch technologische Innovationsansätze

 

Worum wir uns bemühen – für die Region:

  • Umsetzung und Verstetigung des Nutzungskonzeptes mit regionalen Akteuren

Worum wir uns bemühen – für die Wissenschaft:

  • Ableitung von Erfolgsfaktoren für das Reststoffmanagement

 

Bearbeitung

Grüner Ring Leipzig
(vertreten durch das Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig)

Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH (DBFZ)

 

Kontakt / Ansprechpartner

Nadine Zimmer
Grüner Ring Leipzig (vertreten durch das Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig)
Prager Str. 118 – 136
04317 Leipzig
nadine.zimmer@leipzig.de

 




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